Arizona (AZ)
(Letzte Änderung: 22.05.2026 @ 17:10)
Arizona ist quasi so etwas wie das Epizentrum des Wilden Westens.
Das begann medial mit den Werken von Karl May in den 1890er Jahren und fand seine Fortsetzung in der Zeit der großen Western-Filme der 1950er oder 1960er Jahre. Spätestens seit dieser Zeit haben sich die Naturschönheiten Arizonas auf der kollektiven Netzhaut eingebrannt und sind zum Wahrzeichen für Amerikas Westen geworden.
Lassen Sie uns für einen Augenblick in Erinnerung schwelgen und an die vielen Filme denken, die im Monument Valley ("John Ford country") entstanden sind (z.B. The Searchers, 1956 oder Cheyenne Autumn, 1964). In Arizonas zweiter Westernhochburg, dem red rock country um Sedona, wurden alleine 43 Filme gedreht (z.B. Cheyenne, 1947 oder Copper Canyon, 1950).
Dann ist da noch die blütenübersäte Öde des südlichen Arizonas um Tucson oder Phoenix - ebenfalls Schauplatz zahlreicher Hollywood-Streifen. Kennen Sie die grandiose Western-Serie High-Chaparrel, die dort spielt? Die Liste ließe sich beinahe endlos fortsetzen.
Manche Sehenswürdigkeiten Arizonas sind so bekannt, dass sie in keiner Aufzählung der TOP-10 USA-Highlights fehlen dürfen. Der Begriff Tsé Biiʼ Ndzisgaii aus der Sprache der Navajo sagt Ihnen in diesem Zusammenhang z.B. vielleicht nichts, die anglo-amerikanische Übersetzung kennen Sie hingegen: Monument Valley. Auch der Grand Canyon dürfte dem einen oder anderen durchaus geläufig sein.
Arizona hat alles, was man von einer Wildwest-Kulisse erwartet: Kakteen, zerklüftete Canyons, Berge, wüstenähnliches Ödland, glühende Hitze im Sommer, Klapperschlangen und Skorpione. Nicht so bekannt ist, dass in Arizonas Westen Wassersportler voll auf ihre Kosten kommen. Der Colorado River sowie die Stauseen Lake Havasu, Lake Mohave und Lake Mead bieten vielfältige Recreation-Möglichkeiten für Wasserratten - Sonnenscheinstunden ohne Ende inklusive.
Arizona ist allerdings auch durch vergleichsweise liberale Waffengesetze und eine starke Urbanisierung vor allem im Großraum Phoenix gekennzeichnet (Quelle: Giffords Law Center).
Die Grenze zu Mexiko bleibt für Arizona ein politisch und gesellschaftlich hoch sensibles Dauerthema. In einzelnen Abschnitten (vor allem in schwer zugänglichem Wüsten- und Gebirgsgelände) schwanken die Aufgriffszahlen stark von Jahr zu Jahr; zusätzlich verlagern sich Routen immer wieder kurzfristig. Das belastet Grenzkommunen, Rettungsdienste und Infrastruktur unterschiedlich stark.
Auf der Seite der Grenzschutzmaßnahmen setzt die US-Bundesebene auf einen Mix aus baulichen Barrieren, Kontrollstraßen und technischer Überwachung (u.a. Kameras, Sensorik, Beleuchtung) sowie auf operative Schwerpunktsteuerung je Sektor. Das reduziert in manchen Korridoren unbemerkte Grenzübertritte, führt aber gleichzeitig dazu, dass Bewegungen in andere, oft gefährlichere Abschnitte ausweichen können. Praktisch bedeutet das: keine einfache Ein- oder Zwei-Maßnahmen-Lösung, sondern ein dauerhaftes Lage- und Anpassungsmanagement.
Quellen: CBP Southwest Land Border Encounters, CBP Encounters by Component/Sector, CBP Border Wall / Smart Wall
Eine gewisse Eigenwilligkeit zeigt sich darin, dass Arizona der einzige US-Bundesstaat ist, in dem es keine Sommerzeit gibt. Die Ausnahme von dieser Ausnahme stellt die verwaltungstechnisch eigenständige Navajo Nation dar, in der die Daylight Saving Time sehr wohl gilt, was mitunter zu merkwürdigen Uhrenumstellungen bei Reisen nach und durch Arizona führt.