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san francisco (ca)

(Letzte Änderung: 21.07.2018 @ 10:20)

If you're going to San Francisco 
Be sure to wear some flowers in your hair 
If you're going to San Francisco 
You're gonna meet some gentle people there 

For those who come to San Francisco 
Summertime will be a love-in there 
In the streets of San Francisco 
Gentle people with flowers in their hair 

All across the nation, such a strange vibration 
People in motion 
There's a whole generation with a new explanation 
People in motion, people in motion 

For those who come to San Francisco 
Be sure to wear some flowers in their hair 
If you come to San Francisco 
Summertime will be a love-in there 

If you come to San Francisco 
Summertime will be a loving day

(Scott McKenzie: San Francisco, 1967)

Dieses Lied, dessen Melodie (fast) jeder kennt, war die Hymne der Hippie-Kultur, deren Epizentrum San Francisco war. Janis Joplin, The Mamas and the Papas (von deren Sänger John Phillips der Liedtext zu San Francisco stammt), The Charlatans oder Grateful Dead waren z.B. weitere musikalische Eckpfeiler der Flower Power Zeit.

Das Lied entstand vor fast 50 Jahren im Summer of Love 1967. Seitdem hat sich viel geändert, die Blumenkränze sind verwelkt und die Hippie-Bewegung ist bis auf einige schwache Überreste untergegangen.

In Haight Ashbury, einem nach der Kreuzung von Haight und Ashbury Street benannten Stadtviertel, findet man noch Relikte der einst so virulenten Protestbewegung. Damals, 1967, wurden einige der altehrwürdigen viktorianischen Häuser in dieser Gegend zu offenen Wohngemeinschaften umdeklariert. Janis Joplin und Jimmy Hendrix lebten hier. Für Uralt-Hippies und ihre postmodernistischen Nacheiferer hat das etwas flippige Kreativ-Viertel auch heute noch eine gewisse Anziehungskraft.

Wo sonst, wenn nicht in San Francisco (Columbus Avenue), könnte ein alternativer Buchladen, wie City Lights, bis in die heutige Zeit existieren und im Jahr 2001 sogar zu einem offiziellen Historic Landmark deklariert werden. Nancy Peters, seit 1971 Angestellte und zuletzt bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 2007 Geschäftsführerin des City Lights Bookstore, gibt einen Einblick in die damalige Zeit:

"When I joined City Lights in 1971, and started working with Lawrence, it was clear that it had been very much a center of protest, for people with revolutionary ideas and people who wanted to change society. And when I first began working at the little editorial office up on Filbert and Grant, people that Lawrence had known through the whole decade of the '60s were dropping in all the time, like Tim Leary, people who were working with underground presses and trying to provide an alternative to mainstream media. This was a period of persecution, and FBI infiltration of those presses." (Quelle: Wikipedia)

Die Golden Gate City hat den Charme der etwas anderen, gegen den Strich gebürsteten, Metropole für intellektuelle Freigeister und Leute, die abseits des mainstreams sind oder sich selbst dort sehen, nicht ganz verloren. Diese Stadt taugt immer noch als Gegenentwurf zum prüden und verklemmten Amerika und ist mit ihrer gelebten Toleranz folgerichtig auch gay capital of the world. Im Vergleich zum konservativ-evangelikalen bible belt Amerikas ist San Francisco Sodom und Gomorrha zugleich.

Eine Stadt, die ca. 16 Millionen Besucher jährlich (Quelle: media.sanfrancisco.travel) hat, muss mehr zu bieten haben als ein tolerantes und weltoffenes gesellschaftliches Klima. "Die Schöne am Pazifik", so der treffende Titel einer ZDF-Doku über San Francisco, gilt vielen sogar als schönste Stadt in den USA überhaupt. Nicht wenige wären vermutlich auch geneigt das Verhältnis von San Fransicso zu Los Angeles mit "Die Schöne und das Biest" zu umschreiben.

Es gibt so viele Sehenswürdigkeiten. Die kühn konstruierte Golden Gate Bridge kennt wohl nahezu jeder. Sie überspannt das Goldene Tor nach Amerika, also den Übergang der San Francisco Bay zum Pazifik, und ist ein Wahrzeichen der USA.

Wenn einem das Glück hold ist - häufig erst ab spätem Nachmittag - hat sich der zähe Küstennebel (marine layers), ein an der Westküste der USA vor allem vormittags häufig anzutreffendes Wetterphänomen, verzogen und die Brücke erstrahlt in vollen Glanz. Dann leuchtet das markante Rot der Brückenpfeiler.

Golden Gate Bridge View Point

Oder aber es ist Waschküche und man sieht wenig bis nichts.

Golden Gate Bridge View Point

Spätestens seit den 1970er Jahren sind die Straßen von San Francisco ein Begriff. Damals heizten auch auf bundesdeutschen Flimmerkisten Karl Malden und Michael Douglas in der gleichnamigen TV-Serie über halsbrecherisch steile Straßen durch Downtown San Francisco.

