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Joshua Tree National Park (CA)

(Letzte Änderung: 30.08.2018 @ 14:37)

(Quelle: Wikipedia)

Das ist das Intro eines der besten Songs auf einem der besten Alben von einer der - wie ich damals fand - besten Bands überhaupt. Kommen Sie drauf? (Auflösung ganz unten auf dieser Seite.)

Es war 1987, U2 waren auf dem Höhepunkt ihres Könnens und brachten ihr fünftes Studioalbum raus: The Joshua Tree. Damals habe ich die Platte rauf und runter gehört und mich dauernd gefragt, was zum Henker ein Joshua Tree ist.

Den gleichnamigen Nationalpark kannte ich nicht, meine USA-Leidenschaft sollte erst zwei, drei Jahre später entflammen. Von trees irgendeiner Gattung auf dem Plattencover keine Spur. (Das Coverbild entstand am komplett vegetationslosen Zabriskie Point im Death Valley.) Internet gab´s in Haushalten noch nicht, der gute alte Brockhaus konnte mit dem Begriff joshua tree auch nichts anfangen und in meinem Freundeskreis: Schulterzucken. Keine Ahnung alle Mann.

Es blieb ein Rätsel. Erst vier Jahre später, auf meiner ersten USA-Reise, lernte ich, dass joshua trees wohl diese verkrüppelten und etwas abweisend wirkenden Gewächse sind, die wie eine Kreuzung aus Kaktus, Agave und Palme aussehen. Man begegnet ihnen in den Wüstengebieten Kaliforniens, Arizonas und Utahs häufig. Manchmal stehen sie vereinzelt und ein wenig trostlos am Straßenrand, dann wieder gibt es regelrechte Joshua Tree Wälder so weit das Auge reicht.

Wenig überraschend stehen auch im Joshua Tree National Park viele Exemplare dieser Spezies, wobei sich der Nationalpark in dieser Beziehung wenig von der umgebenden Mojave-Wüste abhebt. Faszinierend ist eher die Kombination aus Joshua Tree Wäldern und bizarrer Felsenlandschaft, die man außerhalb des Parks in dieser Intensität nur selten findet.

Jumbo Rocks Joshua Tree National Park Joshua Tree National Park

Der Joshua Tree NP liegt mitten in der Mojave Desert und dementsprechend sind die Verhältnisse. Knochentrockene Luft (die bei mir leicht Schleimhautreizungen bewirkt), grandiose Sternenhimmel und extreme Hitze im Sommer.

2005 sind wir von San Diego aus in den Park gefahren und wollten auf dem Cottonwood Campground übernachten. Schon die Anfahrt war ein Graus, es gibt auf dem Interstate 10 einen ewig langen Anstieg und unser Wohnmobil war kühltechnisch gesehen am Limit. Der Kühlschrank lief auf Hochtouren und trotzdem wurde langsam alles warm. Der Boden zwischen den Vordersitzen glühte von der Motorhitze. Der Spritverbrauch war extrem.

Als wir auf dem Campingplatz ankamen, wurde uns langsam bewusst, was wir eigentlich für einen Unsinn verzapft hatten. Weit und breit keine Menschenseele und wir dachten schon, dass wir evtl. keinen Stellplatz mehr bekommen würden wegen der späten Anreise. Nachts war es brütend heiß, die Motorwärme stieg noch stundenlang hoch und man konnte nicht einmal richtig lüften, weil draußen Milliarden stechfreudiger Insekten am Start waren. Manche von diesen Biestern kamen sogar durch die Moskitogitter. Muss ich nicht noch einmal haben.

Es war einfach furchtbar und das am ersten Geburtstag meiner Tochter. (Keine Angst, die Kleine war putzmunter, hat abends als einzige geschlafen und insgesamt die Hitze nur mit Pampers bekleidet am besten von allen weggesteckt. Außerdem ging es am nächsten Tag in kühlere Gefilde gen Norden.)

Ein Erlebnis war auch der Sturm, den ich im Oktober 2008 erlebt habe. Ich habe mich mit meinem Zelt rumgequält und wusste nicht, wie ich es bei dem Wind aufbauen sollte. Im Schutz der Riesenfelsen auf dem Jumbo Rocks Campground hat es schließlich geklappt. Nachts heulte der Wind und Staub und Sand fegten über den Campingplatz, dass an Schlaf nicht zu denken war.

Mit einigen Abstand sind das alles Erfahrungen, die ich nicht missen möchte. Irgendwie gehört so etwas zur Wüste dazu. Der Joshua Tree Nationalpark steht bei mir hoch im Kurs und bekommt vier Sterne.

