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Pinnacles National Park (CA)

(Letzte Änderung: 31.08.2018 @ 15:15)

John Muir war ein bemerkenswerter Mann. Nicht ohne Grund wurden zwei Fernwanderwege, ein National Monument, zahlreiche andere Natursehenswürdigkeiten, diverse Bildungseinrichtungen, eine Stiftung u.a.m. nach dem großen Schotten benannt.

1838 wanderte Muir im zarten Alter von elf Jahren mit seiner Familie nach Amerika aus. Dort lebte er auf einer Farm in Wisconsin und studierte später an der University of Wisconsin in Madison.

Muirs tief verwurzelte Naturverbundenheit befeuerte seine Arbeit als Wildnisforscher, Natur-Schriftsteller und einer der ersten Umweltlobbyisten Amerikas.

In dieser Funktion setzte er sich mit großem Engagement für eine ökologisch-ethische Bewusstseinsbildung ein. Im Jahr 1892 gründete Muir den Sierra Club, dessen langjähriger Vorsitzender er war. Der Sierra Club ist noch heute einer der größten und einflussreichsten Umweltschutzorganisationen Amerikas.

Damals gab es zwar schon drei Nationalparks (Yellowstone, Sequoia, Yosemite), dennoch war der Ökologiegedanke stark unterrepräsentiert. Der große Goldrausch war vorbei, die Besiedelung des amerikanischen Kontinents im Westen aber noch nicht abgeschlossen. Es dominierte noch immer die Sichtweise, dass die Natur zum Zwecke der landwirtschaftlichen Nutzung und Urbanisierung zu unterwerfen sei.

(Wenn man weiß, wie amerikanische Air Conditioning-Systeme im Sommer auf arktische Kälte und im Winter auf tropische Hitze eingestellt werden, kann man Zweifel hegen, dass diese Mentalität überwunden wurde.)

Muirs Gedankengut wurde von weiteren Protagonisten der damaligen Zeit unterstützt. Präsident Theodore Roosevelt und John D. Rockefeller sind nur zwei Mitstreiter, bei denen John Muir ein offenes Ohr sowie politische und finanzielle Unterstützung für seine Ideen fand. Roosevelt forcierte in seiner Amtszeit nicht weniger als 18 Nationalparks.

Was formal mit der Gründung des Yellowstone Nationalparks (1872) begann und mit der Arbeit von Muir und Gleichgesinnten fortgesetzt wurde, nahm am 10. Januar 2013 ein (hoffentlich vorläufiges) Ende. An diesem Tag wurde der 59. und bis dato jüngste amerikanische Nationalpark ins Leben gerufen: Pinnacles NP.

Damit sind wir beim Thema dieser Seite.

Der Pinnacles NP schützt abgelegenes kalifornisches Hinterland der Gabilan Mountains. Die Gegend ist vulkanischen Ursprungs. Seinen Namen verdankt der Park den spires, markanten Felsformationen, die an manchen Stellen wie Nadeln oder Zacken aus dem Boden wachsen.

Die Landschaft ist hügelig, relativ trocken und macht einen schwer zugänglichen Eindruck. Ein wenig erinnert das Bild an eine Kombination aus dem Chiricahua NM im Südosten Arizonas und dem El Malpais NM in New Mexico. Buschwerk durchsetzt mit Felsen, vorwiegend aus Lavagestein, wohin man auch blickt.

Pinnacles National Park

Bei einer Bewertung des Parks muss ich mich zurückhalten. Meine beiden Kurzbesuche 1994 und 2009 waren erstens auf den West-Teil des Parks (s. Erläuterung unten) beschränkt und zweitens wegen ihrer Kürze nicht aussagekräftig. Ich konnte nur einen ganz oberflächlichen Eindruck gewinnen. Die im Fact Sheet genannten, im Ost-Teil gelegenen, Highlights habe ich z.B. gar nicht gesehen.

Dennoch waren für mich die Abgeschiedenheit, Unwegsamkeit und der spröde Charme der Landschaft bemerkenswert. Und die Ruhe. Ich muss dem Pinnacles Nationalpark unbedingt noch einen Besuch abstatten. Und dann mehr Zeit mitbringen.

 

Fact Sheet

Location: Western California
Established: 2013
Visitation: 206.533(2015; 181/368) 1
Size: 107 km²
Elevation: lowest 824 ft (251 m)
highest 3.304 ft (1.007 m)
Information:official NPS site
Wikipedia
My Visits: 2009
My Rating:
Highlights: Bear Gulch Reservoir
High Peaks Overlook
Quelle: NPS Reports

1 Absolute Besucherzahlen sowie Rangplatz unter allen erhobenen 368 National Park Sites (Jahr 2015)

Hiking

Im Pinnacles National Park gibt es, wie in fast jedem US-Nationalpark, sehr gute Wandermöglichkeiten. Eine gute Übersicht findet sich auf der offiziellen Park-Website.

Camping

Auf der Ostseite des Parks (s. Erläuterung unten) gibt es einen Campingplatz: Pinnacles Campground. Reservierungen sind möglich. Weitere Infos: hier.

Directions

Der Pinnacles National Park liegt ca. 80 Meilen südlich von San Francisco und ebenso weit südöstlich von San Jose.

Der Park besteht aus einem Ost- und einem Westteil. Zwischen beiden gibt es keine direkte Straßenverbindung. Um mit dem PKW von einem Teil in den anderen zu gelangen, muss als kürzeste Route eine 100 km-Strecke über King City im Süden einkalkuliert werden (Fahrtzeit ca. 90 Minuten).

Bei Wikipedia finden Sie die offizielle Park-Map.

GPS-Koordinaten Pinnacles NP

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)

GPS Bear Gulch Day Use Area: 36.480996,-121.18068
GPS Pinnacles Campground: 36.490795,-121.147764

Good to know

Abgesehen von Wikipedia und der offiziellen Park-Website ist es schwierig im Internet Infos über den Pinnacles NP zu finden. Bitte nicht mit dem gleichnamigen Nationalpark in Australien verwechseln.

Es handelt sich um einen der jüngsten Nationalparks der USA. Bei meinem Besuch 2009 war er noch ein National Monument und wurde erst 2013 von Präsident Obama zu einem Nationalpark aufgewertet. Hauptgrund: Schutzgebiet für den Kalifornischen Kondor.

Es gibt zwei durch Bergstürze entstandene Höhlen, sog. talus caves: Bear Gluch Cave und Balconies Cave. Diese können begangen werden. Nähere Infos: hier.

Der Pinnacles Nationalpark ist ein wichtiges Schutzgebiet zur Wiederansiedlung des kalifornischen Kondors. Der Vogel war von 1987 - 1992 in freier Wildbahn ausgestorben.

Achtung: Im Pinnacles Nationalpark brütet nicht nur der amerikanische Kondor, sondern in den Sommermonaten auch die Hitze. Temperaturen um die 40 Grad C sind keine Seltenheit.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 17 Farbbildern. Die Bilder stammen aus dem Jahr 2009.