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paria Canyon-Vermilion Cliffs Wilderness Area (AZ)

(Letzte Änderung: 12.01.2019 @ 10:57)

Dem Paria River sei Dank für eine der bezauberndsten Canyon-Landschaften des amerikanischen Westens. Eines der letzten großen Wildnisgebiete in einer Region, die mit großen Nationalparks und einem immer stärkeren Trend zum Massentourismus aufwartet.

Wie wohltuend einsam ist es dort! Wie wenige Busladungen voller Touristen gibt es dort (gar keine nämlich)! Wie abgelegen sind viele scenic spots! Wie wenig steht darüber in einschlägigen Reiseführern! Wie wenig Leute kennen die Region!

Der Paria River, ein 153 km langer Nebenfluss des Colorado River, fließt durch Südutah und Nordarizona und ist verantwortlich für zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die entstanden, als der Fluss und seine Nebenflüsse Canyons aus dem weichen Sandstein des Paria Plateaus als Teil des Colorado Plateaus gefräst haben.

Seit 1984 werden weite Teile des Paria Canyons und seiner Nebencanyons unter dem Schutzgebiet der Paria Canyon-Vermilion Cliffs Wilderness Area subsumiert. Ein sperriger Name, wobei sich 'Vermilion Cliffs' auf die hoch über dem Colorado River aufragende zinnoberrote (engl.: vermilion) Sandsteinabbruchkante des Paria Plateaus bezieht.

Im Folgenden stelle ich drei scenic spots vor, die in der Wilderness Area liegen. Nicht dabei sind die Gebiete Coyote Buttes South (Paw Hole, Cottonwood Teepees) und Coyote Buttes North (The Wave), da ich diese vor allem aus permittechnischen Gründen (dazu unten mehr) bislang nicht besuchen konnte.

Wire Pass Slot Canyon

Man parkt am Wire Pass Trailhead (GPS-Koordinaten unten) und folgt einem breiten Wash nach Osten. Die Abzweigung, die zur Permit Area Coyote Buttes North (The Wave) führt (GPS: 37.019919, -112.018070), lässt man rechts liegen und bleibt im Wash.

Die Landschaft ist schon hier fantastisch, ganz ohne Slot.

Wire Pass Slot Canyon

Dann kommt die erste kurze Slot-Passage, die gleich mit einem Hindernis aufwartet. Ein eingeklemmter Felsbrocken verperrt den Weg, und man kann entweder runterklettern (ca. 2,5 m tief), was aber nicht ganz einfach ist (vor allem mit Fotoausrüstung), oder zurückgehen und rechts (d.h. Slot Canyon in Blickrichtung vorne, Felsen rechts) über die Felsen einem mit Steinmännchen (Cairns) ausgewiesenem Pfad folgen. Etwas Kraxelei aber kein Problem.

Später kommt eine zweite, etwas längere Slot Passage.

Wire Pass Slot Canyon Wire Pass Slot Canyon

Buckskin Gulch

Der von Westen nach Osten verlaufende Wire Pass Slot Canyon trifft frontal auf den Upper Buckskin Canyon, welcher in Nord-Süd-Richtung verläuft.

Im Bild ist der Upper Buckskin das mit Geröll übersäte trockene Flussbett am rechten Rand.

Wire Pass Slot Canyon

Der Upper Buckskin Canyon (im Bild blickt man nach Norden) wird, wenn man ihn nach Süden geht, nach wenigen Wanderminuten zu einem Slot Canyon, der wegen seiner schieren Länge und der bis zu 150 m hohen Felswände als die Mutter aller Slot Canyons gilt und den Namen Buckskin Gulch trägt.

Wie schön dieser ist, hat sich mir bislang allerdings nicht erschlossen, denn gleich am Anfang musste ich umkehren. Der Pool war zu tief, vor allem musste man davon ausgehen, dass weitere in Kürze folgen würden.

Buckskin Gulch

Vermilion Cliffs Overlooks

Am Ende einer aufregenden Fahrt durch das Hinterland des Vermilion Cliffs NM warteten die absoluten Highlights in Form fantastischer Overlooks entlang der Abbruchkante der Vermilion Cliffs.