 

Fact Sheet

Location: South Eastern California
Established: 1994
Visitation: 2.025.756 (2015; 44/368) 1
Size: 3.196 km²
Elevation: lowest 1.780 ft (542 m)
highest 5.813 ft (1.771 m)
Information:official NPS site
Wikipedia
My Visits: 1994, 2005, 2008
My Rating:
Highlights: Keys View
Hidden Valley
Jumbo Rocks Campground 
Cholla Cactus Garden
Quelle: NPS Reports

1 Absolute Besucherzahlen sowie Rangplatz unter allen erhobenen 368 National Park Sites (Jahr 2015)

Climate

Hiking

Ich habe wenig Erfahrung mit Wandern im Joshua Tree NP. Im Sommer steht mir der Sinn nach anderen Dingen, als bei 40 Grad im nicht vorhandenen Schatten durch die Wüste zu laufen.

2005 (Mitte Juli) bin ich frühmorgens um 5.30 Uhr losmarschiert und habe den Mastodon Peak Trail gemacht. Der Weg ist wunderschön, herrlich leuchteten die Felsen im weichen Licht der aufgehenden Sonne. Als ich gegen 7.30 Uhr wieder am Cottonwood Campingplatz war, war es schon so warm, dass ich nicht mehr hätte loslaufen wollen. Im Sommer sollten Wanderfreunde als wahre earlybirds sein.

Auf der offiziellen Park-Website finden Sie eine Übersicht über diverse Wanderwege.

Camping

Ungewöhnlich, dass ein campground unter den Highlights (s. Factsheet) auftaucht.

Jumbo Rocks ist aber mehr als nur ein fantastischer Campingplatz. Auf den Felsen, die dem Platz seinen Namen gegeben haben, können Sie - z.T. direkt von Ihrer campsite aus - klettern, dass es nur so eine Wonne ist. Das ist nicht sonderlich schwierig und macht definitiv nicht nur Kindern Spaß, zumal die Aussicht von oben über das Felsenmeer der Umgebung sagenhaft ist.

Nachts auf einem der flachen Felsen sitzend oder liegend den Sternenhimmel betrachten - ganz groß (allerdings halte ich mich gerade in der Dämmerung gerne von Felsspalten o.ä. fern - wenn man großes Pech hat, ist da eine rattlesnake oder ein Skorpion unterwegs).

Es gibt weitere Campingplätze, zu denen Sie hier eine gute Übersicht finden.

Directions

Der Joshua Tree NP liegt in relativer Nähe der großen Ballungszentren Südkaliforniens. Das ist auch der Grund, warum er relativ hohe Besucherzahlen aufweist. Besonders im Winter und Frühjahr kommen viele, die dem Großstadttumult in L.A. oder San Diegos entfliehen wollen.

Von Downtown L.A. sind es 133 Meilen, die bei guter Verkehrslage in 2,5 Stunden zu schaffen sind. Von Downtown Sand Diego sind es 165 Meilen.

Die offizielle Park-Map finden Sie bei Wikipedia.

GPS-Koordinaten Joshua Tree NP

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)

GPS Cottonwood Campground: 33.74531, -115.81296
GPS Jumbo Rocks Campground: 33.99205, -116.0626
GPS Keys View: 33.92709, -116.187391
GPS Hidden Valley Campground: 34.01804, -116.163136
GPS Oasis Visitor Center: 34.1288914, -116.0377794

Good to know

Der Joshua Tree NP ist einer der jüngsten Nationalparks der USA. Bei meinem ersten Besuch im Spätsommer 1994 war es noch ein National Monument. Erst am 31. Oktober 1994 erfolgte die Umwidmung.

Wenn Sie von L.A. oder San Diego aus nach Las Vegas wollen, ist der Joshua Tree NP als Zwischenstation eine Überlegung wert. Im Sommer würde ich allerdings auf´s Campen verzichten und mir ein klimatisiertes Motel suchen.

Der Jumbo Rocks Campground liegt nicht nur wunderschön im Wonderland of Rocks, sondern eignet sich wegen seiner zentralen Lage auch sehr gut als Ausgangspunkt für die Erkundung des Parks.

Wenn Sie nicht im Nationalpark dirkekt campen möchten, ist Palm Springs als Ausgangspunkt keine schlechte Wahl. Palm Springs gilt als mondän, mindestens als hip, wovon ich allerdings nicht so viel bemerkt habe.

Das Intro (s.o.) ist von Where the strees have no name.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 119 Farbbildern. Die Bilder stammen aus den Jahren 1994, 2005 und 2008.