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Mesa Verde National Park (CO)

(Letzte Änderung: 1.09.2018 @ 9:45)

In Gesprächen über meine USA-Leidenschaft begegnet mir nicht selten das viel zu undifferenzierte Vorurteil, dass die USA ja sowieso ein kulturloses Volk seien, deren Geschichte gemessen an europäischen Maßstäben lächerlich kurz sei.

Wie kann man sich damit schmücken, wird argumentiert, dass die älteste Stadt des Landes (St. Augustine, FL) im Jahr 1565 n. Chr. gegründet wurde, wenn wir Europäer doch Athen (besiedelt seit ca. 1400 v. Chr.), Rom (753 v. Chr.) oder Köln (Stadtgründung als Oppidum Ubiorum 38 v. Chr.) unser Eigen nennen.

Dabei wird jedoch übersehen, dass es auf dem Gebiet der heutigen USA höchst eindrucksvolle und mehrere Jahrtausende alte Pueblo- bzw. Anasazi-Kulturen gab, deren Überreste für den Besucher auch heute noch sichtbar sind. Von wegen kulturlos und historisch schwachbrüstig, in diesen in der Regel geschützten Relikten vergangener Zeiten schlummert ein gewaltiges kulturelles Erbe.

Unter diesem Gesichtspunkt ist Mesa Verde einer der wichtigsten Nationalparks der USA. Hier befinden sich ca. 5000 archäologische Stätten, darunter ca. 600 cliff dwellings (Felsenwohnungen), die z.T. in hervorragendem Erhaltungszustand sind.

"Mesa Verde ist der einzige Nationalpark in den Vereinigten Staaten, der zum Schutz eines archäologischen Ortes eingerichtet wurde, andere kulturhistorische Objekte sind als National Monument ausgewiesen oder in einer anderen formal geringeren Schutzgebietskategorie." (Quelle: Wikipedia)

Höhepunkt des Parks ist Cliff Palace, eine wahrlich palastähnliche Felsensiedlung mit 150 Räumen und 23 Kivas, die Platz für ca. 100 Bewohner bot.

Das Balcony House hat 40 Zimmer und gilt damit als eine der mittelgroßen cliff dwellings im Park:

Und auf zum nächsten Highlight: Spruce Tree House

Vor allem wegen seiner historischen Bedeutung ist Mesa Verde eine der ganz großen Nationalparks der USA. Aber auch den geschichtlich wenig interessierten Besucher wird die Schönheit der Mesa Verde - der grünen Mesa - gefallen.

Diese erhebt sich ca. 600 Meter über die umliegende Landschaft (Montezuma Valley) und bietet bei klarem Himmel relative Kühle und eine fantastische Fernsicht. Nicht umsonst heißt ein Ruinenkomplex im Mesa Verde National Park Far View. Den gleichen Namen trägt das Visitor Center im Park.

Der Mesa Verde Nationalpark bekommt in meiner persönlichen Wertung vier Sterne.

 

Fact Sheet

Location: Southwest Colorado
Established: 1906
Visitation: 547.325 (2015; 114/368) 1
Size: 211 km²
Elevation: lowest 2.556 ft (779 m)
highest 6.015 ft (1.833 m)
Information:official NPS site
Wikipedia
My Visits: 1994, 2007, 2016
My Rating:
Highlights: Cliff Palace
Spruce Tree House
Balcony House
Park Point
Quelle: NPS Reports

1 Absolute Besucherzahlen sowie Rangplatz unter allen erhobenen 368 National Park Sites (Jahr 2015)

Climate

Normal Daily Max (Max) and Normal Daily Min (Min) in Degrees Fahrenheit

Hiking

Im Park gibt es zahlreiche Wanderwege, über die die offizielle Website des National Park Service informiert.

