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   Mein Amerika-Roman: Im Westen ist Amerika

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Off-the-beaten-Track 2012

(Letzte Änderung: 9.07.2017 @ 10:04)

2. Tag: 07.10.2012 (Fortsetzung)

Bald windet sich die Titus Canyon Road durch den gleichnamigen Canyon. Wir erreichen die Narrows, die als spektakulärster Teil der Strecke gelten. Im Schatten ist es hier angenehm kühl.

Als uns die Straße, die nur in eine Richtung befahren werden darf, in den vor Hitze flirrenden kalifornischen Teil des Death Valleys ausspuckt, bricht mir der Schweiß endgültig aus allen Poren. 100° F und das im Oktober. Nach einigen Besuchen im Tal des Todes weiß ich aber, dass das im Sommer locker getoppt wird. 120° F sind dann keine Seltenheit. Also nicht jammern, wir haben uns die richtige Reisezeit ausgesucht.

Die Klimaanlage läuft jetzt auf Hochtouren und wir geben richtig Gas um schnell zu Scotty´s Castle zu kommen. Das ist die nächste Skurrilität im Death Valley. 1994 war ich schon mal da und habe kaum noch eine Erinnerung an das schlossähnliche Anwesen im spanischen Stil, das hier auf Initiative von Walter Scott unter unter Mithilfe eines gönnerhaften Geldgebers entstand.

Das Anwesen wirkt in der spröden Umgebung komplett deplatziert, finde ich.

Unerlaubter Weise, aber auch ohne unser Wissen dringen wir in den Bereich ein, der sich hinter bzw. oberhalb des Anwesens befindet und nur im Rahmen einer kostenpflichtigen Tour zugänglich ist und machen ein paar Fotos.

Da wir nicht unangenehm auffallen möchten, machen wir uns schnell wieder vom Acker. Das, was es hier zu sehen gibt, haben wir größtenteils gesehen.

Wir müssen nun eine wichtige Entscheidung treffen: Racetrack ja oder nein? Eigentlich haben wir uns das fest vorgenommen, aber andererseits ist es schon ziemlich spät. Wir wissen, dass man für diesen Abstecher einen halben Tag einkalkulieren kann und es ist jetzt schon mittags. Angesichts der riesigen Entfernungen im Death Valley droht die Zeit knapp zu werden. Egal, dann müssen andere Dinge eben ausfallen, der Racetrack ist uns schon wichtig.

Sicherheitshalber fragen wir im Visitor Center von Scotty´s Castle nach den Straßenverhältnissen. Die diensthabende Rangerin rät uns dringend ab die Strecke unter die Räder zu nehmen. Auch unser Hinweis, dass wir einen Wrangler fahren und relativ viel Offroad-Erfahrung haben, kann sie nicht erweichen. Die Strecke muss in fürchterlichem Zustand sein. Die Dame zeigt uns eine Stelle auf der Karte und meint, dass sie bis dorthin vor kurzem zwei Stunden gebraucht hat. Hochgerechnet wären das etwa drei Stunden one way.

Was sollen wir machen? Gegen so einen nachdrücklichen Rat handeln, ist vermutlich ziemlich unvernünftig, also blasen wir die Tour ab. Sicherheit geht vor und Mega-Stress gleich am Anfang des Urlaubs brauchen wir nicht. Da sind wir uns wieder einmal sofort einig.

Also weiter zum in der Nähe liegenden Ubehebe Crater. Beim Aussteigen aus dem Auto merke ich, dass meine Handschlaufe für die Kamera verschwunden ist. Die muss ich wohl im Visitor Center vergessen haben, Dort habe ich eben einen Objektivwechsel gemacht. Ist jetzt egal, wir können gleich nochmal zurückfahren. Jetzt gucken wir uns erst einmal den trichterförmigen Krater an.

Am Kraterrand weht ein stürmischer Wind. Es ist kaum möglich die Kamera einigermaßen stillzuhalten und ich habe Angst, dass sie mir mangels Brustgurt und Schlaufe aus der Hand gerissen wird. Etwaige Kopfbedeckungen bleiben sowieso besser im Auto. Die sind ruckzuck auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Der farbenfrohe Ubehebe Crater sieht wunderschön aus und vermittelt den Eindruck einer bizarren Mondlandschaft.

Angesichts des Sturms kann man sich hier nicht länger als ein paar Minuten aufhalten. Wir sind also schnell wieder im Auto und fahren zurück zu Scotty´s Castle. Tatsächlich, da liegt das gute Stück auf dem Tisch, an dem ich mich vorhin niedergelassen habe um die Linse zu tauschen. Alles wieder gut.

Nach diesem kleinen Intermezzo fahren wir weiter Richtung Furncace Creek, wo wir eine Übernachtung auf der Ranch gebucht haben.

In der Nähe von Stovepipe Wells besichtigen wir die Mesquite Flat Sand Dunes. Auch hier war ich schon einmal vor vielen Jahren. Damals war es Hochsommer und der kurze Marsch zu den Dünen hat mich fix und fertig gemacht. Heute begnüge ich mich mit einem distanzierten Blick auf die Dunes. Es ist jetzt gegen 15.00 Uhr und knallheiß.

Beim Blick in die Karte hat Ralf die glorreiche Idee noch eine Location anzusteuern, bevor wir dann endlich nach Furnace Creek fahren. Es handelt sich um den weltbekannten Salt Creek, von dem ich noch nie irgendwo gelesen habe.

Ich lasse mich bereit schlagen und wir fahren hin. Man kann dort einen kleinen trail entlang eines boardwalks gehen, was wir auch machen, denn sonst wäre der Besuch komplett sinnlos gewesen. Am Ende sind wir uns einig, das spektakulär anders geht, obwohl das Licht jetzt zu später Stunde sehr schön ist.

Gegen Abend checken wir bei der Furncace Creek Ranch ein. Unser Zimmer ist sehr schön und wir gehen noch in eines der beiden Restaurants der Anlage.

Für den ersten richtigen Tag des Urlaubs war das ein ganz schöner Ritt heute. Aber schön war´s.