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   Mein Amerika-Roman: Im Westen ist Amerika

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northwest reloaded tour 2009

(Letzte Änderung: 25.12.2016 @ 10:16)

Anreise und 1. Tag: 03.07.2009

Freitagnachmittag begann unser Abenteuer. Und es begann so, wie es sich für Abenteuer gehört: abenteuerlich. Mit Adrenalin und Nervenkitzel. Aber der Reihe nach.

Die Deutsche Bahn sollte uns von Paderborn nach Frankfurt bringen, was ein Umsteigen in Kassel-Wilhelmshöhe implizierte. Auf dem Papier kein Problem. Genügend Umsteigezeit, überhaupt genügend Zeit, da der Flug ja erst am nächsten Tag gehen würde und wir eine Zwischenübernachtung in Frankfurt geplant hatten.

Die Praxis sah dann so aus:

Chaos Teil 1

Bei der Fahrt von Paderborn nach Kassel gab es keine Chance eine Sitzgruppe in der Nähe des Ausstiegs zu bekommen. Wir zogen also mit Sack und Pack und kleinen Kindern (Lisa-Marie war 7 und Annalena 4) durch die Abteile und waren froh einen Platz irgendwo mitten im Abteil zu bekommen. Freitagnachmittag. Pendlerverkehr ohne Ende. Damals waren wir noch nicht schlau genug das Gepäck einfach am Ende des Abteils zu platzieren, damit man schneller aussteigen kann.

Als dann der Zug in Kassel hielt, und wir raus mussten, ging der Wahnsinn erst richtig los. Anja und die Kinder standen auf dem Bahnsteig, die Hälfte des Gepäcks auch und ich war dabei den Rest rauszuhieven, was deutlich erkennbar für das Bahnpersonal war. Ich war quasi immer mit einem Bein in der Tür und schaffte unsere Koffer raus, die hinter mir standen. Von den anderen Reisenden hat mir kein Mensch auch nur mit einem Handschlag geholfen, aber alle betrachteten mein Schaffen hochinteressiert und mit großer Empathie.

Plötzlich ging die verdammte Tür zu und ließ sich von innen nicht mehr öffnen. Offenbar fuhr der Zug einfach los, obwohl Anja draußen Zeter und Mordio schrie und eigentlich klar war, dass da eine Familie war, die z.T. noch im Zug war. Insgesamt war die Zeit zum Ausstieg nach meinem Dafürhalten viel zu kurz, und offenbar sollte eine Verspätung rausgeholt werden.

Irgendjemand meinte, dass das wohl dumm ganz schön gelaufen wäre. Danke für den konstruktiven Beitrag! Ich hatte keine Wahl: Entweder ich machte jetzt, was ich gemacht habe, oder das Chaos wäre komplett gewesen. Ich im Zug nach Nowhere, der Rest der Familie in Kassel. Ohne lange zu fackeln betätigte ich die Notbremse, was zu einem sofortigen Stopp des ICE und großem Erstaunen bei den anderen Fahrgästen führte. Ha, die Türen gingen aber wieder auf.

Der Zugleiter kam mir entgegen, als ich wutentbrannt auf den Bahnsteig stürzte. Bevor der Knabe mir Vorhaltungen machen konnte, habe ich ihn, den Fahrer und die gesamte Deutsche Bahn mit Beschimpfungen überzogen. Ich war so was von sauer. Anja verpasste ihm dann den Rest mit Verweis auf unsere Kinder und das viele Gepäck. Ziemlich kleinlaute Entschuldigungen besänftigten uns aber schnell wieder und wir zogen adrenalingeschwängert davon.

Mann, das war knapp!

Chaos Teil 2

Vorabend-Checkin bei Condor. Eigentlich eine feine Sache, so ganz entspannt schon mal das Wesentliche zu erledigen, bevor der anstrengende Tag kommt. So weit die Theorie.

