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organ mountains-desert peaks National Monument (nm)

(Letzte Änderung: 2.09.2018 @ 14:43)

Genau so sperrig wie der Name gestaltet sich ein Besuch des erst 2014 von Präsident Obama aus der Taufe gehobenen Organ Mountains-Desert Peaks National Monument. Dafür gibt es mehrere Gründe:

(1) Das Organ Mountains-Desert Peaks National Monument umfasst nicht eine zusammenhängende Fläche, sondern verschiedene Gebirgsketten (mountain ranges) der Chihuahua Desert: Robledo Mountains, Sierra de las Uvas, Doña Ana Mountains, Organ Mountains und die Potrillo Mountains. Diese liegen als einzelne Cluster verstreut um die Stadt Las Cruces, die sich ungefähr im Mittelpunkt befindet.

(2) Die einzelnen Sektionen des Organ Mountains-Desert Peaks National Monuments sind zu einem großen Teil unerschlossene Wildnis bestehend aus kargen, zerklüfteten Bergen, die sich über den flachen Wüstenboden erheben, Lavalandschaft, engen Canyons und dichtem Buschland. Dazwischen finden sich archäologisch und kulturell interessante Sehenswürdigkeiten, die aber z.T. nur schwer zugänglich sind.

(3) Da mehrere, zuvor unabhängig voneinander existierende, recreation areas in dem National Monument als administrativem Überbau zusammengeführt wurden, gibt es (Stand 2015) meines Wissens nicht DIE zentrale Anlaufstelle, z.B. in Form eines gemeinsamen Visitor Centers. Lediglich die ehemals selbstständige Dripping Springs Natural Area hat ein spezifisches Visitor Center, das nach meinem bisherigen Kenntnisstand aber nur Informationen über die Organ Mountains östlich von Las Cruces bereithält.

(4) Die gesamte Infrastruktur im Parkgebiet scheint noch in der Entwicklung befindlich. Für einen Besucher ist es relativ kompliziert festzustellen, was sich eigentlich konkret wo befindet und wie zugänglich ist.

(5) Die administrative Leitung obliegt zurzeit offenbar noch dem Bureau of Land Management (BLM). Ohne deren wichtige Arbeit schmälern zu wollen, hat die Website nicht die Qualität der Websites anderer National Monuments unter Leitung des National Park Service.

Als ich mir also 2014 in den Kopf gesetzt hatte ein weiteres National Monument meiner Liste von Sehenswürdigkeiten in den USA hinzuzufügen, stand ich also vor einigen Problemen. Zunächst einmal musste ich entscheiden, welche der genannten Sektionen ich überhaupt aufsuchen wollte. Ich entschied mich für die Sierra de las Uvas Region. Dort befindet sich die Picacho Peak Recreation Area, die in das National Monument quasi eingemeindet wurde.

Picacho Peak Recreation Area

Picacho Peak bedeutet übrigens direkt übersetzt "Bergspitzen-Gipfel", was eher wenig geschickt klingt. In reinstem Englisch: Peak Peak, was auch nicht erhellender ist. Egal. Gemeint ist ein knapp 250 m über dem umliegenden Terrain aufragender erloschener Vulkan, auf den man wandern kann. Der Picacho Peak liegt nur wenige Meilen von Downtown Las Cruces entfernt und thront wie ein Wahrzeichen über der Wüstenstadt.

Picacho Peak

Das schmale, helle Band im obigen Bild ist ein Teil des beachtlich steilen trails, der die Südflanke des Picacho Peak hinaufführt. Von oben ist die Aussicht fantastisch.

Picacho Peak

2016 war ich wieder einmal in der Las Cruces Area unterwegs und wollte endlich die Organ Mountains sehen, denen das National Monument immerhin einen Teil seines Namen verdankt. Die gezackten Gipfel der Organ Mountains bilden eine äußerst fotogene Gebirgskette. Ihren Namen verdanken sie den Felsnadeln, die entfernt an Orgelpfeifen erinnern.

Organ Mountains

Dripping Springs Natural Area

An der Westflanke der Organ Mountains befindet sich die Dripping Springs Natural Area, die früher ein "eigenständiges" Schutzgebiet unter Verwaltung des BLM war und im Jahr 2014 quasi in das damals gegründete Organ Mountains-Desert Peaks National Monument eingemeindet wurde.

Hier gibt es den 2,7 Meilen langen (round-trip) Dripping Springs Trail, den man unbedingt machen sollte. Der Weg führt ganz nahe an die schroffen Felswände der Organ Mountains heran. Am Ende des trails kommen einige historisch interessante Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das Boyd Sanatorium (s. Bild links) oder van Patten`s Mountain Camp (Bild rechts).

