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Grafton Ghost Town (UT)

(Letzte Änderung: 21.07.2018 @ 10:20)

Bei der Verschlagwortung meiner Bilder aus analogen Zeiten bin ich hier und da ganz schön ins Schwitzen gekommen. Einige Bilder konnte ich partout keiner Location mehr zuordnen, die Erinnerung ließ mich im Stich, Aufzeichnungen fehlten und Exif-Daten mit GPS-Informationen waren damals noch Science Fiction.

Zum Beispiel hatte ich zwei nicht identifizierbare Bilder aus dem Jahr 1996:

Grafton Ghost Town Grafton Ghost Town Cemetery

Wo war das bloß?

Mir blieb nichts übrig als in einem bekannten USA-Reiseforum das entsprechende Problem zu posten. Den bestens informierten und hilfsbereiten Mitgliedern meines Lieblingsforums sei Dank: Das Rätsel wurde gelöst, die Bilder zeigen die Geisterstadt Grafton in der Nähe des Zion National Park.

Ein wenig peinlich ist mir die Sache schon, denn Grafton ist angeblich die am meisten fotografierte ghost town in den USA. Außerdem ein sehr bekannter Western-Set für für Filme wie z.B. Butch Cassidy and the Sundance Kid aus dem Jahr 1869. So eine Location sollte ich als Autor von USALetsGo eigentlich sofort erkennen.

Grafton entstand im Jahr 1862 - quasi im zweiten Versuch. 1859 kamen bereits fünf Siedlerfamilien, die aber wegen Überschwemmung des Gebiets durch den Virgin River das Weite suchen mussten. Die Stadt entwickelte sich nach ihrer Wiederbesiedelung schnell, im Jahr 1864 lebten hier bereits 28 Familien.

Das Leben in Grafton war hart und entbehrungsreich. Überschwemmungen und Dürren wechselten sich ab.

"Why did the settlers abandon Grafton? Water too much when they didn't need it, too little when they did. In 1906 a newly built canal delivered Virgin River water to the wide, flat Hurricane bench 20 miles downstream. Many Grafton families packed everything even some of their homes and reassembled them in Hurricane. The loss of farm fields from repeated flooding, and lack of modern utilities contributed to their leaving Grafton." (Quelle: www.graftonheritage.org)

Hinzu kamen kriegerische Auseinandersetzungen mit Indianern. Die Inschrift des Grabsteins auf dem zweiten Bild oben lautet bezeichnender Weise: April 2, 1866 Isabella Hales Berry 20 years killed by Indians.

Aufschlussreich finde ich auch das folgende Zitat:

"When the Utah Territory was settled, the upper Virgin River was already inhabited by native Southern Paiute peoples. Pioneers often settled the same places required by these native people for their subsistence. This competition for land and scarce resources led to conflict.

At the same time, Navajo people living south of the Colorado River were squeezed between pioneer settlement in Arizona to the south and Utah to the north. In December 1865, Navajo raiders stole cattle and horses from Kanab and the Shirts ranch at Paria. In January 1866, two ranchers were killed at Pipe Spring and their cattle stolen. Consequently, the Mormon militia killed Indians near Pipe Springs and in retaliation the Indians killed the Berrys, who were traveling home to Berryville (now Glendale on Highway 89), near Colorado City. At the time, Grafton was the County Seat, and their bodies were brought to Grafton for burial. During this time, Mormon Church leader Brigham Young ordered villages in southern Utah to coalesce into towns of at least 150 men. Grafton and other Virgin River towns were deserted as townsfolk consolidated in Rockville. Grafton farmers returned daily to tend their fields, and by 1868, Grafton was resettled and the residents were back, working to create the future." (Quelle: www.graftonheritage.org)

Die Menschen verließen nach und nach die Stadt. Im Jahr 1919 wurde die Schule von Grafton geschlossen. Die letzten Bewohner gingen im Jahr 1945.

Im Jahr 1997, aso ein Jahr nach meinem Besuch, wurden einige Gebäude und Einrichtungen unter Trägerschaft der Grafton Heritage Partnership restauriert (z.B. Schulhaus, Russel Home, Louisa Foster Home, John Wood Home).

Directions

Vom Süd-Westeingang des Zion National Park fährt man durch Springdale bis nach Rockville. Am nordöstlichen Ende der Stadt biegt man auf die Bridge Road ab. Von dort geht es rechts auf die Grafton Road.

Nach ein paar Meilen liegt auf der linken Seite der Friedhof, die Gebäude liegen weiter geradeaus.

GPS-Koordinaten Grafton

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)

GPS Grafton: 37.167222, -113.08

Anfahrt

My Visits

Ich habe Grafton Ghost Town im Jahr 1996 besucht. Leider habe ich nur zwei Bilder, warum, ist mir vollkommen unklar. Vielleicht war der Film voll und ich hatte keinen Ersatz greifbar zum Wechseln. Wer weiß...

Ein baldiger zweiter Besuch, der fotografisch hoffentlich ergiebiger ausfällt, ist geplant.

My Rating

Die Überreste von Grafton Ghost Town erinnern an die Zeit damals, an das Leben der Siedler, den Kampf gegen Naturgewalten und die Konflikte mit den Indianern.

Besonders das alte Schulgebäude aus dem Jahr 1886, welches auch als Kirche diente, ist sehenswert.

Wenn Sie Sinn für die amerikanische Geschichte haben, ist Grafton eine hochinteressante Sehenswürdigkeit.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 2 Farbbildern. Die Bilder stammen aus dem Jahr 1996.