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Yosemite National Park (CA)

(Letzte Änderung: 31.08.2018 @ 15:38)

Für viele Amerikaner ist Yosemite DER Nationalpark des amerikanischen Westens.

Klar, es gibt den Grand Canyon, aber der liegt irgendwo in the middle of nowhere. Miles away from nothing! Außerdem erschöpfen sich die Freizeitaktivitäten dort im Wesentlichen auf zwei Dinge: vom Rand aus staunend reingucken (hoffentlich ist kein Nebel!) oder reinwandern und unter Schmerzen zurückkraxeln. Anschließend kann man mit seinem brandneuen T-Shirt (Aufdruck: I crawled the Canyon!) Wunden lecken gehen. (Diese Shirts gab es 1991 wirklich.)

Kein Vergleich zum Yosemite National Park: Fährt man morgens den SUV irgendwo in einem Suburb der San Francisco Bay Area aus der Garage, kann man noch in Ruhe 500 Kilo Campingausrüstung, Frau und Kinder verstauen und ist trotzdem nachmittags auf der (hoffentlich) reservierten campsite im Valley. Fahrtzeit ca. vier Stunden. Von Downtown L.A. aus sind fünfeinhalb Stunden (bei gutem Verkehr) immer noch akzeptabel.

Aber nicht nur die günstige Lage zu den kalifornischen Mega-Ballungsgebieten um San Francisco und L.A. (von Fresno, Sacramento usw. ganz zu schweigen) sorgt dafür, dass der Yosemite National Park mit jährlich ca. vier Millionen Besuchern ganz weit oben in der Besucherstatistik des National Park Service liegt. Der in der Sierra Nevada gelegene Park ist einer der spektakulärsten Naturschutzgebiete der USA überhaupt.

Yosemite Valley ist ein durch Gletschererosion entstandenes Tal voll erhabener Schönheit. Auf einer Länge von dreizehn Kilometern gibt es traumhafte Natur pur: Wasserfälle stürzen von steilen Klippen in die Tiefe (z.B. Yosemite Falls, Sentinel Falls, Bridalveil Falls), kolossale 1000 m hohe Granitfelsen (El Capitan) umranden grüne Wiesen und Wälder, schneebedeckte Gipfel spiegeln sich im Frühjahr im Bergsee (Mirror Lake), Sequoia-Mammutbäume wachsen scheinbar endlos in den Himmel (z.B. Mariposa Grove) und der Merced River plätschert leise vor sich hin. Habe ich irgendetwas in dieser imposanten Aufzählung vergessen?

Yosemite National Park Merced River Yosemite National Park

Die gewaltigen Ausmaße des Yosemite Nationalparks werden deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass das berühmte Yosemite Valley flächenmäßig nur ein Prozent (!) des Parks ausmacht. Der weitaus größte Teil (knapp 90%) besteht aus kaum erschlossenem backcountry, der Yosemite Wilderness, durch die die berühmte Tioga Pass Road führt.

Diese hochalpine Straße ist eine Attraktion für sich. Sie führt über den 3031 m hohen Tioga Pass und verläuft an dieser Stelle ca. 1800 m über dem Yosemite Valley. Während im Tal im Sommer oft die Luft zu stehen scheint und eine unangenehm schwüle Hitze herrscht, ist es hier oben erfrischend kühl. Die Aussicht auf die Berggipfel, z.B. den markanten Half Dome, ist fantastisch.

Hier der Blick vom Olmested Point auf besagten "halben Dom":

Olmsted Point Yosemite National Park

Kurz hinter dem Olmsted Point kommt in östlicher Richtung mein persönliches Highlight des Yosemite National Parks: Tenaya Lake. Einen schöneren See habe ich noch nirgendwo gesehen. Wie gemalt, fast schon kitschig. Ein Postkartenmotiv jagt hier das nächste. Man kann Bootfahren und an heißen Tagen sogar ein erfrischendes Bad nehmen (habe ich 2005 ausprobiert auf der Jagd nach dem wegtreibenden Wasserspielzeug meiner Tochter).

Tenaya Lake Yosemite National Park Tenaya Lake Yosemite National Park

Den schönsten Ausblick auf den Half Dome und das gesamte Yosemite Valley hat man meines Erachtens vom 2199 m hoch gelegenen Glacier Point.