Gemacht habe ich die Wege zum Cliff Palace, Spruce Tree House und Balcony House, wobei Cliff Palace und Balcony House geführte Touren sind. Außerdem den 1,2 Meilen (round-trip) langen Soda Canyon Trail, der zu einer Stelle führt, von dem aus man das Balcony House (mit einem langen Tele) gut fotografieren kann, und zu einem viewpoint des Soda Canyons.

Der Point Lookout Trail (ca. 3,5 km round-trip) steht auf meiner To-Do-Liste sehr weit oben, wenn ich mal wieder im Park bin, werde ich diesen wohl machen.

Camping

Der Morefield Campground liegt ziemlich nahe am Parkeingang (ca. vier Meilen). Der campground ist mit seinen über 400 sites schlichtweg riesig. Bei unserem Camping-Besuch im Jahr 1994 liefen riesige Truthähne frei herum.

Insgesamt wirkt der Campingplatz wenig heimelig, aber er ist zweckmäßig. Wenn Sie in der Region sind und einen Stellplatz brauchen, werden sie hier höchstwahrscheinlich fündig, wenn woanders schon alles voll ist.

Directions

Der Mesa Verde National Park liegt in einer touristisch hochinteressanten Gegend. Im Norden befindet sich eine der schönsten Gebirgsregionen der Rocky Mountains (San Juan Mountains), im Süden sind New Mexico und im Südwesten die Four Corners Region nicht weit.

Die nächstgelegene etwas größere Ortschaft ist Cortez (11 Meilen), was unter versorgungstechnischen Gesichtspunkten praktisch ist. Uns hat schon einmal der Subway in Cortez vorm Verhungern bewahrt.

Bis nach Durango ist es ebenfalls nicht weit (36 Meilen). Farmington (NM) ist mit 70 Meilen Entfernung auch noch in Reichweite.

Bis Santa Fé (NM) sind es allerdings knapp 250 Meilen, die nicht einmal besonders schnell absolviert werden können (ca. 4,5 Stunden reine Fahrtzeit).

Eine Übersichtskarte des Mesa Verde Nationaparks erleichtert die Orientierung.

GPS-Koordinaten Mesa Verde NP

(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier):

GPS Visitor Center: 37.2576, -108.4977
GPS Morefield Campground: 37.29709, -108.41286
GPS Cliff Palace: 37.166667, -108.472778
GPS Spruce Tree House: 37.18444, -108.48667
GPS Balcony Hose: 37.16245, -108.46515

Good to know

Cliff Palace und Balcony House sind nur über geführte Touren zugänglich. Das Spruce Tree House hingegen können Sie auf eigene Faust erkunden. Nachtrag 2016: Aktuell ist das Spruce Tree House für Besichtigungen gesperrt, da aus einem Felsüberhang Steinschlag droht. Nähere Informationen hält die offizielle Website des National Park Service bereit.

Wer einen Eindruck vom Balcony House haben möchte ohne die geführte Tour zu machen, könnte den Soda Canyon Trail ins Auge fassen (s.o.). Dieser führt zu einem Aussichtspunkt, der quasi auf der anderen Seite des Canyons liegt, oberhalb dessen sich das Balcony House befindet. Man braucht aber ein langes Tele (ca. 500mm). Das Balcony House kann man übrigens nicht von der Stelle aus sehen, wo die Touren losgehen, da es unterhalb eines Felsüberhangs liegt.

Mesa Verde ist nichts für einen Kurzbesuch. Die Parkstraße zieht sich und wenn Sie etwas sehen wollen, ist entweder eine geführte Tour oder eine auf eigene Faust (Spruce Tree) fällig.

Vom Park Point Overlook geht ein ca. 200 Meter langer Weg zur Fire Lookout Station. Von dort hat man einen super Panoramablick (z.B. Sleeping Ute Mountain, San Juan Mountains, Four Corners Region).

Gallery

Diese Gallery besteht aus 63 Farbbildern. Die Bilder stammen aus den Jahren 1994, 2007 und 2016.