Portland (OR)
(Letzte Änderung: 21.05.2026 @ 18:57)Portland zwischen Weirdness und Alltag
Portland, die größte Stadt in Oregon, ruft so manche Assoziationen hervor: liberal, links, intellektuell, progressiv, hip, schmuddelig, renitent, vielfältig, kulturell.
Weird.
Alternativ.
Graffiti-geschmückt-verrückt.
Die Liste der Adjektive ließe sich fortsetzen.
Ganz nüchtern betrachtet ist Portland die größte Stadt im US-Bundesstaat Oregon. Sie hat eine lebhafte Kulturszene und ist berühmt für ihre Food-Trucks, Bierbrauereien und Kaffeeröstereien.
Sehenswürdigkeiten gibt es natürlich auch, obwohl eher rar gesät. Als da wären:
International Rose Test Garden: ein Rosengarten mit mehr als 8.000 Pflanzen aus mehr als 550 Sorten.
Der Rosengarten liegt im Washington Park, einem großen Park mit einer Vielzahl von Attraktionen wie dem Oregon Zoo und dem Portland Japanese Garden. Das frühere Portland Children's Museum gehört inzwischen der Vergangenheit an.
Wen es zum Wasser zieht, und das dürfte auf die meisten Touristen früher oder später zutreffen, kommt zum Waterfront Park am Willamette River. Hier kann man schön spazierengehen.
Der beste view über die Stadt bietet sich von der Pittock Mansion, einem historischen Herrenhaus aus dem frühen 20. Jahrhundert. Während der Besuch der Mansion kostenpflichtig ist, darf man den Garten eintrittsfrei betreten und die Aussicht genießen.
Während die Skyline nicht sooo der Hingucker ist, ist es der Mt. Hood definitiv.
Ein weiterer Besichtigungspunkt (den wir ausgelassen haben) ist der Pearl District: ein ehemaliges Lager- und Industrieviertel, das sich zu einem beliebten Zentrum für Kunst, Einkaufen und Essen verwandelt hat.
Rose Garden, Waterfront und Portlands Schattenseiten
Nach diesen hübschen Eindrücken nun ein Blick auf die Schattenseite der Stadt. Die Drogen- und Obdachlosenproblematik - häufig nicht voneinander zu trennen bzw. schwer auseinanderzuhalten als Außenstehender - wirkt auf den flüchtigen Betrachter erschreckend. Ich kann mir eigentlich kein Urteil dazu anmaßen, man müsste Sozialarbeiter, Streetworker, Polizisten und Charity Worker fragen, aber die Zustände im Sommer 2022 erinnerten stark an Vancouver (Kanada).
Zeltlager auf den Bürgersteigen in Geschäfts- und Ausgehvierteln, offener Drogenkonsum auf den Straßen, sehr viele Obdachlose, denen man die Sucht ansieht - es ist einfach nur traurig. Wohnungsnot, hohe Mieten, psychische Erkrankungen und Suchtprobleme überlagern sich hier in unerquicklichster Weise.
Politisch ist das Thema in Portland und Oregon vermintes Gelände. Zwischen Entkriminalisierung, Behandlungsansatz, Rückrudern und härterem Durchgreifen wurde in den letzten Jahren vieles ausprobiert, ohne dass sich das Problem einfach wegzaubern ließe.
Um diesen Beitrag nicht zu düster enden zu lassen, noch zwei Blicke auf Dinge, die Portland wirklich gut kann: food trucks und Bücher. Davon gibt es erstens jede Menge und zweitens mit Powell's City of Books gleich eine Institution, die man als Bücherfreund kaum auslassen kann.
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Portland haben wir 1999 und 2022 besucht.
Ich habe mich in Portland nicht wohl gefühlt. Zum Teil wegen der Drogenproblematik, ohne dass sich die Situation in irgendeiner Weise bedrohlich dargestellt hätte. Dennoch wäre ich nach Einbruch der Dunkelheit nicht gerne unterwegs gewesen.
Der Mangel an wirklich hochkarätigen Sehenswürdigkeiten lässt mich ebenfalls nur einen Stern vergeben, aber das ist natürlich total subjektiv.
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