Gold Butte National Monument (NV)
(Letzte Änderung: 22.05.2026 @ 13:47)
Gold Butte National Monument und Little Finland
Las Vegas ist eine Oase in der Wüste.
Und die Wüste wird größer. Wie der Lake Mead versandet - Overton ist längst zum Wüstenkaff herabgesunken, von einer Marina kann keine Rede mehr sein - so wächst sie. Desertifikation im Kleinen nennt man das wohl. Aber da ich Wüsten liebe, sehe ich es mit einem lachenden und weinenden Auge.
Ein 2016 zum Schutzgebiet erhobenes Vegas-nahes Wüstengebiet ist das Gold Butte National Monument. Es erstreckt sich zwar nicht bis an die Ufer des (schrumpfenden) Lake Meads - diese gehören nebst einem schmalen Landgürtel zur Lake Mead NRA -, kommt diesem aber recht nahe (s. Karten unten).
Die Landschaft wirkt auf den ersten Blick öde und abweisend, aber die Wüste hat definitiv ihre Reize. Zwei besonders schöne Teilgebiete stelle ich im Folgenden vor, ein drittes kommt quasi als Anhängsel hintendran.
Little Finland
Little Finland ist ein relativ kleines, auf einem Felsplateau gelegenes, Gebiet mit fantastischen Felsformationen. Mit ein wenig Fantasie entdeckt man Drachen, Leguane, Kobolde und vieles mehr. Ein wenig Ähnlichkeit besteht zu Gebieten wie dem Goblin Valley oder dem Fantasy Canyon. Winderosion hat dafür gesorgt, dass die Felsen so verwittern konnten, und als ich 2018 dort war, pfiff tatsächlich ein gewaltiges Lüftchen.
Parken sollte man nicht, wo mein Wrangler 2018 stand (s. Bild unten), sondern unterhalb des Anstiegs, der in Wirklichkeit steiler ist, als auf dem Bild zu sehen. Ohne 4WD kommt man da nämlich nicht rauf. Wo der Jeep steht, ist ein schmaler Durchgang durch einen Weidezahn, und von dort geht man in südöstlicher Richtung der Abbruchkante entlang. Wo das Bild entstanden ist, ist man schon mitten im Geschehen.
Whitney Pocket, Wüstenpisten und Felsformationen
Selbst zur Mittagszeit, zu der die Fotos entstanden, sehen die Felsen klasse aus.
Whitney Pocket
Ein kleines Gebiet mit ebenfalls interessanten Felsformationen, die allerdings nicht so filigran wie bei Little Finland sind, sondern "gebirgiger". Dort kann man gut campen (s.u.).
Es gibt einen Staudamm, dessen Mauer während der Great Depression (1930er Jahre) vom Civilian Conservation Corps (CCC) gebaut wurde. Von oben hat man zwar keinen Rundumblick, aber zumindest bietet ein Anstieg die Treppenstufen hinauf eine interessante Perspektive (s. Gallery unten).
Devils Throat
Devils Throat ist eine Doline, also eine trichterförmige Senke in einem Karstgebiet. Anders ausgedrückt: ein Loch, weil der poröse Boden in den Hohlraum darunter gestürzt ist. Das Gebiet ist mittlerweile aus Sicherheitsgründen abgesperrt, weil der Boden brüchig ist und Einsturzgefahr besteht.
Ein Besuch lohnt nicht (mehr), denn man sieht wenig bis nichts (s. Fotos in der Gallery).
Hiking
Ausgeschilderte Musterwanderwege im State-Park-Sinn gibt es meines Wissens nicht. Das Gold Butte National Monument ist unter diesem Gesichtspunkt noch sehr rudimentär. Wandern und Backpacking sind laut BLM aber ausdrücklich vorgesehene Aktivitäten, nur eben auf primitive Art. Insgesamt gibt es in dem Gebiet über 300 Meilen ausgewiesene primitive Routen.
Camping
Eine gute Camping-Location ist Whitney Pocket. Im Windschatten der Felsen den RV stehen zu haben, ist schon eine feine Sache. Allerdings handelt es sich dabei um primitive camping, richtige campsites gibt es nicht.
Kein Wasser! Keine Toiletten!
In der Nähe der Gold Butte Townsite - die ich aber nicht besucht habe - gibt es weitere primitive Camping-Möglichkeiten.
Directions
Eine beim Bureau of Land Management als PDF-Datei downloadbare Übersichtskarte des Gold Butte NM zeigt, wo sich dieses befindet: nördlich von Las Vegas.
Die untenstehende Karte gibt weiteren Aufschluss.
