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USA A-Z

(Letzte Änderung: 9.07.2017 @ 10:04)

Autofahren

Wie kann man nur so viel Autofahren? Sogar im Urlaub.

Das werde ich immer wieder gefragt, wenn ich erzähle, wo überall wir im letzten USA-Urlaub waren, was wir gesehen haben, wo wir hergefahren sind etc. Nervt das nicht stundenlang im Auto zu sitzen? Wo bleibt denn da die Erholung?

Dazu gibt es einiges zu sagen: Zunächst einmal fahre ich gerne Auto - am liebsten bei guter Musik. Auch meine Frau und die beiden Mädels haben kein größeres Problem damit. Zweitens geht ein Amerikaurlaub, so wie wir ihn gerne haben, also in Form einer Rundreise, nicht ohne Autofahren. (Von Greyhound-Überlandreisen, mehrfachen Inlandsflügen, Trampen von A nach B und ähnlichen Späßen halte ich wenig bis nichts).

Wegen der riesigen Entfernungen in den USA sind dabei auch schon mal größere Strecken fällig. Mal eben von San Francisco nach L.A.? Liegt doch auf der Karte recht nahe beieinander. Sind aber (über die Interstate 5) locker 600 km. Also etwa so weit wie von Berlin nach München. Mit "mal eben" ist da nichts.

Und drittens ist Autofahren in Amerika anders als in Europa.

In den großen, z.T. immer weiter ausufernden, Ballungsgebieten ist der Verkehr zugegebenermaßen teuflisch. In Südkalifornien z.B. sind die riesige Bay Area (San Francisco) sowie die Einzugsgebiete von L.A. und San Diego morgens und abends zur rush hour vom Verkehrsinfarkt bedroht. Das ist dann schon heftig. Auch abseits dieser Pendlergroßräume scheint die Pazifikküste Südkaliforniens verkehrstechnisch immer problematischer zu werden.

Weite Teile Amerikas sind aber sehr ländlich bis einsam. Das Verkehrsaufkommen ist gering bis kaum vorhanden ,und längere Fahrten haben dann eher den Charakter eines entspannten "Dahin-Cruisens". Hunderte von Kilometern ohne Ampel, Stoppschild und rechts vor links - in Amerika kein Problem.

Außerdem fahren, von adrenalinsüchtigen Großstadtnotorikern und sonstigen Ausnahmeerscheinungen abgesehen, die meisten Amerikaner rücksichtsvoller und weniger aggressiv als Europäer. Drängeln und Lichthupe sind verpönt, Ortsunkundige werden in Ruhe gelassen, auch wenn sie den Verkehr vorübergehend verlangsamen. Man geht insgesamt respektvoller und gelassener miteinander um. Das berichten im Prinzip alle, die zum ersten Mal in Amerika waren und dort Auto gefahren sind.

Komisch. In Amerika sitze ich ohne Probleme fünf Stunden und länger am Tag am Steuer. Kaum bin ich wieder in Deutschland, nervt mich beinahe jeder zweite Verkehrsteilnehmer auf der A2 und ich bin froh, wenn ich aus dem Auto raus bin. Liegt nicht nur daran, dass ich in den USA im Urlaub bin und zuhause nicht.