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Cabrillo National Monument (CA)

(Letzte Änderung: 17.09.2022 @ 9:20)

Der spanische Einschlag Kaliforniens ist offensichtlich und begegnet im Alltag regelmäßig. In demografischer bzw. ethnischer Hinsicht - Hispanisierung, Spanglish und Minority-Majority sind hier Schlagworte (Quellen: www.welt.de sowie Wikipedia) - aber auch kulturell und geschichtlich.

Schauen Sie sich nur die Städtenamen an: San Francisco, Los Angeles, San Jose, Santa Barbara, San Diego, Santa Clarita, Sana Cruz usw. Die könnten dem Klang nach auch samt und sonders in Kastilien oder Andalusien liegen.

Die Spanier trieben die Besiedlung des heutigen Kaliforniens voran. Davon zeugen z.B. die zwischen 1683 and 1834 im Auftrag der spanischen Krone errichteten und noch heute vorhandenen Missionen. Deren primäre Aufgaben bestanden darin, spanische Territorialansprüche zu zementieren und die einheimische indigene Bevölkerung zum römisch-katholischen Glauben zu überreden.

El Camino Real (spanisch: Königsweg) heißt der 970 km lange historische Weg, der Zur Zeit seiner längsten Ausdehnung einundzwanzig dieser Missionsstationen, drei spanische Ansiedlungen und vier spanische Garnisonen - jeweils einen Tagesritt voneinander entfernt - miteinander verband.

Dieser königliche Weg begegnet dem Kalifornien-Urlauber an verschiedenen Stellen. Durch Straßenschilder wird man darauf hingewiesen, dass z.B. die Interstate 5 zwischen der mexikanischen Grenze und Anaheim dem Verlauf des historischen Camino Real folgt. Gleiches gilt für Highway 101 zwischen Los Angeles und San Jose, die CA 82 von San Jose bis San Francisco und andere Straßen.

Dass es ausgerechnet die Spanier waren, die Kalifornien als Kolonie in Beschlag nahmen, ist kein Zufall. Nach der mehr oder weniger zufälligen Entdeckung Amerikas durch den Genuesen Christoph Columbus im Jahr 1492, waren es vor allem unter spanischer Flagge segelnde Entdecker, die die kalifornische Küste erkundeten und für ihren Auftraggeber reklamierten. (Allerdings war auch England in Person von Sir Francis Drake im Rennen um die europäische Vorherrschaft in Kalifornien.)

Einer dieser Männer im Auftrag des spanischen Königshauses war der Portugiese (!) Juan Rodríguez Cabrillo. Am 28. September 1542 landete er als erster Europäer überhaupt an der Westküste Nordamerikas.

Cabrillo gab der Bucht, in der er landete, den Namen San Miguel. 60 Jahre später wurde die Bucht vom spanischen Entdecker Sebastian Vizcaino in San Diego umgetauft. So heißt sie bis heute. Die genaue Stelle, wo Cabrillo vermutlich amerikanischen Boden betrat, wird Ballast Point genannt. (Quelle: NPS)

Zum Leben Cabrillos zitiere ich Wikipedia:

"Es ist nur wenig über Cabrillo bekannt, bis er 1519 in den Listen der Armee von Hernán Cortés auftauchte. 1520 kam er als Soldat unter der Führung von Pánfilo de Narváez von Kuba nach Mexiko. Nach dem Sieg über die Azteken schloss er sich verschiedenen militärischen Expeditionen im heutigen Südmexiko, Guatemala und San Salvador an. Als Lohn erhielt er Land in Guatemala, wo er zu Reichtum durch Goldabbau unter Zuhilfenahme indianischer Zwangsarbeiter gelangte. 1532 segelte er nach Spanien, heiratete Beatriz Sanchez de Ortega und kehrte mit ihr nach Guatemala zurück. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor. Er etablierte sich als Geschäftsmann in Guatemala, indem er mittels selbstgebauter Schiffe von spanischen Handwerkern entlang der Pazifikküste Handel trieb."

Leider konnte Cabrillo Ruhm und Ehre ob seiner Entdeckung nicht lange genießen. Nur ein Jahr später starb er an den Folgen von Wundbrand.

Zum Gedenken an Cabrillo wurde am 14. Oktober 1913 an der Spitze der Point Loma Peninsula das Cabrillo National Monument errichtet und eingeweiht.

Zwei Bauwerke fallen hier sofort ins Auge: Der Old Point Loma Leuchtturm, ein Symbol San Diegos seit 1854, und eine vier Meter hohe Statue Cabrillos. Diese wurde im Auftrag der portugiesischen Regierung (Erinnerung: Cabrillo war Portugiese!) 1939 von dem Bildhauer Alvaro de Bree angefertigt und den Vereinigten Staaten geschenkt.

Noch bemerkenswerter finde ich allerdings den grandiosen Ausblick, den man von dem auf einem kleinen Berg gelegenen Cabrillo National Monument hat. Unten tummeln sich schneeweiße Jachten im tiefblauen Wasser der San Diego Bay, manchmal gleiten auch größere Segelschiffe mit graziler Eleganz vorbei. Für Segelfreunde muss diese Location nicht nur angesichts der überwältigenden historischen Implikationen ein Paradies sein.

Fotografen erfreuen sich daran, dass der Blick bis nach Downtown und Coronado reicht und man an klaren Tagen auch Tijuana (Mexiko) am Horizont und das Küstengebirge östlich von San Diego sehen kann. Dahinter beginnt dann recht bald die Colorado Desert.

Juan Cabrillo San Diego Bay

Hiking

Es gibt hier einen sehr schönen einfachen Spazierweg. Der zwei Meilen lange Bayside Trail führt durch typische Küstenvegetation und bietet herrliche Ausblicke auf die San Diego Bay.

Ein prima Rundweg für einen relaxten Nachmittagsausflug.

Camping

Camping ist im Cabrillo National Monument nicht möglich.

Directions

Das Cabrillo National Monument liegt im Stadtgebiet von San Diego westlich von Coronado. Am besten ist es zu erreichen über die Interstate 5 (Exit: Hawthorne Street/Airport).

Von Downtown aus nimmt man folgende Route: Harbor Drive - Rosecrans Street - Canon Street - Catalina Boulevard.

GPS-Koordinaten Cabrillo NM

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):

GPS Cabrillo NM: 32.673056, -117.238611

Good to know

Das Cabrillo National Monument bietet zwar einen der besten Aussichten über die San Diego Bay, allerdings ist die Entfernung nach Downtown relativ weit. Man braucht ein starkes Tele. Probleme: Dunst und Luftverwirbelungen über dem Wasser trüben die Sicht teilweise erheblich.

Kurz bevor man das Cabrillo National Monument erreicht, kommt man an einem großen Friedhof vorbei: Fort Rosecrans National Cemetery. Von hier gibt es sehr schöne, nicht ganz so distanzierte, views auf die San Diego Skyline. Natürlich sollte man beim Betreten des Friedhofs entsprechenden Respekt wahren.

Wenn man vom Cabrillo National Monument rüber nach Downtown guckt, sieht man eine große unbebaute und öde wirkende Fläche. Dabei handelt es sich um militärisches Sperrgebiet: U.S. Naval Air Station North Island.

My Visits

Das Cabrillo National Monument habe ich 2009 besucht.

My Rating

My Rating

Wenn Sie in San Diego sind und eine Strandpause gebrauchen können, ist das Cabrillo NM ein guter Tipp.