Haleakala National Park (Maui)
(Letzte Änderung: 22.05.2026 @ 13:47)Haleakala National Park zwischen Summit und Kipahulu
Haleakala - Haus der Sonne.
Der Legende nach haderte Hina, die Mutter Mauis, damit, dass ihre Wäsche wegen der kurzen Tage und langen Nächte nicht trocknete. Maui, der folgsame Sohn, verließ daraufhin das elterliche Heim in der Nähe der Rainbow Falls auf Big Island (Hilo) und reiste zur Nachbarinsel.
Dort kletterte er auf den Vulkan (Haleakala) und wartete darauf, dass die im zwölf Kilometer langen und vier Kilometer breiten Krater schlafende Sonne ihren täglichen Spaziergang begann. Als sich die Sonne dann mit den ersten Strahlen erhob, fing Maui sie mit einem Lasso ein, damit sie nicht weiterwandern konnte. Erst als die Sonne versprach von nun an länger zu scheinen, ließ sie Maui wieder los.
Problem gelöst, Wäsche trocken, Haussegen gerade gerückt, Mutter glücklich. Braver Sohn. Erbe gerettet. Alles paletti.
Keine Ahnung, ob die rührende Geschichte stimmt. Ist aber auch unerheblich. Wenn man auf dem Gipfel steht, etwa tausend Meter weiter unten das Band schneeweißer Wolken und dahinter den Schulterschluss von Horizont und Ozean sieht, fühlt man sich der Sonne beinahe so nahe wie Ikarus. Alleine aus diesem Grund ist "Haus der Sonne" eine gute Bezeichnung.
Vulkankrater, Seven Sacred Pools und Maui-Panorama
Auf dem Pu'u 'Ula'ula Summit, wie der Gipfel des Haleakala auf Hawaiianisch heißt, werden die Dimensionen des 3055 m hohen Vulkans erst richtig bewusst. Von unten sieht der Haleakala gar nicht so gewaltig aus, da er wie alle Vulkane auf Hawai'i (z.B. Mauna Kea oder Mauna Loa auf Big Island) sanft und über lange Distanz zum Meer hin ausläuft. Man vergisst schnell, dass hier 3000 m Gipfelhöhe tatsächlich drei Kilometer Höhengewinn bedeuten.
Um sich die Ausmaße dieses - glücklicherweise schlafenden - Riesen vor Augen zu führen, bietet sich eine Umrundung der Osthälfte Mauis an. Man kann das gut kombinieren mit einer Reise auf der berühmt-berüchtigten Hana Road und dem "diabolischen" Pi'ilani Highway (Achtung: Ironie; an anderen Stelle mehr zu diesem Thema).
Dabei wird deutlich, dass der gesamte Südosten Mauis vom Haleakala dominiert wird. Spätestens ab Hana liegt, wenn man im Uhrzeigersinn fährt, rechter Hand stets das wuchtige Haleakala-Massiv. Obwohl der Gipfel fern ist, reicht der Nationalpark hier in Form des Kipahulu Districts sogar stellenweise bis an die Küste.
Die Szenerie in der Kipahulu-Region könnte verglichen mit dem Haleakala Summit kaum unterschiedlicher sein: Anstelle karger, knochentrockener Hochgebirgs-Mondlandschaft ist man hier von immergrünem Regenwald umgeben. Wasser gibt es in Hülle und Fülle, z.B. in Form zahlreicher Wasserfälle oder natürlicher Pools, von denen 'Ohe'o Gulch, besser bekannt als Seven Sacred Pools, die bedeutendsten sind.
Gebildet werden die Seven Sacred Pools durch den Palikea River, der seinen Ursprung weiter im Landesinneren hat und hier kaskadenartig in die Tiefe stürzt. Dabei ist die Bezeichnung "Seven Sacred Pools" irreführend bzw. im Grunde genommen sogar komplett deplatziert. Weder sind es sieben Pools, noch waren diese jemals heilig. Der aus Marketinggründen vom Eigentümer des Hotel Hana-Maui Resort kreierte Name (das hört sich verrückt an, aber stimmt wirklich), hat sich jedoch eingebürgert und ist bis heute geblieben. Die Welt ist manchmal komisch.
