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   Mein Amerika-Roman: Im Westen ist Amerika

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Off-the-beaten-Track 2012

(Letzte Änderung: 9.07.2017 @ 10:04)

2. Tag: 07.10.2012

Wie kann das sein: Ich habe zwei Nächte am Stück nicht geschlafen und wache trotzdem früh am Morgen auf? Todmüde bin ich natürlich, aber so wach, dass ich nicht mehr länger im Bett rumliegen kann.

Unten im Casino sitzen die Süchtigen, die die Nacht durchgemacht haben und nicht wissen, welcher Tag heute ist. Wir ziehen unser Gepäck zum Auto und fahren dann zum Walmart Supercenter am West Charleston Boulevard. Dort kaufen wir ein paar unentbehrliche Sachen ein, wie z.B. eine Kühltasche, gallonenweise Wasser und natürlich Lebensmittel und Getränke für unterwegs.

Über den Highway 95 fahren wir aus der noch relativ stillen Metropole in nordwestlicher Richtung und verabschieden uns für´s Erste von Las Vegas.

Diese Strecke bin ich schon oft gefahren und sie zieht sich aus dieses mal wieder wie Kaugummi. Rechts und links nichts als Ödland, aber auch dieses hat bekanntlich seinen Reiz. Den Charleston Peak lassen wir links liegen und erreichen irgendwann Beatty. Dort machen wir eine kurze Rast und tanken müssen wir auch, denn ab jetzt wird´s einsam.

Wir nehmen Kurs auf die ghost town Rhyolite. Die skurrilen Exponate, die von einem abgespaceten Künstler hier platziert wurden, sind aus diversen Foren bekannt. Trotzdem muss ich sie natürlich ablichten, zumal Ralf so unnachahmlich gekonnt posiert.

Eine knappe Stunde Rhyolite reicht völlig. Beim Besichtigen der ruinenhaft erhaltenen alten Gebäude und dem ganzen Krempel drumherum geht mir permanent die Frage durch den Kopf, wie um alles in der Welt man hier leben konnte. Gut, es gab damals der Überlieferung zufolge 53 (!) Saloons. Das erklärt vieles.

Hinter Rhyolite beginnt die Einsamkeit in Form der nicht-asphaltierten 27 Meilen langen Titus Canyon Road. Soeben noch sehen wir den Hinweis, dass es rechts abgeht. Fast wären wir vorbei gefahren. Sicherheitshalber checken wir die GPS-Koordinaten. Nicht, dass wir uns auf irgendeine Nebenpiste begeben, von der wir nichts wissen. Passt aber alles, also los.

Die gut zu befahrene Straße beginnt zunächst relativ unspektakulär und führt ziemlich rauh und über viele spitze Steine in die höheren Gefilde der Grapevine Mountains. Die kargen, knuspertrockenen Gebirgszüge wirken unnahbar und lebensfeindlich und doch verströmen sie eine ungeheure Anziehungskraft. Ich liebe solche Landschaften, zumal die Temperaturen so angenehm sind. 75° F - besser geht es kaum.

Wir machen eine ganze Menge Fotostopps und stellen fest, dass es ziemlich rasant heißer wird. Jetzt, im Oktober, ist es aber auch am späten Vormittag immer noch gut auszuhalten. Im Sommer wäre so eine Tour eher eine Tortur.

Die Titus Canyon Road führt in das verlassene Minenstädtchen Leadfield. Hier machen wir wieder einen kurzen Stopp und streunen ein wenig umher.