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Cape Cod National Seashore (MA)

(Letzte Änderung: 21.07.2018 @ 10:20)

Im Jahr 1620 brach eine Schar von Abenteurern und politisch-religiösen Flüchtlingen von England auf, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen. Das Ziel war Virginia.

Während der stürmischen Überfahrt an Bord des Frachtschiffs Mayflower kamen die Auswanderer vom Kurs ab, und das erste, was sie von Amerika sahen, war nicht der Hudson River im Norden Virginias, sondern die Strände einer Halbinsel, die 60 Meilen in den Atlantik reicht.

Hier landete 1602 der englische Entdecker Bartholomew Gosnold, der wegen der reichhaltigen Kabeljaugründe der Halbinsel den Namen gab, den sie bis heute behalten hat: Cape Cod ("Kap Kabeljau").

Ist doch keine schlechte Wahl für einen ersten Eindruck von der Neuen Welt, könnte man meinen. An der Ostküste Amerikas gibt es wohl kaum eine schönere Küsten- und Marschlandschaft als Cape Cod. Scheinbar endlose Dünen, dichte Eichen- und Kiefernwälder, Teiche, Sümpfe und vor allem fantastische Sandstrände, die keinen Vergleich mit den berühmten Stränden der Westcoast scheuen müssen.

Ob die Reisenden an Bord der Mayflower, die als Pilgerväter (pilgrim fathers) in den Geschichtsbüchern verewigt wurden und Kultstatus in den USA genießen, damals einen Blick für derlei Zerstreuungen und die Schönheit der Natur hatten?

Wohl kaum, denn was heute Urlauber erfreut, war für die Siedler damals kein Spaß. Unfruchtbarer, sandiger Boden erstickte jede Hoffnung auf eine landwirtschaftliche Nutzung im Keim und machte Cape Cod zum Kap der enttäuschten Erwartungen. Angesichts dieser widrigen Gegebenheiten und von Hunger und Not gezeichnet entschloss man sich weiterzuzsegeln und gründete später die Plymouth Colony auf der anderen Seite der Cape Cod Bay.

Inzwischen ist Cape Code in weiten Teilen als National Seashore geschützt und vor allem für amerikanische Familien ein beliebtes Urlaubsparadies. Im Sommer hat man hier die perfekte Umgebung für Sonnenbaden, Strandspaziergänge und jedwede Art von Wassersport.

Der famose Head of the Meadow Beach an der Nordostküste ist z.B. einer der besten Badestrände in den USA, die ich kenne. Flach abfallendes Wasser zur einen Seite (linkes Bild) und tiefes Wasser zum Reinspringen auf der anderen Seite (rechtes Bild). Ein Heidenspaß nicht nur für Kinder.

Head of the Meadow Beach Head of the Meadow Beach

So beschaulich und einladend die Strände von Cape Cod im Sommer auch wirken, so gefährlich sind die Gewässer seit Jahr und Tag für die Seefahrt. In dem kurzen Küstenabschnitt zwischen Truro und Wellfleet alleine sind 1000 Schiffen wegen versteckter Sandbänke auf Grund gelaufen und gesunken. Die Küste hat hier den wohlverdienten Beinamen ocean graveyard.

Vom Province Lands Visitor Center hat man einen guten Blick über die weite Dünenlandschaft der nördlichen Halbinsel (Nauset Marsh):

Nauset Marsh

Directions

Cape Cod liegt südöstlich von Boston. Die Entfernung von Hyannis bis Downtown Boston beträgt gut 70 Meilen. Je nach Verkehr sollte man mindestens 90 Minuten Fahrtzeit einplanen.

GPS-Koordinaten Cape Cod NS

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)

GPS Head of the Meadow Beach: 42.048274, -70.072494
GPS Province Lands Visitor Center: 42.074718, -70.205040
GPS Salt Pond Visitor Center: 41.838117, -69.972658
GPS Race Point Beach: 42.079177, -70.218987

Good to know

Der erste Eindruck von Cape Cod ist eher langweilig. Im Süden unterscheidet sich die Halbinsel kaum vom hektischen Großraum Boston. Viel Verkehr, wenig Natur. Je weiter man aber nach Norden kommt, umso schöner wird die Landschaft und man findet Ruhe und fantastische Landschaften.

Cape Cod könnte - je nach Reiseplanung - auch ein Ausgangspunkt für einen Besuch Bostons sein. Da man m.E. für Boston nicht mehr als einen vollen Tag braucht, würde man so eine teure Übernachtung in einem Stadthotel einsparen.

Die Übernachtungspreise auf Cape Cod sind allerdings auch gesalzen. Allerdings nur im Norden. Im Süden bzw. der Mitte findet man viele Kettenmotels zu günstigen Preisen. Tipp: In Hyannis oder West Yarmouth übernachten.

Zwischen Boston und Provincetown im Norden der Halbinsel verkehren diverse Passagierfähren. Es gibt jedoch keine Autofähren.

Wer im Sommer an einem Freitagnachmittag nach Cape Cod fahren und Sonntagnachmittag zurückkehren möchte, sollte besser Nerven wie Stahlseile haben. Der Verkehr ist abartig.

Ein sehr schöner Strand ist der Race Point Beach. Der Strand liegt im äußersten Norden von Cape Cod und bietet sich an um nach einem Bummel durch das sehr touristische Provincetown auszuruhen.

My Visits

Cape Cod habe ich 2011 von meiner To-Do-Liste gestrichen. Der Besuch war längst überfällig und wird sicherlich nicht der einzige bleiben. So gesehen bleibt es also auf besagter Liste.

My Rating

Wenn man von Süden aus auf die Halbinsel fährt, könnte man erst einmal enttäuscht sein. Nichts Besonderes - viel Verkehr und von schönen Stränden nichts zu sehen.

Fahren Sie weiter, bloß nicht irritieren lassen und umkehren! Im Norden ist die Halbinsel bezaubernd schön und von Hektik ist keine Spur mehr.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 16 Farbbildern. Die Bilder stammen aus dem Jahr 2011.