Boyd Sanatorium van Patten´s Mountain Camp

Das van Patten Mountain Camp, auch als Dripping Springs Resort bekannt, wurde von dem ehemaligen Konföderierten-Major Eugene van Patten gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Hotel für die Schönen und Reichen gebaut. Für den Standart sprachen die Abgeschiedenheit und Nähe zu den bei Regen wasserfallartigen und ansonsten lediglich tröpfelnden Quellen (dripping springs). Kit Carson, Pat Garrett und Pancho Villa waren berühmt-berüchtigte Gäste des Resorts.

Im Jahr 1915 machte van Patten Konkurs und verkaufte sein Anwesen an Dr. Natan Boyd, der Teile des Resort zu einem Sanatorium für Tuberkulose-Patienten umfunktionierte. Heute stehen nur noch einige gut erhaltenen Überreste der Küchen- und Gemeinschaftsgebäude, die jedoch nicht betreten werden dürfen.

Hiking

Es gibt eine ganze Menge hiking trails, wie auf einer neueren Website über das Organ Mountains-Desert Peaks National Monument aufgeführt: Beispiele sind Baylor Pass, Achenbach Canyon, Aguirre Springs, Pine Tree Trail, Soledad Canyon, Fillmore Canyon, Valles Canyon, Picacho Peak, Lookout Peak, northern Robledo Box Canyon. (Quelle: www.organmountains.org)

Persönlich kenne ich nur den Picacho Mountain Trail, der auf den Picacho Peak führt, und den Dripping Springs Trail in der gleichnamigen Natural Area.

Camping

Östlich von Las Cruces liegt der Aguirre Spring Campground, über den das Bureau of Land Management (BLM) auf einer gesonderten Website informiert.

Directions

Es gibt eine interaktive Karte, auf der die einzelnen Teilgebiete des National Monuments eingezeichnet sind.

Hier ist eine Wegbeschreibung zum trailhead des Picacho Mountain Trails ausgehend von der Interstate 10: "Take exit 135 (W. Picacho Ave./Highway 70 East) and travel east for approximately 2.5 miles. Turn north on Picacho Hills Dr. Continue on Barcelona Ridge Rd. after one mile. Travel one more mile and turn north on Anthem Rd. Follow this for one mile to its end. Turn north on Loop Rd. (unpaved). Follow this for 1.5 miles to the trailhead parking lot." (Quelle: www.blm.gov)

Übersicht Anfahrt Picacho Peak:

Die Dripping Springs Natural Area liegt zehn Meilen östlich von Las Cruces an der Westflanke der Organ Mountains. Um dorthin zu kommen, nimmt man exit 1 auf der Interstate 25, dann geht es über die University Avenue zur Dripping Springs Road, die man bis zum Ende fährt. Wenn man von Norden (z.B. White Sands National Monument, Alamogordo) kommt, überquert man die Organ Mountains auf dem Highway 70 und biegt kurz darauf links auf die teilweise nicht-asphaltierte, aber bei Trockenheit mit normalen Straßen-PKWs problemlos befahrbare, Baylor Canyon Road ab. Diese stößt nach knapp sieben Meilen auf die Dripping Springs Road, auf die man links abbiegt. Das ist eine erhebliche Abkürzung!

GPS-Koordinaten Organ Mountains - Desert Peaks NM

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):

GPS Trailhead Picacho Mountain Trail: 32.326237, -106.891700
GPS Dripping Springs Natural Area: 32.330200, -106.590117

Good to know

Im Hochsommer ist eine Wanderung auf den Picacho Peak ein überdenkenswertes Unterfangen. Ich habe sogar Mitte Oktober mit der intensiven UV-Strahlung zu kämpfen gehabt.

Die Loop Road ist nicht asphaltiert. 4WD ist definitiv nicht erforderlich, high clearance jedoch keine schlechte Idee. Ein normaler SUV ist hilfreich.

Für die Dripping Springs Natural Area gibt es eine separate Infobroschüre. Das Gebiet ist auch noch unter dem früheren Namen Cox Ranch bekannt.

Den Dripping Springs Trail kann man gut mit dem La Cueva Trail kombinieren.

My Visits

Die Picacho Peak Recreation Area habe ich 2014 besucht. 2016 war die Dripping Springs Natural Area dran.

My Rating

Sperriger Name hin, mangelhafte Informationslage her: alleine schon der trail auf den Picacho Peak ist zwei Sterne wert. Die Dripping Springs Natural Area steuert noch locker einen weiteren Stern hinzu.

Über die ganzen anderen Sektionen des National Monuments kann ich (noch) nichts sagen.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 58 Farbbildern. Die Bilder stammen aus den Jahren 2014 und 2016.