Glacier Point Yosemite National Park

Dass der Yosemite National Park in der Gunst der Besucher so weit oben steht, ist nur allzu verständlich. Ich kann mich dem Urteil mit fünf Sternen anschließen. Der Park wurde 1984 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt und hat damit auch formal den ihm gebührenden globalen Stellenwert erhalten.

 

Fact Sheet

Location: Eastern California
Established: 1890
Visitation: 4.150.217 (2015; 19/368) 1
Size: 3.081 km²
Elevation: lowest 2.105 ft (641 m)
highest 13.114 ft (3.997 m)
Information:official NPS site
Wikipedia
My Visits: 1991, 2005, 2009, 2015
My Rating:
Highlights: Tenaya Lake
Olmsted Point
Tunnel View Overlook 
Yosemite Falls
Glacier Point
Quelle: NPS Reports

1 Absolute Besucherzahlen sowie Rangplatz unter allen erhobenen 368 National Park Sites (Jahr 2015)

Climate

Normal Daily Max (Max) and Normal Daily Min (Min) in Degrees Fahrenheit

Hiking

Folgerichtig erscheint, dass eine dermaßen grandiose Gegend wie den Yosemite National Park auch zwei der großen amerikanischen Fernwanderwege nicht auslassen. Der John Muir Trail und Pacific Crest Trail verlaufen durch den Park.

Während diese kolossalen Wege für die meisten Touristen wohl höchstens etappenweise eine Alternative sind, gibt es neben hervorragenden backcountry-Wandermöglichkeiten day hiking trails wie Sand am Meer. Die Möglichkeiten sind so zahlreich, dass ich sie hier nicht alle einzeln aufführen kann. Eine gute, nach Parkregionen unterteilte, Übersicht findet sich auf der offiziellen Website des National Park Service.

Einen - wegen ihrer weltweiten Bekanntheit - besonderen Stellenwert hat die Wanderung auf den Half Dome. Vielen Adrenalin-Junkies gibt dieser hike erst den richtigen Kick. Dabei ist für diese knallharte ganztägige Wanderung körperliche Fitness eine Grundvoraussetzung. Das ist beileibe kein gemütlicher Spaziergang.

Die folgende Warnung sollte man ernst nehmen, sie sollte aber geübte Wanderer mit guter Konstitution und seriöser Vorbereitung nicht von einem vermutlich grandiosen Erlebnis abschrecken:

"Today, thousands of people reach the summit. For most, it is an exciting, arduous hike; for a few, it becomes more of an adventure than they wanted. Indeed, park rangers assist hundreds of people on the Half Dome trail every summer. ... The 14- to 16-mile round-trip hike to Half Dome is not for you if you're out of shape or unprepared. You will be gaining elevation (for a total of 4,800 feet) most of your way to the top of Half Dome. ... Most hikers take 10 to 12 hours to hike to Half Dome and back; some take longer." (Quelle: www.nps.gov)

Ein sehr populärer Trail führt vom Glacier Point runter ins Yosemite Valley (Happy Isles): das ist der Panorama Trail in der Bergab-Version. Nähere Infos zu dieser Variante finden Sie auf der oben angegebenen offiziellen Website und hier. Ich habe das 2015 selbst ausprobiert, war aber nicht so begeistert, wie manch Anderer. Der Weg bietet zwar schöne Ausblicke ins Valley, aber nach dem fünften ähnlich hübschen Blick ins Tal, wird selbst das ein wenig langweilig, außerdem nervt das permanente Bergablaufen. Es gibt auch Leute, die im Tal starten und bergauf und bergab wandern, was zumindest unter Workout-Gesichtspunkten interessant erscheint.

Camping

Auch Camping wird im Yosemite NP groß geschrieben. Im Yosemite Valley gibt es leider nur drei Campingplätze (North Pines, Lower Pines, Upper Pines), was im Sommer dazu führt, dass hier ohne sehr frühzeitige Reservierung gar nichts geht. Absolut aussichtslos!

Wenn die Plätze im Valley voll sind, bleibt nur noch das Ausweichen auf die campgrounds entlang der Tioga Pass Road oder Hodgdon Meadow bzw. Crane Flat.

Zu sämtlichen Campingmöglichkeiten finden Sie hier eine gute Übersicht.

