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Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

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Point Reyes National Seashore (CA)

(Letzte Änderung: 22.05.2026 @ 14:17)

Point Reyes Lighthouse und Pazifikküste

Hollywood-Regisseur John Carpenter hat einige spannende Streifen gedreht: Christine (1983), Das Philadelphia Experiment (1984), Die Klapperschlange (1981) - das sind nur einige Beispiele. Ach halt, ein ganz grandioser Schocker der 1980er Jahre darf nicht fehlen, ein echter Carpenter-Klassiker: The Fog - Nebel des Grauens aus dem Jahr 1980.

Warum erzähle ich das? Weil ein nicht ganz unbedeutender Drehort bei The Fog das Point Reyes Lighthouse war, heute eine Top-Sehenswürdigkeit der gleichnamigen National Seashore, die Jahr für Jahr Touristen aus aller Welt anlockt, von denen bestimmt die wenigsten The Fog jemals gesehen haben. Dass Carpenter Point Reyes als Location für seinen Film erkor, ist nachvollziehbar, denn dieser Küstenabschnitt nördlich von San Francisco ist quasi das Welt-Epizentrum des Nebels, und wer den Leuchtturm besucht, hat gute Chancen auf totale Waschküche.

Der zähe Nebel irritiert nicht nur so manchen Urlauber, der sich auf ein paar schöne Sommersonnenstunden an den kalifornischen Pazifikgestaden freut und stattdessen in klammem, feuchtem Dauergrau landet, sondern hat schon früher vor allem die zur See fahrende Bevölkerung genervt. So meckert der Kaplan der Golden Hinde von Sir Francis Drake, die im Jahr 1579 bei Point Reyes zur Reparatur vor Anker musste, in seinem Logbuch über die allgegenwärtigen "stinking fogges".

Die United States Coast Guard, und die sollte es eigentlich wissen, schreibt zu dem Thema 'Nebel': "Point Reyes is, by official records, the windiest and foggiest on the Pacific Coast. The station is frequently blanketed by week-long periods of fog and few years pass that do not see violent gales of 75 to 100 mph strike the area." Aha, Starkwinde (gales) gibt es also auch noch regelmäßig. Wie heimelig.

Das im Jahr 1870 in Betrieb genommene Point Reyes Lighthouse präsentiert sich dem Besucher häufig wie im oberen Bild (1991) und nur mit Glück wie unten (2015); dann sieht man auch das Wasser:

Nebel, Strände und Point Reyes Headlands

Point Reyes Light Point Reyes Light

Ein paar letzte Worte zum Thema 'Nebel' und dann ist es auch gut: Laut NPS kann es am Lighthouse extrem nebelig und windig werden; bei dichter Suppe sieht man den Leuchtturm manchmal nicht einmal von oben, obwohl man die fast 300 Stufen noch vor sich hat.

Wer einigermaßen gute Sicht vorfindet, wird schnell erkennen, dass die Point Reyes Peninsula, die im Jahr 1962 von Präsident John F. Kennedy zur National Seashore erklärt wurde, mehr zu bieten hat als den zugegeben urigen Leuchtturm. Der blaue Pazifik mit weißen Schaumkronen und fantastische Strände (z.B. der sagenhafte Great Beach, Limantour Beach oder Wildcat Beach) sind in dieser den Elementen so exponierten Gegend die eigentlichen Hingucker. Von den Steilküsten der Halbinsel hat man einen fantastischen Ausblick.

Point Reyes South Beach

Einen ganz besonderen, vielleicht etwas spröden Reiz haben die windgepeitschten baumlosen grasslands der coastal prairie. Diese bieten beste Voraussetzungen für die Rinderwirtschaft und lockten in der Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Farmer an, die hier Milchwirtschaftsbetriebe (dairy ranches) errichteten, die heute historischen Wert haben. Bei einer Fahrt über die Point Reyes Headlands kommt man an verschiedenen dieser Betriebe vorbei, die offenbar alphabetisch bezeichnet wurden (A-Ranch, B-Ranch, C-Ranch usw.).

Über alldem weht fast immer eine kräftige Brise, sodass man selbst an heißen Tagen nicht ins Schwitzen gerät - der Wind und die oftmals starke Brandung sorgt aber auch dafür, dass sich etwaige Ambitionen baden zu gehen bei den allermeisten Besuchern schnell in Luft auflösen.

Point Reyes North Beach

Hiking

Es gibt eine ganze Reihe schöner Wanderwege. Eine gute Übersicht befindet sich auf der offiziellen Hiking-Seite des NPS. Leider kenne ich keinen Weg persönlich, aber vor allem der Tomales Point Trail im äußersten Norden der Halbinsel würde mich sehr reizen.

Camping

Reguläre Campingplätze gibt es nicht, nur backcountry hike-in und boat-in Camping. Wer campen möchte, weicht am besten auf den Samuel P. Taylor State Park aus, aber dort kann es in der Hochsaison ganz schön voll werden und man muss Glück haben eine freie site zu erwischen.

Directions

Die Point Reyes National Seashore deckt die gleichnamige Halbinsel ab, die zwischen dem offenen Pazifik und der Tomales Bay und der Bolinas Lagoon im Osten liegt.

Eine gute Übersicht bieten die offizielle Park-Karte und die Regionalkarte.

GPS-Koordinaten Point Reyes National Seashore

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):

GPS Point Reyes Lighthouse: 37.996332, -123.020819

Good to know

Östlich des Point Reyes Light liegt die halbmondförmige Drakes Bay, wo Sir Francis Drake mutmaßlich im Juni 1579 an Land gegangen ist. Eine nicht-asphaltierte Stichstraße führt runter zum Drakes Beach. Leider war ich dort noch nie.

"Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung." Ein bekanntes Sprichwort, das nirgendwo so viel Berechtigung hat wie bei der Point Reyes National Seashore. Was ist aber die richtige Kleidung für eine Region, wo es vielleicht total nebelig, klamm und feucht ist, wo aber vielleicht auch die Sonne zum Vorschein kommt und es richtig warm wird, wo eine steife Brise durch Mark und Bein geht oder aber an einem windgeschützten Plätzchen nur ein laues Lüftchen weht und man ins Schwitzen kommt? Antwort: Zwiebelprinzip! Im Prinzip muss man auf alles gefasst sein und sollte mehrere Schichten Kleidung tragen, derer man sich ggf. nach und nach entledigen kann.

Der NPS warnt an den Stränden ausdrücklich vor sneaker waves, Rip Currents, Unterkühlung und fehlenden Lifeguards. Wer mit dem Pazifik liebäugelt, sollte vorher einen Blick in die Beach-Safety-Broschüre werfen.

Point Reyes ist ein sehr guter Ort für whale watching. Außerdem lebt bei Tomales Point eine heute wieder stattliche Herde seltener Tule-Elche (tule elk).

My Visits

Point Reyes haben wir 1991 und 2015 besucht. Dazwischen lagen einige "Annäherungsversuche", die wir wegen dichten Nebels abgebrochen haben.

My Rating

Die Point Reyes National Seashore liegt vor den Toren der Weltstadt San Francisco und doch ist man dort quasi in einer anderen Welt.

Die Natur wirkt weitgehend unberührt und der gewaltige Pazifik lässt den Besucher ganz klein und schwächlich erscheinen, wenn dieser am Strand steht und überlegt, ob er oder sie (abgesehen von der Kälte der See) bei einem Bad die Brandung überleben würde.

Einfach grandios.

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