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Bodie state Historic park (CA)

(Letzte Änderung: 13.09.2018 @ 19:55)

Im Jahr 1859, also fünf Jahre nach dem kalifornischen Goldrausch (1848–1854), fand Waterman S. "William" Bodey ca. 20 Meilen nördlich des Mono Lakes Gold.

Wie man bei Wikipedia nachlesen kann, starb Bodey noch im selben Jahr in einem Schneesturm. Seine Familie gründete am Fundort die Stadt Bodie und begann 1861 mit dem Goldabbau. Offenbar handelt es sich bei der Schreibweise "Bodie" nicht um einen Rechtschreibfehler, sondern um Absicht. Eine Aussprache von Bodey im Sinne von body (Leiche) sollte vermieden werden.

1876 wurde eine größere Goldader entdeckt, was viele Glücksritter in die Stadt lockte. Die Blütezeit Bodies begann. 1880 betrug die Einwohnerzahl fast 10000, was erstaunlich ist, wenn man sich vor Augen hält, dass es heute - mehr als 130 Jahre später - in der Region weit und breit keine Stadt vergleichbarer Größe gibt. Damals war Bodie nach San Francisco und Sacramento die drittgrößte Stadt Kaliforniens. 1882 hatte Bodie als eine der ersten Städte im Westen der USA elektrischen Strom.

Allerdings stand Bodie damals auch in dem Ruf einer rauen Goldgräberstadt, in der Gesetzlosigkeiten an der Tagesordnung waren. "Goodbye God, I’m going to Bodie!" - so lautete bezeichnender Weise der überlieferte Tagesbucheintrag eines kleinen Mädchens, als es nach Bodie zog. (Quelle: Wikipedia)

Der Niedergang von Bodie begann mit Ende des Goldbooms. Die Goldmine war auch wegen eines stark gefallenen Goldpreises kaum noch profitabel und die Leute verließen die Stadt. 1917 wurde die Mono Railway eingestellt, die Bodie bis dahin versorgt hat. 1920 lebten nur noch 20 Menschen in Bodie.

Nach einem Großbrand im Jahr 1932 und dem Schließen der Goldmine im Jahr 1942 dauert es erstaunlicher Weise bis Anfang der 1960er Jahre, bis die letzten Hartgesottenen die Stadt verließen und Bodie zu einem National Historic Landmark ernannt wurde. Am 12. September 1962 erfolgt die Umwidmung zum Bodie State Historic Park.

Heute ist Bodie eine ghost town par excellence. 170, z.T. hervorragend erhaltene, Gebäude und viele, über das gesamte Areal verstreute, antike Exponate machen einen Rundgang durch den Park zu einer interessanten Entdeckungsreise. Es gibt eine offizielle Park-Broschüre, die auf Seite 5 eine gute Übersicht der vorhandenen Gebäude bietet. Stefan Kremer hat auf seiner Website www.westkueste-usa.de zudem einen sehr detaillierten und anschaulichen Rundgang durch Bodie beschrieben.

Fotografen können sich darauf einrichten, dass der Auslöser der Kamera glühen wird. Es gibt hier so viele Motive: Eine rostige Schubkarre, Oldtimer-Karosserien, Fässer, Tonnen, ein Klohäuschen mit urigem Donnerbalken, Planwagenräder und aller mögliche weitere Krimskrams.

Ein Highlight ist die methodistische Kirche an der Ecke Green und Fuller Street:

Methodist Church Bodie

Bodie ist nicht nur wegen der vielen Antiquitäten und der damit verbundenen historischen Implikationen eine Reise wert. Die karge Landschaft auf einer Höhe von knapp 2600 m mit den Höhenzügen der Sierra Nevada im Hintergrund ist mindestens genauso schön.

Im Winter, der auf dem Hochplateau hier von Anfang Oktober bis Ende April geht, kann es bei eisigem Wind extrem kalt werden. Für die Menschen, die damals von der Hand in den Mund lebten, waren die Bedingungen äußerst hart.

Bodie Ghost Town Bodie Ghost Town

Auf den letzten drei Meilen ist die Zufahrtstraße nach Bodie eine dirt road. Wir sind die Strecke 2007 mit einem Wohnmobil gefahren, was prinzipiell problemlos möglich, aber stellenweise etwas ruppig ist (man benötigt keine high clearance und schon gar keinen Allrad-Antrieb).

Directions

GPS-Koordinaten Bodie State Historic Park

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)

GPS Bodie State Historic Park: 38.2122, -119.0111

Die Zufahrt nach Bodie erfolgt über die CA 395. Von dort zweigt die CA 270 nach Osten ab. Nach zehn Meilen endet der Asphalt und es geht drei Meilen auf gravel/dirt weiter.

Anfahrt

My Visits

In Bodie war ich zum ersten Mal 1994. 2007 war dann der zweite und gewiss nicht letzte Besuch.

My Rating

Ein Besuch in Bodie ist eine äußerst anschauliche Reise in die Vergangenheit. Man könnte auch sagen: Geschichtsunterricht in praktischer Form.

Abgesehen davon, dass ich ghost towns grundsätzlich spannend finde, ragt Bodie mit einer perfekten Kombination aus morbidem Charme des Verfalls und hervorragender Restaurierung heraus. Einfach klasse!

Gallery

Diese Gallery besteht aus 29 Farbbildern. Die Bilder stammen aus den Jahren 1996 und 2007.