Unten der Marble Canyon. Ein erhebender Anblick.

Vermilion Cliffs Overlooks Vermilion Cliffs Overlooks Vermilion Cliffs Overlooks

Edmaier´s Secret

Edmaier´s Secret habe ich eine separate Seite gewidmet.

Hiking

Wandern ist ein Muss, ansonsten geht nicht viel in diesem abgelegenen Gebiet. Tageswanderungen wären der Wire Pass Slot Canyon (1,7 Meilen ab Wire Pass Trailhead one way) sowie der Buckskin Gulch, dem man beliebig lange folgen kann bis zu seinem Zusammentreffen mit dem Paria Canyon im Süden.

Man kann auch beim Buckskin Gulch Trailhead (dort beginnt auch die Wanderung zu Edmaier´s Secret) beginnen und durch den Upper Buckskin Canyon bis zum Buckskin Gulch wandern.

Wenn man Lust hat, kann man sich auf einer Länge von insgesamt 14 Meilen (gerechnet ab Wire Pass Trailhead) erst durch den Wire Pass Slot Canyon und dann durch den Buckskin Gulch schlagen, um nach besagten 14 Meilen zum Zusammenfluss mit dem Paria Canyon zu kommen. Diesem wiederum kann man 27 Meilen folgen, bis man bei Lee´s Ferry wieder in die Hände der Zivilisation gespült wird.

Achtung: Das ist eine harte mehrtägige Tour, die genaue Planung erfordert - und ein Auto, das einen bei Lee´s Ferry aufgabelt und wieder zurückkutschiert.

Camping

Der White House Campground ist ebenfalls ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen. Er liegt zwei Meilen südlich der Paria Contact Station am White House Trailhead. Von dort erreicht man nach sieben Meilen durch den Paria Canyon den Confluence mit dem Buckskin Gulch.

Ein weiterer Einfach-Campground, der ebenfalls schnell belegt ist, ist der Stateline Campground.

Directions

Der größte Teil der Wilderness Area gehört zu Arizona und liegt auf dem sog. Arizona Strip, dem Halbwüstenhochplateau im Nordwesten Arizonas.

Dabei liegt das Gebiet an drei Seiten ringförmig um dem Vermilion Cliffs National Monument und schützt so vor allem den Paria Canyon und diverse Nebencanyons sowie die Abbruchkante der Vermilion Cliffs im Süden besonders streng.

Hier kann man die ringförmige Anordnung sehen (Quelle: BLM):

Es gibt keine einzige asphaltierte Straße in der Wilderness Area - was sich auch widersprechen würde.

Die Zufahrt zu den oben beschriebenen Sehenswürdigkeiten erfolgt in den meisten Fällen über die House Rock Valley Road (HRVR), die auf einer Länge von knapp 30 Meilen den Highway UT 89 mit der AZ 89 ALT verbindet.

Die HRVR ist eine bei Trockenheit gut befahrbare, regelmäßig gegradete dirt road. Man kann diese von Norden in Angriff nehmen, dort ist die Straße recht lehmig und bei Nässe schnell unpassierbar. Außerdem kommt nach etwa vier Meilen ein quer verlaufender Wash (Buckskin Crossing), der meistens überhaupt kein Problem ist, sich aber nach Regenfällen in ein unüberwindliches Schlammloch verwandeln kann. Von Süden ist der Boden weniger anfällig gegen Nässe, sollte aber trotzdem nach schweren Regenfällen gemieden werden.

Entfernung Abzweig UT 89 - Wire Pass Trailhead: ca. 8,5 Meilen
Entfernung Abzweig UT 89 - Buckskin Gulch Trailhead: ca. 4,5 Meilen

GPS-Koordinaten Paria Canyon - Vermilion Cliffs WA

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):

GPS Wire Pass Trailhead: 37.019155, -112.024797
GPS Wire Pass: 37.019629, -112.005134
GPS Wire Pass meets Upper Buckskin Canyon: 37.019748, -112.002784
GPS Beginn Buckskin Gulch: 37.018294, -112.002214
GPS Buckskin Gulch Trailhead: 37.066986, -112.000574
GPS White House Trailhead & Campground: 37.079972, -111.890305
GPS Stateline Campground: 37.001424, -112.034915

Good to know

Das Gebiet ist nicht umsonst Wilderness Area. Das bedeutet, dass es unter besonders strengem Schutz steht. Eine kurze Defintion: "Human activities in wilderness areas are restricted to scientific study and non-mechanized recreation; horses are permitted but motorized vehicles and equipment are not." (Quelle: Wikipedia) Kein Auto, kein Quad, keine Drohne, nichts Motorisiertes. Von niemandem, auch nicht von Park-Rangern.

