headerbildmobil1 headerbildmobil2 headerbildmobil3 headerbildmobil4 headerbildmobil1
Logo

USA A-Z

(Letzte Änderung: 15.08.2017 @ 12:06)

Baden

Sommerurlaub in Amerika - da steht Baden nicht nur bei unseren Töchtern traditionell ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Nicht nur abends am Pool, wenn es denn einen gibt, sondern bevorzugt in natürlichen Gewässern. Im Meer, im See, egal. Wir sind da nicht wählerisch und freuen uns auf jede Abkühlung, die angesichts der häufig sehr hohen Temperaturen im Sommer die Lebensgeister neu erweckt.

Die Frage ist nur, wo denn die besten Baderegionen sind. Gehen wir mal systematisch vor und fangen mit den Ozeanen links und rechts sowie dem Golf von Mexico im Süden an. (Alle Einschätzungen basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und erheben keinen Anspruch auf objektive Gültigkeit und schon gar nicht auf Vollständigkeit. Ich bin schließlich nicht Dr. Beach und hauptberuflich Strandtester.)

Atlantikküste (außer Florida):

Als "klassisches" Baderevier dürfte die Atlantikküste zumindest unter europäischen Touristen nicht gelten. Amerikaner wissen, dass Cape Cod (MA) und die Nordostspitze von Long Island (NY) hervorragende Badestrände haben. Weiter südlich sind die Outer Banks (z.B. Ocracoke Island) umwerfend schön mit herrlich blauem Wasser und klasse Sandstränden.

Selbst der Nordosten hat Badestrände, wenngleich hier das Wasser ziemlich kühl ist. In Maine fallen mir z.B. Popham Beach und Sand Beach im Acadia Nationalpark ein.

Fazit: Die Ostküste ist, was Baden angeht, besser als viele denken.

Pazifikküste:

Sonne, Ozean und Palmenstrände werden in Bezug auf die USA (Festland) wohl am ehesten mit Kalifornien assoziiert. Dabei sind die Küstenabschnitte, wo man wirklich gut in den Wellen toben kann, gar nicht so riesig und beschränken sich auf den südlichen Teil von Kalifornien. Im Prinzip geht es erst ab Malibu los bis nach San Diego.

Die Strände in Mittel- und Nordkalifornien sind zwar landschaftlich wunderschön, aber wegen des kalten Wassers nicht zum Baden geeignet. Gleiches gilt für die fantastischen Küstenregionen Oregons und Washingtons. Gucken, aber nicht eintauchen!

Fazit: Badetechnisch bleibt von der Westküste nur Süd-Kalifornien.

Golf von Mexico:

Ich habe den gesamten Küstenstreifen von Floridas Panhandle weiter Richtung Westen bis Louisiana abgeklappert und nur wenige wirklich optisch schöne Bade-Locations gefunden. Entweder sind die Nachwirkungen von Hurricane Katrina noch immer zu spüren (z.B. Dauphine Island) oder das Meer sieht eher bräunlich aus als tiefblau.

Je weiter man nach Westen zum Mississippi-Delta kommt, desto ausgeprägter ist dieses Phänomen. Davon betroffen sind z.B. die Küstenregionen von Mississippi (Biloxi, Ship Island etc.). Die Wasserqualität ist deshalb nicht schlecht, sondern die Färbung hängt mit Sedimenten zusammen, die vom Mississippi ins Meer geschwemmt und bei ungünstiger Windrichtung in Küstennähe gespült werden. So haben es mir zumindest einheimische Touranbieter erklärt und auf deren Erfahrung und Wissen vertraue ich. Wird wohl stimmen.

Ähnlich sieht das Wasser z.B. auf Galveston Island (TX) aus. Eher grau-blau als schön-blau.

Fazit: Das Auge isst bekanntlich mit und ich hüpfe lieber in schön-blaues Wasser. Gibt es an der Golfküste eher selten.

Florida:

Florida - Badeurlaub pur! Super Strände, super Wasser, super Wellen, super Sonne, super-duper Baden, Schnorcheln, Tauchen etc. Denken viele.

Nun der Realitätscheck:

Die weltberühmten Florida Keys haben mit dem Bahia Honda State Park nur einen richtig schönen Beach Park (Calusa Beach Golfseite und Sandspur Beach Atlantikseite). Selbst dort ist das Wasser grenzwertig flach, sodass richtig Rausschwimmen nur bedingt möglich ist. Ansonsten sieht man auf den Keys viele mangrovengesäumte und - abgesehen von der Vegetation eher ans norddeutsche Wattenmeer erinnernde - Küstenbereiche, die sich zum Baden nicht gut eignen.

