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Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

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Autofahren

(Letzte Änderung: 15.07.2026 @ 13:40)

Wie kann man nur so viel Autofahren? Sogar im Urlaub.

Das werde ich immer wieder gefragt, wenn ich erzähle, wo überall wir im letzten USA-Urlaub waren, was wir gesehen haben, wo wir hergefahren sind etc. Nervt das nicht stundenlang im Auto zu sitzen? Wo bleibt denn da die Erholung?

Dazu gibt es einiges zu sagen: Zunächst einmal fahre ich gerne Auto - am liebsten bei guter Musik. Auch meine Frau und die beiden Mädels haben kein größeres Problem damit. Zweitens geht ein Amerikaurlaub, so wie wir ihn gerne haben, also in Form einer Rundreise, nicht ohne Autofahren. (Von Greyhound-Überlandreisen, mehrfachen Inlandsflügen, Trampen von A nach B und ähnlichen Späßen halte ich wenig bis nichts).

Wegen der riesigen Entfernungen in den USA sind dabei auch schon mal größere Strecken fällig. Mal eben von San Francisco nach L.A.? Liegt doch auf der Karte recht nahe beieinander. Sind aber (über die Interstate 5) locker 600 km. Also etwa so weit wie von Berlin nach München. Mit "mal eben" ist da nichts.

Und drittens ist Autofahren in Amerika anders als in Europa.

In den großen, z.T. immer weiter ausufernden, Ballungsgebieten ist der Verkehr zugegebenermaßen teuflisch. In Südkalifornien z.B. sind die riesige Bay Area (San Francisco) sowie die Einzugsgebiete von L.A. und San Diego morgens und abends zur rush hour vom Verkehrsinfarkt bedroht. Das ist dann schon heftig. Auch abseits dieser Pendlergroßräume scheint die Pazifikküste Südkaliforniens verkehrstechnisch immer problematischer zu werden.

Weite Teile Amerikas sind aber sehr ländlich bis einsam. Das Verkehrsaufkommen ist gering bis kaum vorhanden ,und längere Fahrten haben dann eher den Charakter eines entspannten "Dahin-Cruisens". Hunderte von Kilometern ohne Ampel, Stoppschild und rechts vor links - in Amerika kein Problem.

Außerdem fahren, von adrenalinsüchtigen Großstadtnotorikern und sonstigen Ausnahmeerscheinungen abgesehen, die meisten Amerikaner rücksichtsvoller und weniger aggressiv als Europäer. Drängeln und Lichthupe sind verpönt, Ortsunkundige werden in Ruhe gelassen, auch wenn sie den Verkehr vorübergehend verlangsamen. Man geht insgesamt respektvoller und gelassener miteinander um. Das berichten im Prinzip alle, die zum ersten Mal in Amerika waren und dort Auto gefahren sind.

Komisch. In Amerika sitze ich ohne Probleme fünf Stunden und länger am Tag am Steuer. Kaum bin ich wieder in Deutschland, nervt mich beinahe jeder zweite Verkehrsteilnehmer auf der A2 und ich bin froh, wenn ich aus dem Auto raus bin. Liegt nicht nur daran, dass ich in den USA im Urlaub bin und zuhause nicht.

Verkehrsregeln kompakt:

  • Rechts abbiegen bei Rot (Right Turn on Red): In nahezu allen US-Bundesstaaten erlaubt, sofern kein Schild es ausdrücklich verbietet. Die wichtigste Ausnahme: In New York City gilt seit 1977 die umgekehrte Regel - Rechtsabbiegen bei Rot ist verboten, außer ein Schild erlaubt es ausdrücklich.
  • Tempolimits: Sie variieren stark je Bundesstaat. Auf Interstates liegen sie meist zwischen 65 und 80 mph (ca. 105-130 km/h); an der Ost- und Westküste eher 65-70 mph, in dünner besiedelten Bundesstaaten wie Texas, Utah, Montana oder Wyoming bis zu 80 mph.
  • Schulbusse: Schaltet ein Schulbus die roten Blinklichter ein und klappt das Stopp-Schild aus, müssen Fahrzeuge aus beiden Richtungen anhalten (Ausnahmen bei breiten Mittelstreifen sind je Bundesstaat unterschiedlich geregelt). Mindestabstand: ca. 6 Meter (20 Fuß).
  • Anschnall- und Kindersitzpflicht: In praktisch allen Bundesstaaten Pflicht für alle Insassen.
  • Kreuzungen mit vier Stoppschildern (4-Way Stop): Sehr verbreitet, vor allem außerhalb von Großstädten, oft auch dort, wo man in Deutschland eine Ampel erwarten würde. Jede Zufahrt hat ein eigenes Stoppschild, alle Fahrzeuge müssen vollständig anhalten. Wer als Erster zum Stehen kommt, fährt als Erster weiter ("first come, first served"). Kommen zwei Fahrzeuge gleichzeitig an, hat das Fahrzeug rechts Vorfahrt. Im Zweifel: lieber kurz abwarten und sich per Blickkontakt oder Handzeichen verständigen - das ist in den USA üblich und wird nicht als unhöflich empfunden.

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