Außerdem braucht man ein Permit für Übernachtungsaktivitäten (z.B. für eine mehrtägige Wanderung). Die näheren Modalitäten findet man auf der Website des BLM (Bureau of Land Management), dass die Paria Canyon - Vermilion Cliffs Wilderness Area verwaltet.

Für die Coyote Buttes South und North gibt es noch härtere Permit-Regeln. Wer also zur Wave möchte (als Tagesausflug) oder zu den Cottonwood Teepees, braucht ein Permit. Und diese sind extrem schwer zu bekommen, vor allem für die Coyote Buttes North (The Wave). Ich hatte mehrfach kein Losglück. Nähere Infos: hier.

Falls jemand denkt, ach, Permit, geht auch so: Vergessen Sie es! Die Strafen sind drakonisch und ja, es wird kontrolliert. Abgesehen davon ist die Region dermaßen fragil, dass Permits Sinn machen. Ohne geht es nicht, ansonsten zertrampeln bald Busladungen voller Pauschaltouristen in Flip-Flops die Naturschätze.

Die Wilderness Area heißt so, weil sie wild ist. Das bedeutet: kein Handynetz, kein Straßenasphalt, keine schnelle Hilfe. Zu empfehlen ist mindestens ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit, für manche sandige Strecken sollte man 4WD haben (4WD ist nicht AWD!), vor allem, wenn es länger nicht geregnet hat und der Sand tief ist. Der Wire Pass Trailhead - Ausgangspunkt für den Wire Pass Slot Canyon und den Buckskin Gulch - kann hingegen bei vorsichtiger Fahrweise in der Regel mit normalen Straßen-PKWs erreicht werden. Die Vermilion Cliffs Overlooks sind definitiv 4WD-Territorium. Außerdem sollte man über sehr gutes Kartenmaterial verfügen - im Idealfall nicht nur in digitaler Form.

Wer nicht selbst fahren möchte, was keine Schande ist, kann auf kommerzielle Anbieter ausweichen. Eine schnelle Google-Recherche fördert die entsprechenden Kontakte schnell zu Tage.

Da in der Wilderness Area keine Fahrzeuge erlaubt sind, kommt man zu den Vermilion Cliffs Overlooks auch nur per pedes.

Achtung Flash Flood Gefahr! Vor allem in den Sommermonaten, erst recht nach Gewittern, drohen Flash Floods, die eine tödliche Gefahr darstellen. Vor allem in den Slot Passagen (Buckskin Gulch und Paria Narrows). Turmhohe, sedimenttragende Flutwellen walzen sich dann durch die Canyons und machen ein Entkommen unmöglich. Nie, wirklich NIE, sollte man einen Slot Canyon bei einem drohenden Gewitter betreten und auch nicht, wenn es in der näheren Umgebung kürzlich gewittert hat. Im Zweifel immer erkundigen, z.B. bei der Paria Contact Station oder beim Kanab Visitor Center.

My Visits

2015 habe ich Edmaier´s Secret besucht. Die anderen Locations 2018.

Unbedingt muss ich mal ein bisschen Glück bei der Permitvergabe haben, damit ich auch die Wave und die Coyote Buttes South kennenlerne.

Vom Buckskin Gulch, den ich wie oben beschrieben nur ganz kurz anreißen konnte, ganz zu schweigen.

My Rating

Überhaupt kein Thema: Locations wie die Paria Canyon - Vermilion Cliffs WA verdienen fünf Sterne. Meinetwegen denken Sie sich einen sechsten hinzu.

Ein grandioser Kontrapunkt zum Massentourismus.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 67 Bildern. Die Bilder stammen aus dem Jahr 2018.