Die offizielle, derzeit verlässlichste Basisquelle ist die BLM-Seite zum Gold Butte National Monument. Wegbeschreibungen zu Little Finland gibt es im Internet an mehreren Stellen; ergänzend verweise ich auf die gute Darstellung bei "Canyonmurmel" Sandra Haak. Die beschriebene (ehemals) berüchtigte Steinstufe kurz vor dem Ziel lässt sich gut umfahren. Sollte mit jedem SUV, der es bis dort geschafft hat, problemlos zu machen sein.
Die einzige asphaltierte Straße im National Monument ist die Gold Butte Road. Sie ist stellenweise so schlecht und mit Schlaglöchern übersät, dass man sich wünschte, sie würde sich in eine smooth dirt road verwandeln. Semi-paved, habe ich auch schon mal gelesen, würde man das nennen. Na denn, besser nicht zu viel erwarten und schön langsam fahren.
Ansonsten sehen die Straßen nach Little Finland z.B. so aus:
GPS-Koordinaten Gold Butte NM
(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):
GPS Whitney Pocket: 36.523607, -114.139293
GPS Little Finland (Parken): 36.450974, -114.215838
GPS Little Finland (Steinformationen): 36.449918, -114.213389
GPS Devils Throat: 36.427744, -114.148988
Good to know
Eine häufig gestellte und berechtigte Frage ist, welche Anforderungen Little Finland an Mensch und Maschine stellt, sprich, ob man 4WD braucht, besonderes fahrerisches Können etc.
Kurze Antwort: oft nein, manchmal vielleicht doch.
Lange Antwort: High Clearance ist nach wie vor Pflicht. Normale Straßen-PKWs haben auf den Pisten dort nichts zu suchen. Das BLM formuliert inzwischen vorsichtiger und zugleich strenger als früher: Auf den primitiven Straßen im Monument kann High Clearance und 4WD erforderlich sein - je nach Zustand, Wetter und Sand-/Matschanteil. Ein Dogma in die eine oder andere Richtung würde ich deshalb nicht mehr aufstellen. Noch wichtiger sind gute Reifen, ein Ersatzreifen, Werkzeug zum Reifenwechseln und eine Ahnung, wie das geht. Einen Plattfuß holt man sich auf den mit spitzen Steinen übersäten Pisten relativ (!) schnell, obwohl so ein Pech absolut betrachtet immer noch die absolute Ausnahme sein dürfte.
Little Finland ist von der Gold Butte Road ausgeschildert. Allerdings würde ich nicht dem Wegweiser bei 36.475450, -114.164214 folgen (rechts ab), sondern weiterfahren bis hier: 36.432617, -114.143836. Von dort bis hier: 36.429172, -114.147352 und dann wieder rechts. Von der offiziellen Strecke habe ich wenig Gutes gehört, die von mir empfohlene ist unkritisch - soweit die Bedingungen mitspielen.
Ein GPS-Gerät ist m.E. äußerst sinnvoll. Kein absolutes Muss, aber ohne hätte ich mich unwohl gefühlt. Die Wegstrecke sollte man nach Möglichkeit als GPX-Datei gespeichert haben, so dass man immer sieht, wo man gerade ist, und wie es weitergeht.
Unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen! Sonnenschutz! Auch etwas Essbares. Handyempfang gibt es kaum bis gar nicht.
Ein Pluspunkt: Der Zugang ins Monument ist weiterhin kostenlos. Wer im Hochsommer Abkühlung sucht, sollte sich Cabin Canyon merken - ein schattigeres Teilgebiet in den Virgin Mountains, das vom BLM explizit hervorgehoben wird.
Little Finland ist im Prinzip - wie so viele Sehenswürdigkeiten im Südwesten - eine Spätnachmittags-Location. Dann knallen die Farben richtig. Aber auch zu anderen Zeiten, selbst mittags, ist das Farbenspiel prächtig, ohne dass man in Photoshop nachhelfen muss. Außerdem kann man bei Rundreisen nicht überall nachmittags ankommen.
Little Finland ist die auf Wegweisern offiziell verwendete Bezeichnung. Im Internet findet man bisweilen auch 'Devil's Fire' oder 'Hobgoblin's Playground'.
My Visits
Das Gold Butte National Monument habe ich 2018 besucht. Sicherlich nicht das letzte Mal, schließlich lockt noch die Gold Butte Townsite.
Das Gold Butte National Monument bekommt von mir drei Sterne. Eigentlich 3,5, aber halbe Sterne gibt es nicht. Einen Stern verdient es sich alleine wegen der Abgeschiedenheit.
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