Die Pools sehen zwar weiterhin nach der perfekten Abkühlung aus, aber Baden ist dort derzeit nicht erlaubt. Anschauen kann man sich das Ganze nur vom Kūloa Point Trail aus. Es kann hier trotzdem sehr voll werden.
Was für ein grandioser Nationalpark! Welche Kontraste! Einfach klasse.
1 Absolute Besucherzahlen sowie Rangplatz unter allen 399 im aktuellen Report geführten National Park Sites (Jahr 2025)
Climate
Quelle (nur Daten): Destination Parks
Hiking
Vielleicht ist der Sliding Sands Trail die großartigste Wanderung, die das Wanderparadies Hawai'i - vielleicht abgesehen vom Kalalau Trail entlang der Na Pali Coast auf Kaua'i, überhaupt zu bieten hat. Dieser trail ist beinahe ein Muss für Leute mit guter Kondition und Lust auf eine längere anstrengende Wanderung durch eine karge Mondlandschaft.
Ich empfehle den Sliding Sands Trail mit dem Halemau'u Trail zu kombinieren. So habe ich es 1996 gemacht. Vom auf 2436 m gelegenen Halemau'u trailhead, bei dem man dann rauskommt, lässt man sich am besten per Auto (oder per Anhalter) zurück zum Haleakala Visitor Center kutschieren.
Eine hervorragende Beschreibung der Sliding Sands/Halemau'u Kombination findet sich auf der Website von Hawai'i-Expertin Angelika ("Angie").
Vom Visitor Center auf 2969 m Höhe kann man auf den Gipfel des Pa Ka'oao ("weißer Hügel") 30 m höher laufen. Dieser round trip knapp eine halbe Meile lange Weg kann auch eine gute Möglichkeit sein um dem Rummel bei Sonnenauf- und -untergang zu entgehen.
Im Kipahulu District kann ich den eine halbe Meile (round trip) langen Kuloa Point Trail empfehlen. Der Weg führt vom Visitor Center zur Küste, wo sogar im Sommer häufig riesige Brecher auf die Lavaküste krachen und die durch die Gegend fliegende Gischt für eine willkommene Abkühlung sorgt. An den Pools entlang geht es durch Urwald mit beeindruckender Vegetation zurück zum Parkplatz. Ein wunderschöner kurzer Weg.
Camping
In der Nähe des Nationalparkeingangs befindet sich der Hosmer Grove Campground. Hier haben wir 1996 trotz der weiten Anfahrt mehrere Nächte verbracht. Hier war die Luft angenehm, zumal der Platz ausstattungsmäßig akzeptabel und nicht so versifft wie andere campgrounds war. Heute läuft dort allerdings nichts mehr spontan: Reservieren muss man vorab auf recreation.gov. Für den Haleakala Summit braucht man für die Einfahrt zwischen 3 und 7 Uhr normalerweise eine separate Sunrise-Reservierung. Wer aber im Hosmer Grove Campground übernachtet, bekommt diese Berechtigung für den nächsten Morgen automatisch mit der Camping-Reservierung mitgeliefert und muss sich nicht noch zusätzlich um ein weiteres Ticket kümmern.
Nach meinen Eindrücken, die allerdings schon länger zurückliegen, ist Hawai'i insgesamt nicht besonders stark auf Budget-Touristen eingestellt. Gerade beim Camping hatte ich öfter das Gefühl, dass manches eher mitläuft als liebevoll gepflegt wird. Dazu kommen die zum Teil sehr unterschiedlichen Bedingungen je nach Lage: oben am Hosmer Grove ist man auf knapp 7000 ft in der Wolkenzone und sollte sich auf Kälte und Regen einstellen, unten in Kipahulu ist es tropisch, feucht und oft deutlich unruhiger. Unterm Strich hat mich das Camping auf Hawai'i nie so überzeugt wie in vielen anderen Regionen der USA.
