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louisiana (la)

(Letzte Änderung: 18.08.2018 @ 10:07)

"Cajun Country, Louisiana - Zwischen Gumbo und Burger" (Zitat: www.spiegel.de). Eine Metapher, die den Südwesten von Louisiana (Cajun Country) treffend skizziert.

Diese Region steht unter dem Einfluss zweier Kulturen. Daraus wird aber kein fader Eintopf, sondern ein höchst kreatives Gericht. Amerikanische Hausmannskost exotisch abgeschmeckt. Gumbo und Jambalaya meet Burger und Pommes.

Um das zu verstehen, lohnt ein Blick in die Geschichte.

Louisiana war lange Zeit eine französische Kolonie (Louisiana Territory). Dabei handelte es sich um ein riesiges Gebiet, das aber weitgehend ungenutztes Hinterland war, mit dem die Franzosen nicht so recht etwas anzufangen wussten. Ihr Augenmerk lag auf der Karibik-Insel Haiti, da die dortige Zuckerrohrproduktion außerordentlich profitabel war. Louisiana war dagegen eher ein Klotz am Bein.

So passierte es keinem Geringerem als dem großen Napoléon Bonaparte einen der ökonomisch größten Fehler der Menschheit zu fabrizieren. Im Jahr 1803 verkaufte Napoléon Louisiana an den damaligen amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson zu einem Spottpreis von 15 Mio. US-Dollar (Louisiana Purchase).

Die französische Kultur war und blieb in Louisiana jedoch fest verankert; schließlich wehte die französische Flagge schon seit 1681 dort, und Traditionen sind nicht einfach per Kaufvertrag austauschbar. Nicht nur in New Orleans selbst (Vieux Carré = French Quarter), sondern vor allem südwestlich davon im Cajun Country sind die französischen Bezüge auch heute noch augenfällig. Die Ortschaften dort heißen z.B. Napoleonville, Larose, Thibodaux und Vacherie. Tres fronsösissssch, n'est pas?

Die Cajuns sind die Nachfahren französischsprachiger Flüchtlinge aus der ostkanadischen Provinz Acadie, von wo sie 1755 von den Briten vertrieben wurden, da sie nicht den Treueeid auf den englischen König hatte leisten wollten. Die "Acadiens" landeten in dem von Frankreich gerade an die Spanier verkauften Louisiana, das aber seinen französischen Gouverneur behalten hatte. Aus "Acadiens" wurde im Laufe der Zeit "Cajuns".

Die Cajuns waren ein seltsames Völkchen, das gerne unter sich blieb. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts lebten sie völlig abgeschottet vom Rest der Menschheit in den Sumpfwäldern Südwest-Louisianas. Weder ihren speziellen Dialekt noch ihre kulinarischen Gewohnheiten legten sie ab. Beide haben bis heute überdauert, wobei ich der Cajun-Küche langfristig größere Überlebenschancen einräume.

Hier eine Kostprobe typischer Spezialitäten: Gumbo: Das ist ein Eintopf, in den alles rein geworfen werden kann, was gerade schmeckt: Shrimps, Huhn, Ente, Schinken usw. Oder Jambalaya - ein paellaähnliches Reisgericht. Andouille: Leicht scharfe geräucherte Wurst. Diese Gerichte haben vielfältige regionale Bezüge. Man findet eine Prise Spanien, eine unverkennbare Französischnote und einen exotischen Hauch Afrikas. Letzterer ist auf die Kreolen, Nachkommen afrikanischer Sklaven in den europäischen Kolonien, zurückzuführen.

Eine sehr kosmopolitische Speisekarte also, die die Vermischung europäischer und afrikanischer Kulturen in Louisiana perfekt reflektiert.

 

State Info

Nickname: Bayou State

Fackeln im Sturm (Oak Alley Plantation)

Population: 4.670.724 (rank 25/50)
Capital: Baton Rouge
Largest City: New Orleans
Size:47.720 square miles
Featured Sites:  Honey Island Swamp
 Louisiana Plantations 1
Quellen: Wikipedia sowie U.S. Census Bureau

1 featuring Oak Alley Plantation, Laura Plantation, St. Joseph Plantation, San Francisco Plantation, Destrehan Plantation


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