California (CA)
(Letzte Änderung: 22.05.2026 @ 17:10)
Kalifornien = USA - (Statue of Liberty + Liberty Bell)
Wie bitte? Ist das nicht ein wenig bemüht? Man kann doch solche Themen nicht auf eine einfache Gleichung reduzieren.
Ich gebe zu, der Gedanke kommt ein wenig technokratisch rüber, es steckt aber vielleicht mehr als ein Fünkchen Wahrheit darin. Außerdem: ein eingefleischter Kalifornier, ein richtiger Westerner, würde die Gleichung blind unterschreiben. Vielleicht sogar ohne den Klammerausdruck.
Kalifornien ist nicht die Geburtsstätte der Nation, diese befindet sich im Osten - symbolisiert durch Freiheitsstatue (New York) und Liberty Bell bzw. Independence Hall (beides Philadelphia). Abgesehen von dieser historischen Unvollkommenheit schlägt jedoch nach dem Selbstverständnis vieler Kalifornier das Herz Amerikas in Kalifornien.
Kalifornien ist der bevölkerungsreichste und wirtschaftlich bedeutsamste US-Bundesstaat. Falsch - Kalifornien ist mehr als nur ein Bundesstaat, mehr als das 31. von insgesamt 50 Teilen des nationalen Puzzles. Kalifornien ist für viele ein Lebensentwurf und steht für vieles, was Amerikaner und Nicht-Amerikaner mit den USA verbinden: Überlegenheit und Größe. Fortschritt und Trendsetting. Glamour und Show. Sehnsucht und Träumerei.
Nirgendwo war und ist der American Dream, der Traum vom Tellerwäscher zum Millionär emporzusteigen, der unerschütterliche Glaube, dass prinzipiell alles möglich ist, virulenter als hier. Wie praktisch, dass sich Hollywood direkt vor der Haustür befindet und Träumereien am Fließband produziert.
Schon um 1850 herum kamen Glücksritter aus dem ganzen Land auf der Suche nach Gold und die Bevölkerungszahl schnellte in die Höhe. Heute ist die Zuwanderung ungebrochen. High-Tech Jobs im Silicon Valley locken ebenso wie die große Karriere in Hollywood oder Billig-Jobs im Service Sektor und in der Landwirtschaft. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 wuchs die Bevölkerungszahl um gut drei Millionen, was einer Zunahme von ca. 10 Prozent entspricht.
Kann man es besser zusammenfassen als Heinrich Wefing in seiner Gebrauchsanweisung für Kalifornien?
"Nichts, so scheint es, vermag die Menschen davon abzuhalten, hierherzukommen. Nicht die schlechte Wirtschaftslage, nicht die Aussicht auf verstopfte Straßen, überfüllte Schulen, verdreckte Luft oder Erdbeben; nicht einmal die Aussicht, ein paar Jahre lang von Arnold Schwarzenegger regiert zu werden. Kalifornien ist für Amerika, was Amerika von jeher für die Welt war: Traumland. Sehnsuchtsort. Zuflucht. Ein Magnet, der die Menschen unwiderstehlich anzieht. Ein Sammelbecken der Ehrgeizigen und Heimatlosen, Exil für die Gescheiterten und alle, die eine zweite Chance suchen, oder eine dritte, vierte, fünfte. Ein Flecken Erde, wo nur die Zukunft zählt, oder, genauer: wo niemand nach der Vergangenheit fragt. Wo sich alle auf die Illusion verständigt haben, ein jeder, der nur wolle, können sich neu erfinden." (3. Auflage, 2008, S. 14f.)
Zwar hat der weltbekannte Refrain von Albert Hammond It never rains in Southern California immer noch seine Berechtigung, aber es gibt in Kalifornien nicht nur die Sonnenseiten des Lebens. Auch wird Kalifornien per se nicht unkritisch gesehen, nicht von ungefähr hat der von den Red Hot Chili Peppers in ihrem gleichnamigen Album aufgegriffene Begriff Californication einen negativen Touch.
Das Zitat von Wefing beleuchtet einige massive Probleme, die sich nicht so leicht weg schminken lassen wie die ersten Falten einer Hollywood-Celebrity. Manche lassen sich nicht mal mehr mit kiloweise Make-up übertünchen.
Fahren Sie doch mal die Interstates rund um San Francisco oder Los Angeles. So schlechte Autobahnen hat es in Deutschland seit den 50er Jahren nicht mehr gegeben, möchte man meinen. Ein ewiges Rappeln, Querrillen ohne Ende und hier und da ein kapitales Schlagloch. Wenn Sie mit einem Wohnmobil unterwegs sind, hüpfen Ihnen die Töpfe und Teller um die Ohren.
