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Salinas Pueblo Missions National Monument (NM)

(Letzte Änderung: 21.07.2018 @ 10:20)

Die Mitte von New Mexico zwischen Albuquerque und Alamogordo ist Outback.

Outback in dem Sinne, dass dort absolut nichts los ist. Weder schießt einen die Landschaft aus den Socken noch gibt es irgendeine nennenswerte Stadt. Städtchen der Kategorie Mountainair oder Santa Rosa fallen schon positiv auf, obwohl auch da der Lack gewaltig blättert. Dafür gibt es reihenweise Mini-Kaffs der Kategorie Claunch mit einer geschätzten Einwohnerzahl von 5-7 oder so. Im Sommer gleicht die Gegend einem Brutofen mit regelmäßigen Temperaturen in der Nähe oder oberhalb von 100° F. Viele werden zustimmen, dass das Beste die Interstate 25 ist, eine schnelle Nord-Süd-Verbindung, die wenigstens die Durchreise angenehm macht.

Doch Vorsicht mit derartigen Klischees! Links und rechts der I 25 gibt es so manches versteckte Kleinod. Ganz im Westen die riesigen Waldgebiete des Gila National Forest und der Gila Wilderness zum Beispiel. Und die braunen Schilder an den Interstate-Exits erinnern daran, dass es auch auf der anderen Seite, also östlich, noch dieses Ding mit dem langen Namen gibt. Salinas irgendwas.

Wer kann den genauen Namen fehlerfrei aufsagen? Wer kennt überhaupt dieses Schutzgebiet, das immerhin im Rang eines Nationalmonuments steht? Wenn man sich den offiziellen Annual Park Ranking Report for Recreation Visits des National Park Service aus dem Jahr 2015 zu Gemüte führt, sind das vermutlich nicht so ganz viele Menschen. In 2015 landete das Salinas Pueblo Missions National Monument auf einem wenig beeindruckenden 314. Platz (von 368) mit nicht einmal 30.000 Besuchern pro Jahr. Das legt den Verdacht nahe, dass mindestens 95% aller Durchreisenden in Nord-Südrichtung die Interstate 25 nehmen und diese höchstens für "richtige" Sehenswürdigkeiten wie das White Sands National Monument verlassen.

Das ist schade, denn die Salinas Pueblo Missions sind kulturell wichtige Stätten aus der Zeit, als die Spanier Missionen in der Region errichteten, um die dort schon lange ansässigen indianischen Ureinwohner zu christianisieren. Man beachte den Plural: Es gibt insgesamt drei units des National Monuments, die Ruinen spanischer Missionsstationen aus dem 17. Jahrhundert und Überreste noch viel älterer Indianer-Pueblos schützen.

Von den drei units habe ich nur zwei besucht, die ich nachfolgend kurz vorstelle: Abó und Gran Quivira. Quarai kenne ich nicht.

Abó

Abó ist seit dem Ende des 12. Jahrhunderts besiedelt. Die Spanier kamen 1581 dorthin. 1622 wurde der Franziskaner-Mönch Francisco Fonte nach Abó entsandt mit dem Auftrag die Pueblo-Indianer zu christianisieren. Zu diesem Zweck entstand die Mission San Gregorio de Abó, die im Jahr 1659 fertiggestellt wurde. Zwischen 1673 wurde die Mission aufgrund von Hungersnöten, kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Apachen und Krankheiten verlassen. Im Jahr 1815 versuchten spanische Schafzüchter in Abó sesshaft zu werden, wurden aber im Jahr 1830 endgültig von den Apachen vertrieben. Erst ab 1865 wurde Abó wieder permanent besiedelt.

Abo Ruins Salinas Pueblo Missions

Gran Quivira

Gran Quivira ist die größte der drei units des National Monuments und gleichzeitig die größte christliche Ruine in den USA überhaupt. Sie ist nach dem mythischen Goldland Quivira benannt, das die Spanier in der Region suchten. Die Siedlung entstand um 1300 und war schon lange vor der Ankunft der ersten Europäer ein wichtiges Handelszentrum. Zum Kontakt mit den Spaniern kam es vermutlich im Jahr 1583, als Don Antonio de Espejo dort ankam. 1598 erreichte die Expedition unter der Leitung von Don Juan de Oñate die Siedlung, die de Oñate Las Humanas nannte. 1626 kam der Franziskaner-Mönch Alonso de Benavides dort an. Drei Jahre später wurde Las Humanas ein offizieller Außenposten der Mission in Abó. In Diesem Jahr begann der Bau der ersten Mission in Gran Quivira (Iglesia de San Isidro ), der 1635 abgeschlossen wurde. Gra Quivira wurde im Jahr 1672 verlassen - die Gründe sind die gleichen wie bei Abó (s.o.).

Gran Quivira Ruins Salinas Pueblo Missions

Camping

Es gibt keine Campingplätze innerhalb der Grenzen des Nationalmonuments.

Directions

Die Einheiten des Salinas Pueblo Missions NM liegen im Zentrum von New Mexico. Die nächstgrößere Stadt, die aber eigentlich gar keine Stadt ist, ist Mountainair.

Nicht zu unterschätzen sind die Entfernungen zwischen den units. Wer im Norden startet, hat folgende Tour vor sich, um alle Stätten zu sehen: Quarai - Abó: 19 Meilen, Abó - Gran Quivira: 38 Meilen.

GPS-Koordinaten Salinas Pueblo Missions NM

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):

GPS Abó Ruins: 34.45009, -106.37443
GPS Gran Quivira Ruins: 34.26005, -106.09239
GPS Quarai Ruins: 34.59633, -106.29495

Good to know

Die Ruinen sind Klapperschlangen-Revier. In Abó stehen entsprechenden Hinweise ("Respect the Rattlesnakes Privacy. Please Stay on the Trail."). In Gran Quivira hat mich ein Ranger ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass heute ein schöner sonniger Tag und die rattler unterwegs seien. Auf den Wegen bleiben!

My Visits

2014 habe ich es gemacht, wie so viele: Schild "Salinas Pueblo dingsda" gesehen und weiter die I 25 south gebrettert. Zwei Jahre später hatte ich mehr Muße im Gepäck und bin den Wegweisern zunächst nach Abó gefolgt. Bereut habe ich es ganz sicher nicht.

My Rating

Abó ist spektakulär, Gran Quivira zumindest interessant. Zusammen mit den mir unbekannten Ruinen von Quarai ergibt sich ein äußerst spannendes Schutzgebiet, dass den Status als National Monument absolut verdient.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 29 Farbbildern. Die Bilder stammen aus dem Jahr 2016.