Horseshoe Bend (AZ)
(Letzte Änderung: 12.06.2026 @ 21:12)
Horseshoe Bend und Colorado River bei Page
2007, bei meinem Erstbesuch, haben nur ein paar Eingeweihte, man könnte auch sagen Unerschrockene, den Weg zum Horseshoe Bend durch tiefen Sand bei fürstlicher Hitze auf sich genommen. Mittlerweile ist der Overlook jedoch eine Touristenattraktion erster Güte. Chinesische, koreanische, japanische Reisebusse inklusive. Und Unmengen Deutsche - nur nebenbei.
Wer will es ihnen verdenken? - Der Anblick des knapp 350 m tiefer liegenden, hufeisenförmigen Bogens des nirgendwo blau-grüner aussehenden Colorado Rivers in all seiner Pracht ist schon eine Wucht.
Hier 2018 bei bedecktem Himmel.
Overlook, Massentourismus und Glen Canyon
Und hier 2022 bei strahlendem Sonnenschein:
Was den Popularitätszuwachs des Horseshoe Bends angeht, ist dieser ein gutes Beispiel für die insgesamt drastisch gestiegene Besucherzahl im Südwesten (siehe dazu auch meinen Artikel zu Massentourismus in den USA). Um das Ganze mit Zahlen zu untermauern: Die visitation statistics der Glen Canyon NRA, auf deren Gebiet der Horseshoe Bend liegt, verzeichnen einen Anstieg von 1.894.114 Besuchern im Jahr 2007 auf 3.729.502 in 2025 (Quelle: irma.nps.gov). Ein erheblicher Teil dieses Anstiegs dürfte auf die Kappe des Horseshoe Bends gehen.
Das führt unter anderem dazu, dass ein einst relativ unberührter Aussichtspunkt mittlerweile großflächig eingezäunt ist. Warnschilder aller Art pflastern den Weg zu dem Overlook, der große Parkplatz ist häufig überfüllt und man sieht Touristen in Flip-Flops und mit Kaffeebecher in der Hand, die durch den Sand hecheln - der Dehydrierung nahe.
2022 gab es sogar schon mautstationsähnliche Zufahrtskontrollen. Mittlerweile ist daraus eine ganz reguläre Kassenstation der Stadt Page geworden. - Was waren das doch damals für entspannte Zeiten!
Und am Overlook selbst? Da wird vor allem ge-Instagrammed, ge-Selfied und ge-Snapchatted.
Im Jahr 2010 ist ein griechischer Tourist über Bord gegangen, Weihnachten 2018 ein 14-jähriges Mädchen. Der Zaun ist also nicht bloß Deko.
Directions
Der Horseshoe Bend liegt in der Nähe der Kleinstadt Page (AZ).
Vom Parkplatz aus läuft man rund 1,5 Meilen round-trip bis zum Overlook. Klingt harmlos, kann bei voller Sonne aber erstaunlich schweißtreibend werden.
GPS-Koordinaten Horseshoe Bend
(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)
GPS Parkplatz Horseshoe Bend / Trailhead: 36.8767018, -111.5032539
GPS Horseshoe Bend Viewpoint: 36.8808747, -111.5108627
GPS Page: 36.9148305, -111.4572940
Good to know
Der Horseshoe Bend gehört geografisch zur Glen Canyon National Recreation Area. Zufahrt und Parkplatz werden heute von der Stadt Page betrieben, der eigentliche Trail und Overlook liegen südlich davon auf Navajo-Land.
Unterkünfte in Page (AZ) waren einst billig. Vorbei. Page ist mittlerweile ein sauteures Pflaster, wo im Sommer jede Hundehütte vollkommen überteuert angeboten wird (und Abnehmer findet).
Am Horseshoe Bend herrscht Drohnenverbot.
Der Trail zum Aussichtspunkt ist zwar nur 1,5 Meilen round-trip lang. Bei der Affenhitze im Sommer sollte man aber auf jeden Fall Wasser mitnehmen. Sonnenschutz nicht vergessen!
Mittlerweile muss man für den Besuch des Horseshoe Bends zahlen. Stand 2025 werden für einen Pkw 10 USD Parkgebühr fällig. Damit finanziert die Stadt Page den aus allen Nähten platzenden Betrieb dort mit.
My Visits
Den Horseshoe Bend habe ich 2007, 2018 und 2022 besucht.
Der Horseshoe Bend ist ein tolles Ziel, das sehr leicht zu erreichen ist. Gleichzeitig ein abschreckendes Beispiel dafür, was Massentourismus Marke Südwesten USA bedeutet.
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