Die Praxis sah dann so aus, dass uns eine mäßig motivierte Mitarbeiterin de Condor-Bodenpersonals eröffnete, dass wir nicht fliegen würden. Haha, sehr lustig. Geht´s vielleicht ein wenig konkreter? Die Kinder würden jedenfalls nicht fliegen, präzisierte die Dame, denn sie hätten ja noch Kinderreisepässe und die wären für Reisen in die USA nicht erlaubt.

Ich traute meine Ohren nicht, aber Madame Eiskalt ließ sich nicht erweichen. So sind die Regeln, die Fluggesellschaften können da leider gar nichts machen und dürften Passagiere mit falschen Dokumenten nicht mitnehmen. Dass das so ist, war uns klar, aber genauso sicher wussten wir, dass die Pässe der Kinder - im März 2005 ausgestellt und mit Foto versehen - ok waren. Die zitierte Regelung gilt nämlich nicht für Pässe mit Foto und Ausstellungsdatum vor 26.10.2006.

Es entwickelte sich ein für Außenstehende sicherlich hochinteressanter Schlagabtausch, bei dem wir am Ende darauf bestanden den Supervisor oder Flight Manager oder wen auch immer zu sprechen. Dieser erbarmte sich dann unser und - siehe da - unsere Pässe waren in Ordnung. Ach so!? Wer hätte das gedacht? Kein Wort der Entschuldigung übrigens, kein gar nichts.

Falls jemand denkt, dass wir (durch unser Verhalten/ Auftreten o.ä.) so einen Ärger anziehen würden: Vergleichbare Probleme wir unter Teil 1 und Teil 2 beschrieben, hatten wir noch nie. Nicht bei mittlerweile insgesamt 16 USA-Reisen. Eigentlich sind wir ganz ruhige Zeitgenossen.

Gut, dass wenigstens die Übernachtung im Motel One, der Shuttle zum Terminal am nächsten Morgen sowie der Flug nach Las Vegas ohne weitere Probleme abliefen. In Las Vegas fuhren wir mit dem Taxi zum vorgebuchten Mandalay Bay am Südende des Las Vegas Boulevards. Dort bezogen wir unser Zimmer mit schönen Blick auf die Poollandschaft (s. Bild unten links) und machten uns in Windeseile badefertig. Das große Wellenbad mit künstlichem Strand lockte mit überirdischer Kraft.

Chaos Teil 3

Lisa-Marie war weg! Weg im Sinne von nicht mehr auffindbar. Die junge Dame war im zarten Alter von sieben Jahren auf einem Selbstständigkeits-ich -kann-schon-alles-alleine-Trip und verzog sich ins Strandgetümmel, kaum dass wir mal eine Sekunde mit Annalena beschäftigt waren. Ohne sich abzumelden und entgegen allem, was wir vorher praktiziert hatten.

Super! Eine ca. 100 cm winzige Person am knallvollen Mandalay Beach wiederzufinden, erwies sich als nicht so einfach, zumal Lisa-Marie, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, auch noch ihr oranges Kopftuch verloren hatte. Irgendwann entdeckte ich sie dann gedankenverloren am Strand stehend, den Wellen zuschauend und keiner Schuld bewusst.

Nach dieser letzten Chaos-Episode hielten wir uns noch ca. zwei Stunden am Pool auf und genossen die Wellen und die jetzt, am späten Nachmittag, angenehme Sonne. Dann gingen wir aufs Zimmer, ruhten ein wenig aus, und als sich der Hunger mit Macht bemerkbar machte, gingen wir zu Panda Express schräg gegenüber vom Hotel.

Ich machte noch ein paar Fotos vom Mandalay Bay, dessen bronzefarbene Fassade im Licht der tiefstehenden Sonne glänzte.

Danach noch schnell zum berühmten Las Vegas Schild am Südende des Strips, bevor wir uns auf den Rückweg zum Hotel machten und im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter ausgingen.