Directions

Der Yosemite NP kann wie folgt erreicht werden:

Aus dem Nordwesten, z. B. von San Francisco aus, über die CA 120, aus westlicher Richtung über die CA 140, aus Richtung Süden (z. B. Fresno) über die CA 41 und von Osten über die Tioga Pass Road (CA 120).

Die Tioga Pass Road stellt eine sehr wichtige Ost-West Verbindung dar, die recht große Umwege über die CA 108 im Norden erspart. Eine Umgehung der Sierra Nevada im Süden ist grausam langwierig. Man muss bis Bakersfield runter.

GPS-Koordinaten Yosemite NP

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)

GPS Upper Pines Campground: 37.73611, -119.5625
GPS Tenaya Lake: 37.8307576, -119.459327
GPS Yosemite Valley Visitor Center: 37.7486, -119.5880
GPS Tunnel View Overlook: 37.71576, -119.67718

Good to know

Erst einmal die richtige Aussprache, mit der ich anfangs zu kämpfen hatte. Nicht "Joes Maid", sondern "Jo-se-mi-ti". Yosemite bedeutet so viel wie "Jene, die töten". Gemeint ist ein Indianerstamm.

Die beliebte "Stichtag-Hörfunkserie" des Westdeutschen Rundfunks hat sich auch mit der Gründung des Yosemite Nationalparks am 1. Oktober 1890 beschäftigt. Der vollständige Beitrag ist als Podcast abrufbar.

Im Hochsommer ist das Yosemite Valley restlos überlaufen. An Wochenenden bricht regelmäßig verkehrs- und parkplatztechnisches Chaos aus. Hin und wieder wird das Valley sogar gesperrt.

Wer an Sommerwochenenden im Valley ohne Reservierung campen möchte, ist chancenlos. Selbst unter der Woche sieht es übel aus, es sei denn Sie stehen ganz früh auf der Matte und haben großes Glück.

Wenn Sie spät dran sind, kann es passieren, dass sämtliche campgrounds im Park, auch an der Tioga Pass Road, überfüllt sind. Das Problem hatten wir schonmal und mussten bis zum June Lake ausweichen.

Zu den Modalitäten der Campingplatzreservierung hat der NPS eine separate Informationsseite eingerichtet. Frühes Buchen ist erforderlich!

Vielleicht möchten Sie nicht campen, sind aber ungewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten in der Yosemite Area gegenüber aufgeschlossen. Dann könnte die Website 9 Unusual Places to Stay Near Yosemite National Park interessant sein.

Im Valley fährt ein kostenloser Shuttle. Das ist eine sehr zu empfehlende Alternative, von der ich auch schon Gebrauch gemacht habe. Funktioniert tadellos und ist für alle Beteiligten sehr entspannend. Es gibt auch einen Shuttle, der hoch zum Glacier Point führt.

Wenn Sie auf Wasserfälle stehen, sind die Monate April, Mai und Juni wegen der Schneeschmelze ein Tipp. Mitte August sind manche Fälle nur noch kleine Rinnsale.

Auch der Mirror Lake ist nur im Frühjahr oder Frühsommer vorhanden. Im Hochsommer ist er ausgetrocknet und das Schauspiel mit den sich spiegelnden Bergen erscheint wie eine Fata Morgana.

Wenn Sie relativ früh im Jahr unterwegs sind, wozu z.B. auch Anfang Juni zählt, kann es passieren, dass die Tioga Pass Road noch gesperrt ist. Vorher erkundigen, evtl. droht sonst ein böser Umweg (s.o.).

Abgesehen davon, dass Tenaya Lake unübertroffen schön ist, eignet sich der See auch zum Baden. Probieren nur ganz wenige aus, aber geht gut. Lake Tahoe ist kälter.

Vielleicht möchten Sie einen schöneren See als Tenaya Lake aufspüren: Nur zu, es gibt 3200 natürliche Seen im Yosemite NP. In Worten: dreitausendzweihundert!

Im Yosemite Nationalpark kann es passieren, dass Sie eine Bärenbegegnung haben. Ist uns auch währende einer Wanderung zu den Lower Falls passiert und kein Grund zur Panik: Zur richtigen Verhaltensweise: click.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 119 Farbbildern. Die Bilder stammen aus den Jahren 2005, 2009 und 2015.