Sunshine Escape
(Letzte Änderung: 9.06.2026 @ 17:30)
Beschreibung
Florida ist anders. Kein Gebirge, keine Wüste, kein Grand Canyon – dafür Sümpfe, Mangrovenwälder, Korallenriffe, Alligatoren, Manatees und zwei sehr unterschiedliche Küsten. Der Sunshine State ist der meistbesuchte Bundesstaat der USA und hat trotzdem Ecken, die nichts mit Themenparks und überfüllten Stränden zu tun haben. Man muss sie nur ansteuern.
Diese Rundreise zeigt Florida in seiner ganzen Bandbreite: zunächst in den Süden zu den Everglades und den Florida Keys, dann hinüber an die ruhige Golfküste mit Sanibel Island, Corkscrew Swamp und Myakka River, weiter durch Tampa und Orlando mit dem Kennedy Space Center, anschließend nordwärts zum ältesten Ort der USA in St. Augustine – und schließlich auf der Atlantikküste zurück nach Miami.
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Start und Ziel: Miami. Zwei Wochen reichen für einen soliden Überblick – wer Florida zum ersten Mal bereist, wird feststellen, dass der Staat weit mehr zu bieten hat als Alligatoren und Disneyland. Vor allem viiiiiiieeeeel Sonne!
Tagesetappen
1. Tag: Anreise
Ankunft in Miami. Der Flughafen liegt wenige Kilometer von Downtown entfernt – wer nachmittags landet, hat noch Zeit für einen ersten Abendspaziergang auf dem Ocean Drive in South Beach, der berühmten Art-déco-Promenade zwischen Neonreklamen, Restaurants und Palmen.
2. Tag: Miami
South Beach und das Art Déco Historic District sind die Pflicht, Wynwood mit seinen Graffiti-Murals und Galerien die Kür. Little Havana rundet den Tag mit Café Cubano und Domino Park ab. Miami ist bunt, laut und kosmopolitisch – keine andere Stadt in den USA fühlt sich ähnlich an.
3. Tag: Miami → Everglades NP (ca. 60 km)
Der Everglades National Park liegt praktisch vor der Haustür Miamis – und ist doch eine andere Welt. Das größte subtropische Wildnisgebiet Nordamerikas: Sawgrass-Sümpfe, Mangrovenwälder, Alligatoren in fast jedem Wassergraben, Manatees, Flamingos. Eine Airboat-Tour ist das klassische Mittel, um das Gebiet kennenzulernen. Wer es ruhiger mag: die Anhinga Trail und Gumbo Limbo Trail im Park sind auch zu Fuß sehr ergiebig. Übernachtung in Homestead oder im Park (Camping).
4. Tag: Everglades → Florida Keys → Key West (ca. 240 km)
Der Overseas Highway – 180 km Straße über 42 Brücken durch den Atlantik – ist eine der eindrucksvollsten Fahrten Amerikas. Links Atlantik, rechts Gulf of Mexico, darunter Korallenriff. Erste Stops: Key Largo und Islamorada, beide gute Ausgangspunkte zum Schnorcheln und Tauchen im Florida Keys National Marine Sanctuary. Weiter südlich lohnt ein Abstecher in den Long Key State Park mit seinem wunderschönen Lagunen-Campingplatz. Kurz vor Key West kommt Bahia Honda State Park – einer der schönsten Strände Floridas überhaupt, mit türkisfarbenem Flachwasser und dem Blick auf die alte Bahia-Honda-Eisenbahnbrücke aus dem frühen 20. Jahrhundert. Am Ende der Straße: Key West, der südlichste Punkt der Contiguous States, nur 150 km Luftlinie von Kuba entfernt. Ernest Hemingway lebte hier, und man merkt es der Stadt noch an. Übernachtung in Key West - sofern es das Budget zulässt, denn Key West ist nicht teuer, sondern sauteuer.
5. Tag: Key West
Key West braucht einen vollen Tag. Duval Street, Mallory Square (Sonnenuntergang mit Straßenartisten), das Hemingway House mit seinen Katzen, Fort Zachary Taylor, der southernmost point – und abends ein Sundowner mit Blick aufs Meer. Die Atmosphäre der Stadt ist einmalig: entspannt, ein bisschen schrullig und weit weg vom Rest der Welt.
6. Tag: Key West → Naples (ca. 230 km via Alligator Alley / Everglades Pkwy)
Zurück auf das Festland, diesmal durch das Herz der Everglades auf dem Alligator Alley (I-75) – eine schnurgerade Strecke durch endlose Sümpfe, an der man im Frühjahr buchstäblich alle paar Meter Alligatoren auf dem Bankett sieht. Lohnenswert: ein Stopp am Corkscrew Swamp Sanctuary nördlich von Naples, einem der ältesten Zypressen-Sümpfe der USA mit einem Boardwalk durch das Dickicht. Übernachtung in Naples.
7. Tag: Naples → Sanibel Island (ca. 60 km)
Sanibel Island ist weltberühmt für seine Muscheln – die flache Lage der Insel und die Strömungen im Golf von Mexiko sorgen dafür, dass hier mehr Muschelarten angeschwemmt werden als fast irgendwo sonst. Wer morgens früh am Strand ist, findet die besten Exemplare. Das J. N. Ding Darling National Wildlife Refuge im Inselinneren bietet dazu noch einen der besten Wildlife-Spots in ganz Florida: Roseate Spoonbills, Reiher, Ibisse, Alligatoren. Übernachtung auf Sanibel oder im benachbarten Fort Myers.
