Montréal (QC)
(Letzte Änderung: 29.04.2026 @ 17:38)Montreal mit accent aigu (é) oder ohne? Hmm ...
Die Frage kann sich durchaus stellen, liegt Montréal (offiziell mit accent, ohne wird "geduldet" und ist weit verbreitet) doch in der kanadischen Provinz Québec und selbige ist ziemlich frankophon.
Unübersehbar ein Hauch von Fronckreisch ...
Kein Wunder: Der französische Entdecker Jacques Cartier erreichte die Region bereits im Jahr 1535 und benannte den "Hausberg" von Montréal Mont Royal. Die eigentliche Gründung der Stadt erfolgte später, im Jahr 1642 durch französische Siedler unter der Führung von Paul Chomedey de Maisonneuve und Jeanne Mance. Die Stadt wurde als Missionssiedlung unter dem Schutz der Heiligen Jungfrau Maria gegründet. Obschon das eine stark verkürzte Darstellung des geschichtlichen Hintergrunds ist, sind die französischen Wurzeln unverkennbar.
Montréal ist eine für nordamerikanische Verhältnisse sehr alte Stadt, und die Altstadt - pardon: Le Vieux Montréal - ist auch das Stadtviertel mit den meisten Sehenswürdigkeiten.
Die Wichtigste ist vermutlich die Basilika Notre-Dame de Montréal (Bild links), aber das Hôtel de ville, das Rathaus, steht ihr kaum nach (Bild rechts).
Letzteres bewundert man am besten vom Place de la Dauversière:
Von hier ist es nicht weit zum von außen kaum noch als ehemalige Markthalle zu erkennenden Marché Bonsecours (Bild links) und der Chapelle Notre-Dame-de-Bon-Secours (Bild rechts).
Auch der alte Hafen - wieder pardon: Vieux-Port de Montréal - mit dem Tour de l’Horloge (Uhrenturm) und La Grande Roue de Montréal (Riesenrad) liegt in der Nähe.
Und natürlich der große Fluss, der Sankt-Lorenz-Strom, ohne den es Montréal nicht gäbe.
Zurück in die Altstadt: Das Schönste daran sind für mich die vielen tollen Häuser, kleinen Läden und urigen Restaurants. Wirkt alles sehr europäisch, und man fühlt sich beinahe nach Paris oder Brüssel versetzt. Hier eine Kostprobe:
Besonders gegen Abend, wenn die Lichter angehen, ist die Altstadt sehr atmosphärisch.
Natürlich darf bei diesem kleinen Streifzug ein Besuch des Mont-Royals nicht fehlen. Von diesem Hügel - gleichzeitig ein klasse Naherholungsgebiet mit Spazier- und Laufwegen und Picknickflächen - hat man eine wahrlich königliche Aussicht:
Good to know
Mont Royal ist von der Innenstadt aus zu Fuß erreichbar. Allerdings läuft man etwa eine halbe Stunde, ein Anstieg zum Schluss inklusive.
Der vielgerühmte, nach einem ehemaligen Bürgermeister benannte Aussichtspunkt Belvédère Camilien-Houde hatte im Oktober 2023 viel von seinem Charme verloren. Stark zugewachsen war die Sicht doch arg beeinträchtigt. Die Stadt könnte den vielen Touristen, die dorthin kommen, einen Gefallen tun und den Wildwuchs mal wieder zurückschneiden. Die obigen Bilder sind von der großen Aussichtsplattform beim Belvédère Kondiaronk entstanden.
Bei der Aufzählung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten darf eigentlich das L'Oratoire Saint-Joseph du Mont-Royal (oder: Saint Joseph's Oratory of Mount Royal) nicht fehlen, doch bei meinem Besuch im Oktober 2023 war das Areal eine Großbaustelle, die wenig Ansehnliches bot. Deshalb keine Bilder des Oratoriums.
Wenn man nach Montréal hineinfährt, speziell über die Victoria Bridge (Pont Victoria), wirkt der erste Eindruck stellenweise wenig einladend, weil Industrieanlagen das Ufer prägen. Das täuscht allerdings: Spätestens in der Altstadt und den zentralen Vierteln zeigt die Stadt schnell ihr sehr viel schöneres Gesicht.
Directions
My Visits
Montréal habe ich 2023 besucht.
Montréal kann man sich schon mal angucken, die Stadt ist einen Besuch wert. Allerdings nicht zu vergleichen mit den ganz großen nordamerikanischen Metropolen.
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