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   Mein Amerika-Roman: Im Westen ist Amerika

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northwest reloaded tour 2009

(Letzte Änderung: 25.12.2016 @ 10:16)

6. Tag: 07.07.2009 (Teil 1)

Als wir morgens aufwachten, kam Annalena und zeigte uns ihre Hand. Den unverwechselbaren roten Strich, der sich über Nacht schon halb den Arm hoch bewegt hatte, sahen wir mit gehörigem Schrecken. Auweia, die aufgekratzte Stelle hatte sich zu einer heftigen Infektion ausgeweitet, gegen die man mit einer Supermarktsalbe nicht ankommt. Da musste ein Antibiotikum her, und die sind auch in den USA verschreibungspflichtig.

Wir zeigten einem Park-Ranger das Malheur und er meinte, dass das nach einem spider bite aussähe. Eher nicht, Annalena hatte schon früher mal Probleme mit Mückenstichen, aber nicht so stark wie jetzt. Es blieb keine Wahl: Wir mussten nach Vernal fahren und dort in den Emergency Room. Notfallambulanz auf gut Deutsch.

Im Krankenhaus wurde Annalena erstmal komplett von einer nurse durchgecheckt und dann zu einem Arzt weitergereicht. Das gesamte Personal war ausgesprochen freundlich und kümmerte sich sehr engagiert um die Kleine. Die mittlerweile vereiterte Hand musste aufgeschnitten werden und Annalena bekam hochdosierte Antibiotika als Infusion. Der rote Strich den Arm hoch machte den Arzt doch ein wenig nervös (und uns erst Recht).

Lisa-Marie, die ältere Schwester, schrie Zeter und Mordio als Annalena behandelt wurde. Der eigentliche Patient hatte große Angst und war dauernd am Wimmern, ertrug die Prozedur aber für eine Vierjährige sehr tapfer. Als die OP zu Ende war, musste Annalena noch eine Weile liegenbleiben, bis die Antibiotika aus dem Tropf in ihren Körper geflossen waren.

Dann durften wir unter folgenden Auflagen das Krankenhaus verlassen: Sofort zu Wal-Mart und Antibiotika für die kommenden Tage kaufen. Außerdem wurden wir für den nächsten Tag wieder zur Kontrolle einbestellt. Der Arzt nahm einen Kuli und malte einen horizontalen Strich auf Annalenas Arm. Bis dorthin müsste der rote Strich in den nächsten 24 Stunden zurückgehen, sonst wäre ein längerer stationärer Aufenthalt fällig.

Wegen der ganzen Aufregung hatten wir kaum einen Blick für die wunderschön mit Blumen und Fähnchen geschmückte Stadt Vernal. Bei Wal-Mart bekamen wir die Medikamente und mussten dafür 163,20 USD zahlen. Hinzu kam natürlich die Behandlung im Krankenhaus, die meine Kreditkarte mit fast 600 USD belastete. (Die Krankenversicherung in Deutschland hat übrigens alles auf Heller und Pfennig erstattet.)

Nachdem wir alles erledigt hatten, fuhren wir nach Dinosaur und folgten der Harpers Corner Road, die zu dem landschaftlich spektakulärsten Teil des Dinosaur NM führt. Wir kamen an zahlreichen Aussichtspunkten vorbei, die - je weiter wir kamen - immer hochklassiger wurden.

Etwas wehmütig blickte ich hinab auf die Echo Park Road. Wie gerne wäre ich die gefahren, aber mit unserem Wohnmobil war es uns zu riskant.

Annalena war wieder gut drauf und freute sich mit uns über den schönen sonnigen Tag. Das Fahren im Wohnmobil machte den beiden großen Spaß, und sie spielten fast ununterbrochen Schule. Dabei wurde Annalena von ihrer großen Schwester zu langen Unterrichtsstunden verdonnert. Lisa-Marie genoss sichtlich ihrer Wissensvorsprung, denn sie kam ja nach den Ferien schon in die zweite Klasse.