8. Tag: Sanibel Island → Anna Maria Island → Myakka River State Park → Sarasota (ca. 120 km)
Auf dem Weg nach Norden liegt Anna Maria Island – eine entspannte, weitgehend kommerzfreie Insel am Golf von Mexiko mit breiten Sandstränden und kaum Hochhäusern. Perfekt für einen Zwischenstopp und einen Strandspaziergang. Danach weiter zum Myakka River State Park, einem der größten und ältesten State Parks Floridas und eines der besten Wildtierreservate im Bundesstaat – Alligatoren, Wildputen, Wildkatzen, Hunderte Vogelarten. Eine Bootstour auf dem Myakka Lake ist sehr empfehlenswert. Weiter nach Sarasota: eine der angenehmsten Kleinstädte an der Golfküste, mit guten Restaurants, dem Ringling Museum of Art und dem Siesta Key Beach, der regelmäßig zu den besten Stränden der USA gezählt wird. Übernachtung in Sarasota.
9. Tag: Sarasota → Tampa / St. Petersburg (ca. 70 km)
Tampa und St. Petersburg bilden zusammen die größte Metropolregion Floridas. Ybor City in Tampa – das ehemalige kubanische Zigarrenviertel mit seinen historischen Backsteingebäuden – ist ein interessanter Kontrast zum übrigen Florida. St. Petersburg auf der anderen Seite der Bucht ist bekannt für das Salvador Dalí Museum (eine der größten Dalí-Sammlungen außerhalb Spaniens) und für die langen, weißen Strandabschnitte von St. Pete Beach und Clearwater Beach. Übernachtung in Tampa oder St. Petersburg.
10. Tag: Tampa → Orlando (ca. 130 km)
Die Fahrt nach Orlando ist kurz – der Abend bleibt für erste Erkundungen. Wer mit Kindern reist, steht spätestens hier vor der Themenparkfrage: Walt Disney World, Universal Studios, SeaWorld – das Angebot ist enorm und die Eintrittspreise auch. Wer lieber ohne Warteschlangen auskommt, spart die Themenparks für einen eigenen Urlaub und hält Orlando als Zwischenstopp Richtung Ostküste. Übernachtung in Orlando.
11. Tag: Orlando → Kennedy Space Center (ca. 90 km)
Das Kennedy Space Center auf Cape Canaveral ist eine der eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten Floridas – und für Raumfahrt-Enthusiasten sowieso Pflicht. Die Saturn-V-Halle (eine echte Saturn-V-Rakete liegend unter dem Dach, maßstabsgetreu und überwältigend), die Atlantis-Ausstellung, die Launch-Pads von außen – ein voller Tag reicht kaum. Wer Glück hat, ist bei einem echten Start dabei; der Zeitplan lässt sich vorab auf der NASA-Website prüfen. Übernachtung in Titusville oder Cocoa Beach.
12. Tag: Kennedy Space Center → St. Augustine (ca. 210 km)
Nordwärts auf dem A1A, der Küstenstraße entlang der Atlantikküste, durch Daytona Beach – bekannt für sein Speedway und seinen breiten Strand, auf dem man noch Auto fahren darf – und weiter nach St. Augustine. Die 1565 von Spaniern gegründete Stadt ist die älteste dauerhaft besiedelte europäische Siedlung der USA. Das historische Zentrum mit dem Castillo de San Marcos (ein spanisches Kolonialfestwerk aus dem 17. Jahrhundert), den gepflasterten Gassen und den Galerien ist sehr gut erhalten und gut zu Fuß erkunden. Wer noch Energie hat: der Anastasia State Park direkt gegenüber der Altstadt bietet einen wunderschönen, vergleichsweise ruhigen Atlantikstrand. Übernachtung in St. Augustine.
13. Tag: St. Augustine → Palm Beach (ca. 360 km)
Ein langer Fahrtag – auf dem A1A oder der I-95 – zurück Richtung Süden. Wer die Strecke aufteilen möchte, legt einen Zwischenstopp in Vero Beach oder Stuart ein, beide mit schönen, ruhigen Stränden fernab der Touristenmassen. Am Ziel: Palm Beach, das reichste Städtchen Floridas mit der berühmten Worth Avenue und den Strandvillen der Superreichen. Ein kurzer Spaziergang auf der Ocean Boulevard lohnt sich – man guckt ja nur. Übernachtung in Palm Beach oder West Palm Beach.
14. Tag: Palm Beach → Fort Lauderdale → Miami, Abflug (ca. 110 km)
Fort Lauderdale mit seinem Netz aus Kanälen – dem „Venedig Amerikas” – ist einen kurzen Stopp wert, bevor es zurück nach Miami geht. Mietwagenrückgabe am MIA. Zwei Wochen Florida: zwei Küsten, ein Nationalpark, die Keys, Sümpfe, Weltraumfahrt, Geschichte, Strand. Nicht schlecht für einen einzigen Bundesstaat.
Ach so: Hatte ich schon erwähnt, dass es viiiiiiiieeeeeeel Sonne zu bewundern gibt? (Wenn man in der richtigen Jahreszeit da ist.)