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Dallas (TX)

(Letzte Änderung: 17.09.2022 @ 9:20)

Am 22. November 1963 geschah das Undenkbare. John F. Kennedy, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika fiel einem Attentat zum Opfer. In Dallas.

Zahlreiche Verschwörungstheorien ranken sich um dieses Ereignis, bei dem ein charismatischer Politiker um Leben kam, der eine so bewegte Amtszeit wie kaum ein anderer Präsident zuvor und nach ihm hatte. Die Kuba-Krise, als die Welt am Rande des Atomkriegs stand, das Civil Rights Movement mit seinem Protagonisten Martin Luther King, der Bau der Berliner Mauer, der Vietnamkrieg und der Beginn des amerikanischen Raumfahrtprogramms waren Meilensteine der Geschichte der USA.

Gleichzeitig war JFK Hoffnungsträger und Visionär für weite Teile (vor allem) der (jungen) Bevölkerung, die gesellschaftliche Reformen geradezu herbei beteten, nicht zuletzt im Hinblick auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Schwarz und Weiß und das Überwinden tradierter Vorurteile zugunsten von Toleranz.

Am 22. November 1963 fielen die Todesschüsse auf den eloquenten und gut aussehenden Präsidenten, der als Aushängeschild eines modernen Amerikas nicht besser hätten passen können. Sie trafen Amerika mitten ins Herz. Augenblicklich stand eine ganze Nation unter Schock. Der Anschlag auf JFK hinterließ eine klaffende Wunde in der amerikanischen Seele.

Wenn man sich heute auf die Suche nach Spuren der Vergangenheit begibt, wird man an der Elm Street fündig. Dort passierte das Attentat. Die offene Limousine Kennedys fuhr gerade entlang der Elm Street und wurde von einem mehrstöckigen Gebäude an der benachbarten Dealey Plaza beschossen (Texas School Book Depository).

Der alleinige Attentäter war Lee Harvey Oswald, wobei jedoch an der offiziellen Version des Tathergangs öffentliche Zweifel laut wurden. Diverse Verschwörungstheorien ranken sich um die Vorkommnisse.

Wo Oswald den Präsidenten erschossen haben soll, befindet sich jetzt ein Museum (Sixth Floor Museum at Dealey Plaza). Die Stelle, an der Kennedy tödlich getroffen wurde, ist mit einem weißen Kreuz auf der Fahrbahn markiert. Im West End Historic District von Dallas befindet sich ein relativ unprätentiöses Denkmal zu Ehren Kennedys.

JFK Memorial

Dass ein Großteil der Touristen Dallas wegen des Kennedy-Attentats besuchen, dürften die Stadtväter mit einem lachenden und weinenden Auge sehen. Das Image zuvorderst Schauplatz eines der niederschmetterndsten Ereignisse in der amerikanischen Geschichte zu sein, ist ambivalent und wird bestimmt nicht von jedem goutiert.

Unstrittig ist, dass das Image als home base der Ölindustrie genauso verbreitet wie grundfalsch ist. Daran ändert auch nicht, dass Larry Hagman aka J.R. Ewing in Dallas seine Intrigen sponn, wie Fernsehfreunde älteren Semesters, denen die TV-Serie aus den 1980er Jahren ein Begriff ist, wissen. Die Southfork Ranch gibt es übrigens wirklich - nur nicht in Dallas, sondern im etwa 50 Kilometer entfernten Parker (TX).

Die vorherrschenden Wirtschaftszweige in Dallas sind hingegen der IT- und Telekombereich. Zentrum der oil industry ist wenn überhaupt Houston, wo ungefähr ein Drittel der börsennotierten Öl- und Gasfirmen ihren Sitz haben.

Für den Touristen ist Dallas im Vergleich zu den Publikumsmagneten an der West- oder Ostküste nicht besonders spannend. Die ganz großen Sehenswürdigkeiten fehlen.

Trotz einiger interessanter architektonischer Meisterwerke, wie dem Renaissance Tower (Bild rechts) oder am Thanks-Giving Square (Bild links) ...

Thanks-Giving Square Renaissance Tower

... ist die Skyline eher nett als atemberaubend, wie der Blick aus dem mit Maschendraht gesicherten Korb des Riesenrads verrät.

Texas State Fair

Das obige Bild habe ich im Oktober 2012 gemacht, als gerade die Texas State Fair stattfand. Diese Mischung aus Kirmes und Messe mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt passt gut nach Dallas, dass seinen Cowboy-Charme vergangener Tage noch nicht ganz eingebüßt hat.

Apropos Cowboys: Die Dallas Cowboys sind die ganz große Nummer in Dallas. An dieser Football-Legende kommen auch Dirkules (aka Dirk Nowitzki) und seine Mavericks nicht vorbei, die 2011 die NBA Finals gewannen.

Wenn man heutzutage Dallas besucht, sei es als Tourist oder in geschäftlichen Angelegenheiten, erscheinen die Narben der Vergangenheit gut verheilt. Es ist nicht so, dass ein subtiler Nebel der Melancholie über der Stadt hängt oder man permanent mit der Vergangenheit konfrontiert wird. Dallas kommt als moderne Großstadt mit gutem kulturellen Angebot rüber, in der es sich gut leben lässt.

Aber heilt die Zeit wirklich alle Wunden? Oder ist das durch das Attentat auf John F. Kennedy erlittene kollektive Trauma dafür zu groß?

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Von Dallas aus kann man gut zurück nach Deutschland fliegen. Haben wir 2014 gemacht.

My Rating

My Rating

Alles, was mit JFK zu tun hat, ist definitiv sehenswert und alleine zwei Sterne wert. Der Rest der Business-Stadt ist so la-la.