Die größtenteils völlig unspektakuläre Lombard Street hat einen weltberühmten Abschnitt mit 27 % Gefälle. 1923 wurde sie hier zur Einbahnstraße umgebaut und man verpasste ihr gleichzeitig eine Haarnadelkurve nach der anderen. Damit gilt sie heute als kurvenreichste Straße der Welt und ist eine Top-Touristenattraktion. Im Bild unten kann man im Hintergrund erkennen, wie sie sich den Russian Hill hinunterschlängelt. Noch steiler ist die Filbert Street mit sagenhaften 31,5% Gefälle.

San Francisco ist definitiv nichts für Radfahrer, es sei denn diese möchten schon auf dem Weg zur Arbeit für den Ironman trainieren. Auch für Autofahrer gibt es gewisse Dinge zu beachten. Manchmal fährt man so steil bergauf, dass man direkten Blick auf den kalifornischen Himmel hat und aufpassen muss, was sich hinter der nächsten Kuppe verbirgt. Stone und Keller (aka Malden und Douglas) haben dabei atemberaubende Verfolgungsjagden hingelegt mit Autos, die meterweit durch die Luft flogen.

Auf Autos kann man im Innenstadtgebiet von San Francisco auch gut verzichten. Es gibt ja die traditionellen Cable Cars. Diese auf Schienen gezogenen Seilbahnen fahren in San Francisco seit dem Jahr 1873 und erfreuen sich auch heute noch nicht nur bei Touristen großer Beliebtheit. Angesichts der steilen Straßen gibt es kaum einen besseren Weg die Stadt zu besichtigen und gleichzeitig Strecke zu machen.

Die Powell-Hyde Line z.B. beginnt an der Haltestelle Powell Street Station an der Market Street. Sie führt am Union Square vorbei und geht durch Chinatown. Dann geht es steil bergab und vor einem liegen die Gefängnisinsel Alcatraz und die Golden Gate Bridge. Endstation ist am Aquatic Park in der Nähe des Shopping-Centers Ghirardelli Square. Von hier ist es es nicht mehr weit bis zum berühmten Pier 39 (Fisherman`s Wharf), wo man wahlweise blökende Seehunde oder Scharen von Touristen aus aller Welt bestaunen kann. Beides Herdentiere.

Fisherman`s Wharf ist auch der Ausgangspunkt für Fähren, z.B. nach Alcatraz. Die Sausalito Ferry verkehrt ebenfalls von hier. Alleine schon wegen des Blicks auf die Skyline von San Francisco lohnt sich die Fahrt und an Alcatraz kommt man auch vorbei.

Schöne Ausblicke auf die Stadt hat man auch von den Twin Peaks oder aber vom markanten (auch aus dem Vorspann der TV-Serie Die Straßen von San Francisco bekannten) Coit Tower, einem Aussichtspunkt auf dem Telegraph Hill.

Coit Tower

Früher war auch das Skydeck im Embarcadero Center eine gute Alternative. Leider wurde die Plattform nach 9/11 geschlossen. Das Bild unten stammt aus dem Jahr 1999. Im Vordergrund sieht man die erdbebensicher konstruierte Transamerica Pyramid. Auch dort gab es mal eine Aussichtsplattform im 27. Stock.

Skydeck Embarcadero Center

Ein Geheimtipp für schöne Aussichten auf Downtown San Francisco sind auch die Bernal Heights in der Nähe des Mission Districts. Hier sind viele Jogger unterwegs, aber auch Hundeliebhaber, die mit ihren Vierbeinern Gassi gehen. Zumindest tagsüber gilt die Gegend als sicher, im Dunkeln ist es vermutlich auch kein generell gefährliches Pflaster, aber ich würde nicht unbedingt alleine dort unterwegs sein wollen.

Bernal Heights

Den besten Blick auf die Skyline hat man, wenn man über die Oakland Bay Bridge stadteinwärts fährt. Leider gibt es da keine Möglichkeit anzuhalten und Bilder zu machen. Die views von Yerba Buena Island auf halber Strecke sind zwar ok, aber ein wenig zu distanziert.

 

San Francisco hat so viele schöne Seiten. Sogar strandtechnisch sieht es für eine Großstadt erstaunlich gut aus. Baker Beach (wo - ganz untypisch für das prüde Amerika - am nördlichen Ende FKK toleriert wird) mit Ausblick auf die Golden Gate Bridge ist ein guterr Tipp. Auch China Beach, einen Steinwurf weiter südlich, ist sicherlich einen Besuch wert. Noch etwas weiter die Küste runter ist das berühmte Cliff House, heute ein Restaurant mit bewegter Geschichte.

San Francisco ist eine der ganz wenigen amerikanischen Städte, in denen ich mir vorstellen könnte längere Zeit zu leben. Oder mit den Worten von Tony Bennett (1953): "I left my heart in San Francisco."

Directions

My Visits

Puuh, wie oft waren wir schon in San Francisco? Mal durchzählen: 1991, 1994, 1996, 1999, 2005, 2007, 2009, 2015.

My Rating

Es dürfte schwer sein jemanden zu finden, der San Francisco nicht super findet. Tolle City, sensationelles Umland. Eine Weltmetropole, die man so nirgendwo sonst findet.

Gallery

Diese Gallery besteht aus 237 Farbbildern. Die Bilder stammen aus den Jahren 1991, 1994, 1996, 1999, 2005, 2007, 2009 und 2015.