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Canyon de Chelly National Monument (AZ)

(Letzte Änderung: 21.07.2018 @ 10:20)

Das Canyon de Chelly National Monument wartet mit einigen Herausforderungen für den Besucher auf. Nicht nur ist die Aussprache des Namens gewöhnungsbedürftig: "De Schelli", wie im teutonisch geprägten "Denglisch" offenbar weit verbreitet, ist eindeutig falsch. "De Schej" trifft es eher.

Auch die Tatsache, dass das National Monument innerhalb der Navajo Nation Reservation liegt, und deshalb im Gegensatz zum restlichen Arizona die Sommerzeit (daylight saving time) kann für Verwirrung sorgen.

So ist es uns im Jahr 2007 ergangen. Wir kamen relativ spät an, checkten auf dem Campingplatz ein und schmissen dann irgendwann den Generator unseres RV an. Prompt stand der campground host auf der Matte und erinnerte uns freundlich aber bestimmt an die strikt einzuhaltenden quiet hours. Es war kurz nach 22.00 Uhr local time, unsere Uhren hinkten aber noch eine Stunde hinterher.

Apropos Camping: Mit RV finde ich das im Canyon de Chelly National Monument ok, mit dem Zelt haben wir jedoch eher schlechte Erfahrungen gemacht. Abends und nachts streunen etliche verwilderte Hunde über den Campingplatz auf der Suche nach etwas Essbarem. Fand ich unsympathisch.

Genau so wie die ausdrückliche Warnung, die wir damals von den Park Rangern bekommen haben, nachts ja nichts außerhalb des Autos bzw. Zelts liegen zu lassen und an den viewpoints den Wagen im Blick zu behalten. Langfinger-Alarm!

Seit diesen Erlebnissen hat sich mein gespaltenes Verhältnis zu Indianer-Reservaten in den USA verstärkt. Hier treten verschiedene gesellschaftliche Probleme deutlicher zu Tage als anderswo, als da wären allgemeine Armut und Perspektivlosigkeit der Bevölkerung, Alkoholismus, mangelndes Umweltbewusstsein etc.

Bitte nicht falsch verstehen: Es geht hier nicht um Schuldzuweisungen oder vertiefte Ursachenforschung und schon gar nicht um Diskreditierung ethnischer Minderheiten, sondern um eine reine Beschreibung dessen, was mir aufgefallen ist.

Noch ein Wort zum Verhältnis der Native Americans zu der nicht-indianischen Bevölkerung: Die Indianer begegnen "weißen" Touristen häufig sehr reserviert, man könnte auch sagen distanziert unterkühlt. Das mag eine Mentalitätssache sein, vielleicht steckt aber auch eine gewisse Ablehnungshaltung dahinter. Ich weiß es nicht. (Mehr zu diesem Themenkomplex habe ich in der Rubrik USA A-Z geschrieben.)

Distanziertheit ist aber nicht unbedingt negativ, denn es wird nur in Ausnahmefällen passieren, dass man genötigt wird an den zahlreichen Verkaufsständen etwas zu kaufen. Aufdringlichkeit begegnet einem höchst selten.

Nach diesem kleinen soziologischen Exkurs nun zu einem weniger brisanten Thema: Die Schönheit der Canyon-Landschaft. Diese ist wirklich offenkundig, da dürfte es kaum zwei Meinungen oder Interpretationsspielräume geben.

Wie in amerikanischen Parks üblich kann man der Landschaft schon vom Auto aus näher kommen. Dazu kann der Canyon de Chelly über den - mir noch unbekannten - North Rim Drive befahren werden oder über den South Rim Drive. Letzterer ist populärer und führt zu grandiosen Aussichtspunkten, wie z.B. dem Tseyi Overlook, den Sie auf dem folgenden Bild aus dem Jahr 2010 sehen.

Tseyi Overlook

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Wasser im Canyon steht, was eine Folge der heftigen Unwetter der vergangenen Tage war. Als ich die Aufnahme gemacht habe, flüsterte mit eine Amerikanerin zu: "Canyon de Chelly with water in it: picture of the year!"

Ein weiteres Highlight am South Rim Drive ist definitiv eines der Wahrzeichen des amerikanischen Südwestens: Spider Rock. Dieser kann ebenfalls von einem Aussichtspunkt aus bewundert werden.

Spider Rock Spider Rock

Nicht nur Naturliebhaber kommen im Canyon de Chelly National Monument auf ihre Kosten. Das Monument ist auch für großartige kulturelle Schätze bekannt. Ein Beispiel ist die White House Ruin, Überreste einer Besiedlung des Canyons durch die Ancient Puebloans vor über 1000 Jahren.

White House Ruin

Hiking

Empfehlenswert ist der trail zur White House Ruin, der vier Kilometer lang ist (round trip). Weitere self-guided trails gibt es nicht.

Man kann jedoch an Ranger-Führungen teilnehmen oder mit einem guide eine backcountry Wanderung unternehmen.

Camping

Es gibt einen Campingplatz mit ca. 90 sites: Cottonwood Campground

Directions

Das Canyon de Chelly National Monument ist ziemlich abgelegen. Das benachbarte, verlottert wirkende, Chinle verdient die Bezeichnung 'Stadt' nicht und ist ein trostloses zersiedeltes Nest. Kein Ort zum Wohlfühlen.

Größere Städte gibt es weit und breit nicht.

GPS-Koordinaten Canyon de Chelly NM

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):

GPS Cottonwood Campground: 36.150074, -109.53918
GPS Spider Rock Overlook: 36.105497, -109.355122

Good to know

Der White House Ruin Trail ist zwar nur vier Kilometer lang (round trip) aber: In der Sommerhitze kann sich der Rückweg zu einem Abenteuer entwickeln. Nehmen Sie reichlich Wasser mit, Sie werden es garantiert brauchen!

Passen Sie auf Ihre Wertgegenstände auf. Leider habe ich wenig Zweifel daran, dass entsprechende Hinweise der Ranger berechtigt sind.

Fotografen-Tipp: Kommen Sie nicht zu spät am Spider Rock Overlook an. Der Spider Rock liegt dann nämlich in tiefem Schatten. Optimal finde ich den späten Nachmittag, nicht aber Zeiten (im Sommer) von 19.00 Uhr oder später.

My Visits

Ich habe den Canyon de Chelly bislang drei Mal besucht: 1994, 2007 und 2010

My Rating

Die Canyonlandschaft ist beeindruckend und aus fotografischer Sicht sogar noch besser als vergleichbare Locations, wie z.B. das Navajo National Monument.

Insgesamt kann man jedoch nicht so viel auf eigene Faust unternehmen wie anderswo.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 48 Farbbildern. Die Bilder stammen aus den Jahren 1994, 2007 und 2010.