Wenig ermutigend stellt der U.S. National Park Service zu dem Thema auf der Biscyane National Park Website fest: "Generally speaking, the Florida Keys do not have beaches. Notable exceptions to that rule are Bahia Honda State Park and Long Key State Park, both located in the lower keys."

Naja, das ist vielleicht doch ein wenig zu harsch - ganz so schlimm ist es nicht. Es gibt schon ein paar Perlen, aber die muss man kennen oder länger danach suchen. Vor allem Key West hat schöne Strände: Rest Beach, Smather's Beach, Higgs Beach oder der Fort Zachary Taylor State Park Beach (der gleichzeitig der südlichste Strand des amerikanischen Festlands ist). Auf Islamorada gibt es Anne´s Beach (einer der wenigen nudist beaches in den USA, allerdings nur mit knöchel- bis knietiefem Wasser, wenn man nicht ewig reinwaten will) und in der Nähe von Marathon den fantastischen Sombrero Beach, wo das Wasser tiefer ist als auf den Keys üblich und man gut schwimmen kann.

Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Anne´s Beach:

Flug

Sombrero Beach:

Flug

Fort Zachary Taylor State Park Beach:

Flug

Weiter nördlich an der Atlantikküste gibt es sehr schöne Strände, z.B. auf Key Biscayne sowie von Miami bis Fort Lauderdale. Türkises Wasser, schöne Wellen, feiner Sand. Alles so, wie man es sich vorstellt. Je weiter man nach Norden kommt, desto kühler werden Wasser- und Lufttemperaturen tendenziell. Mir war es im April 2014 nördlich von Fort Lauderdale meistens zu kalt zum Baden. Die Atlantikküste in Mittel- und Nordflorida ist aber sagenhaft schön mit herrlichen Wellen und tintenblauem Wasser. Klasse!

Perfekte Bade-Locations findet man auf der anderen Seite, der Golfküste Floridas, in einem Bereich etwa zwischen Naples im Süden und Clearwater im Norden. Romantische Inseln, wie z.B. Anna Maria Island, Captiva Island, Sanibel Island, Honeymoon Island, Caladesi Island usw. sowie weltberühmte Traumstrände (z.B. Siesta Beach) bieten alles, was Florida so beliebt macht: türkisblaues Wasser, hellen, feinen Sand und insgesamt beste Badebedingungen.

Der absolute Höhepunkt aber kommt ganz im Norden. Der Florida Panhandle hat - abgesehen von Hawai'i - die besten Strände in Amerika überhaupt (z.B. Grayton State Beach, Henderson State Beach). Da ist das Wasser dann noch mal eine Spur türkiser, der Sand ist beinahe weiß und wer hier nichts zum Baden findet, ist selbst schuld. Perfekt!

Hawai'i:

Ich mache es kurz: Hawai'i hat so viele super-geniale Badestrände, dass eine nähere Betrachtung unnötig erscheint. Nichts in den USA kann damit auch nur ansatzweise mithalten (wobei ich die Virgin Islands noch nicht kenne). Hinfliegen und genießen!

Nur noch ein Hinweis: Der Slogan “Maui no ka oi” - Maui ist die Beste - hat seine Berechtigung.

Badeseen:

(Bitte beachten Sie das Update 2017 zum Thema Dürre/Wasserpegel unten auf dieser Seite.)

Während unseren Töchtern beinahe jeder beliebige Tümpel recht ist, Hauptsache er führt ein Mindestmaß an Wasser, sind meine Frau Anja und ich im Laufe der Jahre relativ wählerisch geworden. Insgesamt kenne ich nicht so viele wirklich gute Badeseen, wobei die Auswahl durch die seit fünf Jahren (Stand: 2016) anhaltende Dürre im Westen der USA noch dünner geworden ist.

"Nearly 40% of the state of Nevada is in extreme drought this summer and California has the nation’s worst drought with 76% of the state experiencing extreme drought. Governor Brown declared a state of emergency earlier this year." (Quelle: www.ncscooper.com)

Diese Naturkatastrophe hat mittlerweile dramatische Ausmaße angenommen. Viele Seen sind komplett verschwunden, z.B. der gewaltige Goose Lake, der z.T. in Kalifornien und z.T. in Oregon liegt und heute nur noch Gras und Wiese ist. Lake Isabella ist auf bestenfalls 30% seiner ursprünglichen Größe geschrumpft. Das, was übrig geblieben ist, ist eine bräunlich-graue Brühe mit morastigen Ufern. Die Liste komplett ausgetrockneter bzw. stark reduzierter Binnengewässer im Westen der USA ließe sich noch eine Weile fortsetzen.

