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Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

Paderquellen - Bär ermittelt Neu

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Mount St. Helens National Volcanic Monument (WA)

(Letzte Änderung: 22.05.2026 @ 14:13)

Ausbruch 1980 und Mount St. Helens

Kennen Sie den Hollywood-Katastrophenfilm Dante´Peak (1997) mit Pierce Brosnan und Linda Hamilton in den Hauptrollen?

Der Film spielt im Staat Washington, genau genommen in der fiktiven Kleinstadt Dante´s Peak. Diese hat quasi als Hausberg einen (gleichnamigen) Vulkan, der unerwartet explodiert. Ein pyroklastischer Strom rast auf die Stadt zu und vernichtet alles, was im Weg ist.

Warum erzähle ich das? Weil der Film erstens für seine relative Authentizität gelobt wurde und zweitens den Opfern des Ausbruchs des Mt. St. Helens gewidmet ist.

Und damit verlassen wir Hollywood und kommen in der Realität an.

Am 18. Mai 1980 eruptierte der Mount St. Helens nach einer langen Ruhephase, die auf eine kleinere Eruption im Jahr 1857 gefolgt war. Dem Hauptausbruch waren seit Ende März 1980 bereits kleinere Explosionen und eine auffällige Aufwölbung der Nordflanke vorausgegangen. Als am Morgen des 18. Mai ein Erdbeben der Stärke 5,1 die instabile Nordseite abrutschen ließ, verlor der Vulkan seinen Gipfel; die Höhe sank von 2950 m auf 2549 m, also um gut 400 Meter.

Der erste katastrophale Schlag war dabei kein klassischer senkrechter Ausbruch, sondern ein seitlicher Blast nach Norden. Er verwüstete rund 600 km² Landschaft; danach folgten pyroklastische Ströme, Lahare und eine gewaltige Aschesäule. 57 Menschen verloren ihr Leben.

Eines der tragischen Opfer war der Vulkanologe David A. Johnston, der im Dienst starb. (Pierce Brosnan aka Dr. Harry Dalton hatte da im Film mehr Glück, weil ein Unhappy End nicht immer leinwandkompatibel ist.) Das später nach ihm benannte Johnston Ridge Observatory erinnert an ihn.

1982 schufen Präsident Ronald Reagan und der Kongress das 110.000 Acre große Mount St. Helens National Volcanic Monument. Es sollte Raum für Forschung, Erholung und Umweltbildung geben - also ausdrücklich auch dafür, die Regeneration einer zerstörten Landschaft über Jahrzehnte hinweg zu beobachten.

Das Mt. St. Helens National Monument ist heutzutage vor allem für Naturliebhaber eine große Attraktion. Darin liegt, wie ich finde, eine bittere Ironie. So traurig die Hintergründe auch sind, bietet sich dem Fotografen eine spektakuläre Szenerie.

Beispiel Spirit Lake: Durch den Vulkanausbruch 1980 wurde der See mit vulkanischem Material aufgefüllt und der Wasserspiegel stieg um etwa 60 Meter. Weite Teile der Wasserfläche sind auch mehr als 40 Jahre nach dem Ausbruch noch mit Baumstämmen bedeckt, die damals in den See geschleudert wurden.

Hier zwei entsprechende Bilder vom Spirit Lake:

Spirit Lake und Viewpoints im Volcanic Monument

Spirit Lake Spirit Lake

Im Mt. St. Helens National Monument gibt es einige der besten Aussichtspunkte, die ich kenne. Stichworte sind hier: Johnston Ridge, Cascade Peaks Viewpoint oder der besonders grandiose Windy Ridge Viewpoint, von wo man auch die schneebedeckten Gipfel von Mount Adams (s. Bild unten) und Mount Hood sehen kann. Näher kommt man nicht an den Vulkan heran, es sei denn, man besteigt ihn mit Permit.

Windy Ridge Viewpoint

Hiking

Das Mt. St. Helens National Monument bietet fantastische Möglichkeiten für Wanderfreunde.

Ich kenne den Weg zum Norway Pass aus eigener Erfahrung. Leider war der Weg damals (1999) in sehr schlechtem Zustand (viele umgestürzte Bäume und andere Sturmschäden) und zudem noch teilweise unter Tiefschnee, was manche abschüssige Passagen extrem gefährlich machte.

Noch besser ist der im Westen des Parks gelegene, gut 13 km lange Harry´s Ridge Trail. Der Weg bietet herrliche Ausblicke auf die Eruption von 1980 und die schneebedeckten Gipfel von Mount Adams und Mount Rainier in der Ferne. Er beginnt hinter dem Johnston Ridge Observatory und endet auf einem Plateau oberhalb des Spirit Lakes - vor dem staunenden Betrachter liegt der aufgesprengte Kopf des Mount St. Helens. Eine genaue Beschreibung des trails findet man zum Beispiel hier. Stand 2026 ist dieser Startpunkt allerdings wegen der Sperrung der oberen SR 504 nicht mehr die früher übliche, unkomplizierte Anfahrt.