Oder schauen Sie sich den Zustand vieler staatlicher Schulen und anderer Sozialeinrichtungen an. Das hat nichts mit morbidem Charme zu tun, sondern ist einfach ein Zeichen für infrastrukturellen Verfall im gelobten Land.
Kalifornien ist heute ein majority-minority state, d.h. die nicht-hispanischen Weißen machen deutlich weniger als 50 % der Bevölkerung aus. Die hispanische Bevölkerung stellt aktuell die größte einzelne Bevölkerungsgruppe, jedoch keine absolute Mehrheit.
Was unter Multi-Kulti-Gesichtspunkten durchaus einen gewissen Charme hat (Stichwort: Schmelztiegel der Ethnizitäten), impliziert in der Praxis, dass Kalifornien Schauplatz ethnischer Ghettoisierung in Großstädten und einer kaum einzudämmenden illegalen Einwanderung ist. Viele tauschen die Perspektivlosigkeit south of the border gegen kaum bessere Perspektiven im Gringo-Land. Am Ende stehen wachsende Kriminalität und eine zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich.
An der kalifornisch-mexikanischen Grenze trifft Hochverkehr auf Sicherheitspolitik. Besonders sichtbar ist das im Raum San Diego/Tijuana: Die Metropolregion ist wirtschaftlich und sozial eng verflochten, gleichzeitig ist sie ein Schwerpunkt für Grenzkontrollen, Asylverfahren und die Bekämpfung von Schleusungskriminalität.
Aktuelle Lagezahlen (CBP): Die bundesweiten CBP-Statistiken zeigen für die letzten Fiskaljahre weiterhin sehr hohe Enforcement- und Encounter-Zahlen an der Southwest Border (inkl. laufender FY26-Werte). Das unterstreicht, dass das Thema operativ aktuell bleibt und nicht nur historisch relevant ist.
Durchsatz San Ysidro (letzte gut vergleichbare Basiszahl): Für den Grenzübergang San Ysidro werden für 2019 rund 53,3 Mio. Grenzpassagen von Personen ausgewiesen. Das entspricht rechnerisch etwa 146.000 Personen pro Tag im Jahresmittel. Die Aussage dient hier als Größenordnung für den Alltagsverkehr zwischen Kalifornien und Tijuana.
Tijuana auf der mexikanischen Seite ist eine Großstadt mit hoher Dynamik (u.a. Industrie, Logistik, Medizin- und Einkaufstourismus) und enger Alltagsverbindung nach Kalifornien. Genau diese Verflechtung erklärt, warum sich Sicherheitslage, Wartezeiten und wirtschaftlicher Alltag an der Grenze gegenseitig direkt beeinflussen.
Bei den Grenzschutzmaßnahmen setzt die Bundesebene auf einen kombinierten Ansatz aus Infrastruktur, Technologie und operativer Steuerung (u.a. je nach Sektor unterschiedliche Schwerpunkte). Das kann bestimmte Routen entschärfen, verlagert Bewegungen aber teils in andere Abschnitte. Die Lage bleibt daher dynamisch und braucht kontinuierliche Anpassung.
Quellen: CBP Enforcement Statistics (aktuelle FY-Werte), CBP Southwest Land Border Encounters, CBP Encounters by Component, U.S. BTS Border Crossing Data, San Ysidro Port of Entry, Tijuana
Unter touristischen Gesichtspunkten ist die Sachlage glasklar. Man kann die USA nicht wirklich kennen ohne Kalifornien besucht zu haben. Die Golden Gate Bridge, die Surfstrände rund um San Diego, der Yosemite NP, das Death Valley - die Liste ließe sich beinahe endlos fortsetzen.
Es gibt keinen US-Staat, der so viel bietet wie Kalifornien. Californication hin oder her.
1 featuring D.L. Bliss SP, Emerald Bay SP, Sugar Pine Point SP
2 featuring Mammoth Mountain, Deadman Pass, Minaret Vista, Horseshoe Lake, Lake Mary, Twin Lakes
3 featuring Bodega Bay, Point Reyes NS, 17-Mile Drive, Big Sur
4 featuring El Matador Beach, La Piedra Beach, El Pescador Beach
5 featuring Saddle Peak
6 featuring Silver Strand SB, Coronado Beach, Torrey Pines SB, Solana Beach (Fletcher Cove), San Elijo SB, Carlsbad SB, Oceanside Beach, San Onofre SB, Huntington SB, Dockweiler SB, Santa Monica SB, Paradise Cove, Carpinteria SB, Refugio SB, Pismo Beach (Oceano Dunes SVRA), W.R. Hearst Memorial SB, Pfeiffer Beach, Lover´s Point (Monterey), Seacliff SB, New Brighton SB, Half Moon Bay SB, Montara SB, Pacifica SB