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Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

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Seattle (WA)

(Letzte Änderung: 21.05.2026 @ 18:57)

Hightech, Grunge und Emerald City

Wenn man ältere Rankings und Wohlfühlumfragen zu amerikanischen Städten durchblättert, landet Seattle erstaunlich oft ziemlich weit oben: beliebt, gebildet, grün, klug, zufrieden, lebenswert.

Das klingt in der Zusammenschau ein bisschen nach "Ich-wünsch-mir-was" oder Utopia. Vor allem aber zeigt es, dass Seattle seit Jahren als hippe, grüne, fortschrittliche Großstadt gesehen wird, in der es sich gut leben lässt. Gut als Lebensmittelpunkt, gut für Ausbildung und Karriere und gut als Unternehmensstandort.

Wieso aber taucht bei Umfragen ausgerechnet Seattle immer wieder ziemlich weit vorne auf? Das kann ja nicht von ungefähr kommen.

Eine Antwort lautet: hochwertige und karriereträchtige Jobs. Microsoft und Google. Starbucks, Amazon, Costco, Boeing. Auch Apple und der amerikanische Ableger von Nintendo in Redmond sind nur einen Katzensprung entfernt. Das ist eine sagenhafte Dichte ganz großer Player im Big Business (vor allem im HighTech-Sektor), die in der erweiterten Seattle Area offenbar eine äußerst investitionsfreundliche Großwetterlage vorfinden.

Ein weiterer Faktor dürfte die crime rate sein, die im Vergleich zu anderen amerikanischen Großstädten lange eher moderat wirkte, auch wenn Seattle selbstverständlich nicht im Sicherheitsvakuum lebt. Dazu kommen starke Hochschulen, hohe Einkommen in Teilen der Bevölkerung und eine politische Kultur, die deutlich liberaler auftritt als in vielen anderen amerikanischen Metropolen. Gewisse Parallelen zu San Francisco liegen auf der Hand.

Ein paar Worte zur Seattle-Musikszene: Seattle hat eine traditionell starke Independent-Musikkultur. Bands, wie Nirvana, Pearl Jam, Alice in Chains oder Soundgarden, hoben Grunge als neuen Musikstil aus der Wiege. Dass ausgerechnet eine gegen den Strich gebürstete mainstreamferne Musikrichtung in Seattle ihren Ursprung fand, mag Zufall sein. Oder auch nicht.

Die unmittelbare Lage am Puget Sound bei gleichzeitiger Nähe zu dem Hochgebirge der Cascade Range sorgt für einen extrem hohen Freizeitwert. Ausflugsziele für die outdoorbegeisterten Amerikaner gibt es in Hülle und Fülle. Drei große Nationalparks liegen quasi vor der Haustür (North Cascades NP, Olympic NP, Mount Rainier NP). Von Vancouver Island im nahegelegenen Kanada gar nicht zu reden.

Die Stadt wird wegen ihrer vielen Bäume, immergrünen Pflanzen und Parks auch Emerald City genannt. Gleichzeitig hat Seattle eine sehr schöne Skyline, mit der anlässlich der Weltausstellung 1962 gebauten Space Needle als eyecatcher. Von oben hat man einen fantastischen Blick.

Space Needle

Bei guter Sicht sieht man sogar den mächtigen Mount Rainier im Hintergrund (auf dem unteren Foto im Dunst nur schemenhaft zu erkennen).

Space Needle

Space Needle, Aussichtspunkte und Pike Place Market

Neben der sicherlich am häufigsten besuchten Space Needle gibt es weitere tolle Aussichtspunkte. Die unangefochtene Nummer Eins meiner bescheidenen Meinung nach ist der kostenlose viewpoint im Kerry Park, etwas nördlich von Downtown. Erfreulicherweise sieht man von hier die Space Needle in aller Pracht - schließlich steht man nicht darauf.

Space Needle Space Needle Space Needle

In Downtown gibt es noch den Smith Tower am Pioneer Square, ein "Oldtimer" unter den Wolkenkratzern, der bereits 1914 gebaut wurde. Im 35. Stock befindet sich eine Aussichtsplattform.

Space Needle Space Needle Space Needle

Noch besser hat mir der view vom Sky View Observatory im Columbia Center gefallen. Vom 73. Stock sieht man einfach alles, was Seattle zu bieten hat: Mount Rainier, Space Needle, Great Wheel, Lake Washington usw.

Space Needle Space Needle Space Needle Space Needle

Wer es lieber bodenständig mag, wird sich vielleicht an der bisweilen spektakulären Hochhausarchitektur in Downtown erfreuen. Natürlich ist Seattle nicht Manhattan oder Chicago, aber ein paar Perlen gibt es durchaus.

Space Needle Space Needle Space Needle

Wer Seattle besucht, sollte den Pike Place Market nicht verpassen. Das ist eine Mischung aus Flohmarkt, farmers market, also Wochenmarkt, Restaurant- und Shoppingviertel. Der Marktplatz liegt mitten in Downtown und existiert seit 1907.

Space Needle

Wo so viel Sonne ist, muss doch auch ein wenig Regen sein. Keine Stadt der Welt ist perfekt. Auch Seattle nicht, denn das mit dem Regen kann man getrost wörtlich nehmen. Seattle wird nicht umsonst mit Niesel, grauem Himmel und permanent latent feuchter Luft assoziiert.

Dabei ist weniger die absolute Niederschlagsmenge das Problem als vielmehr die zähe Häufung trüber Tage. Der Regen in Seattle kommt oft nicht in wenigen sintflutartigen Sturzbächen, sondern als nerviger, langanhaltender drizzle bei gleichzeitiger Grau-in-Grau-Tristesse. Wer damit klarkommt, bekommt allerdings eine grandiose Landschaft als Entschädigung.

Das mit dem nicht immer optimalen Wetter ist jedoch nur ein wenig Wasser in den vielen leckeren Wein, den diese Stadt kredenzt. Seattle fällt für mich eindeutig in die Kategorie not to be missed.

Directions

Good to know

Lesertipp: Die Underground-Tour soll hervorragend sein. Nach dem Motto: Nicht über den Dächern von Nizza, sondern unter den Straßen von Seattle. Werde ich bei nächster Gelegenheit ausprobieren.

Kerry Park ist eine late afternoon location. Dann erst kommen Space Needle und Mount Rainier im Hintergrund richtig zur Geltung.

Wer keine Lust und Nerven hat, mit dem Auto nach Seattle zu fahren, lässt den Wagen vielleicht besser auf Bainbridge Island stehen. Die Pendler-Fährfahrt nach Downtown ist das Eintrittsgeld allemal wert und im Prinzip die schönste Sightseeing-Tour, die man überhaupt machen kann.

My Visits

Seattle stand drei Mal auf der Agenda: 1999, damals ziemlich verregnet, 2009 (Traumwetter), 2022 (Traumwetter).

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Alleine schon die Überfahrt von Bainbridge Island zu den Docks mit der Skyline im Hintergrund ist klasse. Die Stadt hat mit ihrem sensationellen Umland einen riesigen Freizeitwert.

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