Nachfolgend einige visuelle Eindrücke aus dem Jahr 2022:

Harry´s Ridge Trail Harry´s Ridge Trail Harry´s Ridge Trail Harry´s Ridge Trail Harry´s Ridge Trail Harry´s Ridge Trail Harry´s Ridge Trail

Camping

Im National Monument selbst ist Camping, vermutlich aus Sicherheitsgründen, nicht möglich. In dem nahe gelegenen Gifford Pinchot National Forest und dem Seaquest State Park finden sich hingegen zahlreiche campgrounds.

Directions

Das Mount St. Helens National Volcanic Monument verfügt grundsätzlich über zwei Zugänge: von Osten kommend Windy Ridge, von Westen Johnston Ridge Observatory. Eine direkte Verbindung zwischen beiden Zugängen gibt es nicht. Der Westzugang ist derzeit allerdings eingeschränkt: Nach dem South Coldwater Slide von 2023 ist die obere SR 504 weiterhin gesperrt, so dass Johnston Ridge momentan nicht per Auto erreichbar ist.

GPS-Koordinaten Mt. St. Helens NVM

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):

GPS Windy Ridge Viewpoint: 46.25011, -122.13672
GPS Johnston Ridge Observatory: 46.275554, -122.21606
GPS Harry´s Ridge Viewpoint: 46.275286, -122.173940
GPS Coldwater Lake: 46.29229, -122.26624
GPS Norway Pass Trailhead: 46.30526, -122.08297

Good to know

Bei Youtube gibt es ein Video zum Ausbruch des Mt. St. Helens. US-Wissenschaftler kommen zu Wort, auch der verstorbene Vulkanologe Johnston wird entsprechend gewürdigt.

Wichtiger Hinweis für die Planung: Johnston Ridge Observatory und Loowit Viewpoint sind Stand 2026 per Auto nicht erreichbar. Die obere State Route 504 ist seit dem South Coldwater Slide 2023 gesperrt. Offen bleiben auf der Westseite u.a. das Coldwater Science & Learning Center, Coldwater Lake Day Use und der Hummocks Trail. Aktueller Status: USFS Alert.

Das Mount St. Helens Forest Learning Center ist das beste Visitor Center, welches ich kenne. Bei unserem damaligen Besuch gab es einen begehbaren Mini-Vulkan und viele geniale Dinge mehr. Anschaulicher geht es nicht.

Eine sehr schöne Übersichtskarte über die einzelnen Regionen und Attraktionen des National Monuments findet sich bei Wikipedia.

Es wurde diskutiert, ob das National Volcanic Monument zum Nationalpark umgewidmet bzw. aufgewertet werden sollte. Einige Argumente dafür und dagegen (wirtschaftliche Zwänge der ortsansässigen Holzindustrie z.B.) finden Sie hier.

Der Zugang zum Spirit Lake ist streng reglementiert. Wasserbaulich ist der See ohnehin ein Dauerthema: Seit 1985 sorgt ein 1,6 Meilen langer Tunnel für den einzigen geregelten Abfluss. Weitere Informationen dazu standen auf der USFS-Seite zum Spirit-Lake-Outflow (alte URL: https://www.fs.usda.gov/detail/giffordpinchot/learning/history-culture/?cid=stelprdb5309500; alte Quelle derzeit nicht mehr abrufbar).

Wird es weitere Eruptionen des Mt. St. Helens geben? "We know that Mount St. Helens is the volcano in the Cascades most likely to erupt again in our lifetimes." (Quelle: volcanoes.usgs.gov) Klingt übel, wird aber im Fortlauf relativiert.

Der oben empfohlene Harry´s Ridge Trail bietet so gut wie keinen Schatten. Vor allem im Hochsommer eine nicht zu unterschätzende Erschwernis. Der Weg ist schon aufgrund seiner Länge ganz sicher kein einfacher walk in the park.

Eine schöne Badelocation - nicht nur für Familien mit Kindern - ist der Coldwater Lake.

Harry´s Ridge Trail

My Visits

Das Mount St. Helens National Monument habe ich 1999, 2009 und 2022 besucht.

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Mount St. Helens ist beeindruckend. Es gibt viele weitere Sehenswürdigkeiten, die ich oben aus Platzgründen nicht erwähnt habe. Harry´s Ridge ist der Knaller!

Ich kann einen Besuch wärmstens empfehlen, auch wenn das National Monument nicht mit den ganz großen Nationalparks mithalten kann.

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