Ein Beispiel dafür ist der Campingplatz bei den Seven Sacred Pools. Wir haben dort 1996 eine lausige Nacht verbracht. Nichts gegen Fun am Wochenende, aber: Es war Samstagabend und spätestens ab 22.00 waren wir gefühlt die einzigen Leute, die nicht total zugekifft waren und sich komplett daneben benommen haben. Zeitweilig hatten wir echt Schiss, obwohl man uns wirklich nicht vorwerfen kann übermäßig ängstlich zu sein. Eine Beschwerde am nächsten Morgen beim Ranger im Visitor Center führte zutage: "I`m sorry. I have no excuse." Das Problem ist nicht unbekannt gewesen. Heute gilt auch dort: ohne vorherige Online-Reservierung läuft nichts mehr. Keine Ahnung, ob das Drumherum heute angenehmer ist, aber für mich ist das Thema Camping auf Hawai'i generell erledigt.
Directions
Die Fahrtzeit von Kahului bis zum Gipfel beträgt ca. zwei Stunden. Man nimmt den Haleakala Highway 377 und biegt dann auf die Crater Road ab (Highway 378).
Den Kipahulu District erreicht man von Hana aus in etwa 20 Minuten. Die Entfernung beträgt zehn Meilen.
Hier finden Sie die offiziellen Parkkarten.
GPS-Koordinaten Haleakala NP
(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):
GPS Haleakala Visitor Center / Summit District:
20.714804, -156.250499
GPS Hosmer Grove Campground: 20.7577, -156.2438
GPS Halemau'u Trailhead: 20.7450, -156.2297
GPS Leleiwi Overlook: 20.7246, -156.2329
GPS Kalahaku Overlook: 20.7192, -156.2381
GPS Kipahulu Visitor Center: 20.661769, -156.044957
GPS Seven Sacred Pools: 20.664309, -156.043371
Good to know
Um den Haleakala richtig genießen zu können, sollte man morgens aufbrechen. Nachmittags ziehen gerne um den Gipfel herum Wolken auf, die die Sicht dann deutlich vernebeln.
Der Haleakala ist ein El Dorado für Mountain-Biker. Bike down a volcano ist ein beliebtes Unterfangen, was ich nicht verstehe. Man fährt in Gruppen eine steile Straße runter und sieht so gut wie nichts. Dafür kann man sich wunderbar die Knochen polieren, wenn etwas schiefgeht.
Bei guter Sicht kann man vom Haleakala die beiden noch größeren Vulkane der 160 Kilometer entfernten Nachbarinsel Big Island, nämlich Mauna Kea und Mauna Loa, gut sehen. Das sind echte Viertausender, auch wenn sie von Weitem nicht danach aussehen.
Auf dem Gipfel befindet sich auch das Haleakala Observatorium, welches für die Öffentlichkeit jedoch nicht zugänglich ist. Forschungsschwerpunkt: Astronomie.
Für den Sonnenaufgang braucht man inzwischen zwingend eine vorherige Reservierung auf recreation.gov. Das gilt fuer Fahrzeuge, die zwischen 3.00 und 7.00 Uhr in den Summit District wollen. Ohne Reservierung kommt man dann nicht rein.
Dass man die Höhe nicht unterschätzen und es langsam angehen lassen sollte, vor allem, wenn man vorher nur auf Meeresspiegelhöhe unterwegs war, leuchtet ein. Außerdem: Sonnenschutz, Wasser.
Im Park gibt es weder Tanken noch Verpflegung, und bezahlt wird am Eingang nur noch bargeldlos.
Auch Leleiwi Overlook und Kalahaku Overlook sind Stopps wert. Um den Sonnenaufgang zu fotografieren, ist der Leleiwi Overlook ein guter Tipp. Hier ist es längst nicht so crowded wie auf dem Gipfel.
Der Leleiwi Overlook ist nur bei der Bergauffahrt verfügbar. Umgekehrt kann man den Kalahaku Overlook nur ansteuern, wenn man bergab fährt.
Schwimmen in den Seven Sacred Pools ist derzeit gar nicht erlaubt. Man kann die Pools nur sicher vom Kūloa Point Trail aus ansehen.
An den Pools stehen Hinweise, die vor Leptospirose warnen. Die Krankheit kann man sich einfangen, wenn man stehendes verunreinigtes Wasser trinkt oder offene Wunden damit in Berührung kommen.