Viele Grünflächen in Parks und Naherholungsgebieten werden nicht mehr bewässert, da - vor allem in Kalifornien - sehr strikte Wassereinsparungsmaßnahmen und -vorschriften erlassen wurden. Das führt dann nicht nur dazu, dass manch ein Prominenter Bußgelder zahlen muss wegen unreflektierter und ignoranter Wasserverprassung, sondern auch zu allgegenwärtigen Schildern mit folgender Botschaft:

Früher konnte man bedenkenlos den June Lake als Geheimtipp am östlichen Rand der Sierra Nevada empfehlen, heute watet man ewig in knöchel- bis knietiefem Wasser und versucht dabei sich nicht die Füße an den vielen Steinen zu polieren, über die man früher locker hinweg geschwommen ist.

Lake del Valle in der Nähe von San Francisco hatte mal eine schöne swimming area, die zwar auch heute noch existiert, aber viel von ihrem Reiz eingebüßt hat. Von den knochentrockenen verdorrten Ufern ganz zu schweigen.

Selbst der riesige Lake Tahoe leidet unter den Folgen besagter Dürre. Waten und Warten (bis man wenigstens in knietiefem Wasser ist) ist dort angesagt.

Schön finde ich nachwievor Tenaya Lake im Yosemite Nationalpark. Um dort zu baden, sollte man allerdings einen wirklich heißen Hochsommertag wählen, da das Wasser ziemlich kalt ist. Ich war aber schon drin und habe es in vollen Schwimmzügen genossen.


Update II 2017:

Am 07.04.2017 geschah etwas Bemerkenswertes. Nach sechsjähriger Dürre und eines mehr als dreijährigen offiziellen drought emergency erklärte Kaliforniens Gouvernor Jerry Brown selbigen für beendet (zumindest für den weitaus überwiegenden Teil des Golden State).

Gleichzeitig war diese Proklamation das Ende der formalen Wasserkürzungsmaßnahmen in Kalifornien.

Überblick über die aktuellen (Stand: 07/2017) Dürreregionen in Kalifornien.

Update I 2017:

Im Westen der USA hat es im Winter 2016/17 massig Niederschläge gegeben und die Füllstände diverser Gewässer sind relativ hoch.

Lake Tahoe beispielsweise "...received 8.7 billion gallons of water in 48 hours", d.h. vom 9. bis 10. Dezember 2016 (Quelle: www.sfgate.com; Artikel vom 10.02.2017). Weiter heißt es dort: "The height of the lake reached 6,222.97 feet by Dec. 11, just short of its natural rim of 6,223 feet. This year [2017; Anm. d. Verf.] is looking just as good. While it's not 8.6 billion gallons over two days, Lake Tahoe did add about 33.6 billion gallons of water from Jan. 1 to 9, raising the water level of the lake by about one foot. Meanwhile, the Sierra snowpack is also seeing great numbers, which showed 173 percent of normal for this point in the year."

Interessant ist auch ein Blick auf den offziellen U.S. Drought Monitor für Kalifornien. Die Karte für den 07.02.2017 zeigt, dass es südlich der San Francisco Bay Area noch immer (viel) zu trocken ist. Allerdings offenbart ein Blick in die tabellarische Übersicht, dass noch immer fast 60% von Kalifornien mindestens abnormally dry sind und in 47% des Staates Dürre (drought) unterschiedlichen Schweregrades herrscht. Von einer vollständigen Entspannung kann also noch keine Rede sein. Im Vergleich zu den korrespondierenden Daten aus dem Vorjahr z.B. ist jedoch eine spürbare Besserung eingetreten, was ein wenig optimistisch stimmt.

In der Bay/Sacramento Area hat es Anfang Februar 2017 so stark geregnet, dass es zu Überschwemmungen gekommen ist und viele Häuser evakuiert werden mussten. Der Oroville-Staudamm nördlich von Sacramento, die höchste Talsperre der USA überhaupt, drohte wegen heftiger Regenfälle zeitweilig zu brechen, was vermutlich in einer größeren Katastrophe geendet hätte.