Burro Schmidt-Tunnel Road (CA)
(Letzte Änderung: 22.05.2026 @ 12:39)
Burro Schmidt-Tunnel Road und Wüstengeschichte
Es hätte klappen können, so gerade eben.
Am Himmel türmten sich Wolken auf, die kaum bedrohlicher hätten sein können. Doch sie hielten dicht. Noch.
Außerdem drängte die Zeit. Also gab es gleich mehrere Fragezeichen, ob es sinnvoll wäre, noch heute zum Burro Schmidt Tunnel zu fahren.
Last Chance Canyon, Tunnel und BLM-Landschaft
Und der Tunnel: rund 800 m lang und wahrscheinlich stockdunkel.
Exkurs: Die Geschichte des Burro Schmidt Tunnels
Es ist eine historische Leistung – ein Handwerk-Tunnel, den William Henry „Burro" Schmidt (1871–1954) von 1906 bis 1938 mit Spitzhacke, Schaufel und Sprengstoff durch massives Granitgestein getrieben hat. Allein mit diesen primitiven Werkzeugen und einer Schubkarre räumte er etwa 5.800 Tonnen Gestein aus.
Der Grund: Als Goldgräber in den El Paso Mountains musste er einen gefährlichen Bergrücken überwinden, um seine Erze zum Schmelzofen nach Mojave zu bringen. Statt seine Burros (Esel) darunter zu treiben, entschloss sich Schmidt, lieber durch den Berg zu graben. Ironischerweise wurde 1920 eine normale Straße aus dem Last Chance Canyon nach Mojave fertiggestellt – doch Schmidt grub unverdrossen weiter.
Der Spitzname „Burro" leitet sich offiziell von seinen Lasttieren ab. Allerdings behaupten manche Stimmen auch, er verdanke sich Schmidts eigener Hartnäckigkeit: Er war so störrisch wie ein Esel – und ließ sich von nichts abbringen, auch nicht von einer inzwischen überflüssigen Arbeit.
Der Tunnel ist heute im National Register of Historic Places eingetragen. (Quelle: Wikipedia: Burro Schmidt Tunnel)
Gesamtbilanz: nicht nur zwei Fragezeichen, sondern drei handfeste Gründe, die gegen das Unterfangen sprachen. Und was machen wir: fahren trotzdem - was Unsinn war.
Und dann spielt höhere Gewalt Schicksal. Ungefähr einen Kilometer vor dem Tunnel ist die Straße dicht.
Auf dem Rückweg legten wir noch einen Stopp beim Bickel Camp ein.
Die El Paso Mountains bei ganz spätem Licht - wunderschön!
Zurück auf der Last Chance Canyon Road:
Wichtig ist die Einordnung: Die Route liegt auf BLM-Land im Bereich des Ridgecrest Field Office, rund um den Last Chance Canyon. Das ist kein State Park, sondern offenes Wüstenland mit unterschiedlichen Nutzungs- und Schutzkategorien.
Directions
GPS-Koordinaten Burro Schmidt-Tunnel Road
(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)
GPS Highway #14/Last Chance Canyon Road: 35.50064, -117.94903
GPS Bickel Camp: 35.43623, -117.8865
GPS Holy Ash Mine: 35.44846, -117.89933
GPS Burro Schmidt Tunnel: 35.41048, -117.87625
Good to know
Es gibt keine Eintrittsgebühren. Primitive Camping ist auf vielen BLM-Flächen erlaubt, üblicherweise mit einem Stay Limit von 14 Tagen. Für Lagerfeuer kann in Kalifornien je nach Saison und Restriktionen ein California Campfire Permit nötig sein.
Zur Route selbst: Früher wurde die Gegend oft pauschal als Spielwiese für Offroad-Fans beschrieben. So pauschal sollte man das heute nicht mehr sagen. Ab dem 24.03.2026 greifen in Teilen des West Mojave neue bzw. verschärfte OHV-Schließungen; was konkret befahrbar bleibt, sollte man direkt vor Ort bzw. beim BLM prüfen.
Noch wichtiger: Die El Paso Mountains Wilderness liegt ebenfalls in der Gegend, dort sind motorisierte und mechanische Fahrzeuge tabu.
Zum Tunnelstatus selbst formuliere ich lieber vorsichtig: Ob der Burro Schmidt Tunnel aktuell frei zugänglich, zeitweise blockiert oder aus Sicherheitsgründen eingeschränkt ist, sollte man unmittelbar vor dem Abstecher gegenprüfen.
Und noch der obligatorische Warnhinweis: verlassene Minen- und Tunnelstrukturen sind potenziell gefährlich. Dazu kommen Flash Floods im Last Chance Canyon, abrupte Wetterumschwünge und teilweise kaum Hilfe vor Ort.
4WD ist nicht zwingend erforderlich, wenn die Straße trocken ist. Wenn nicht, hilft 4WD im Prinzip auch nicht weiter.
Hier noch ein Eindruck von der Fahrt:
My Visits
Den Tunnel habe ich ja leider nicht sehen können. Insofern wird das bisher einzige Mal 2022 hoffentlich nicht der letzte Trip bleiben.
Coole Strecke! Nicht ganz grandios, aber doch ein netter Abstecher ins Backcountry der El Paso Mountains.
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