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(Letzte Änderung: 28.04.2026 @ 17:36)
Outlet
Amerikaner kaufen gerne ein. Bevorzugt am Wochenende. Shop till you drop, heißt es dann.
Was für Amerikaner gut ist, gefällt auch dem gemeinen USA-Touristen. Dieser geht ebenfalls gerne im Urlaub shoppen, wie das häufige europäische Sprachgewirr in den Konsumtempeln des Landes eindrucksvoll belegt. Neben obligatorischen Lebensmitteln wandern vor allem Klamotten in die riesigen shopping bags, die vom dienstbaren Personal bereitwillig vorgehalten werden.
Am besten geht das in den riesigen outlet malls, die es mittlerweile zwar auch in Europa gibt, aber nicht in der Üppigkeit und nicht mit so gravierenden Preisnachlässen wie in Amerika.
Hier einige praktische Tipps zum Thema:
(1) Markenkleidung ist in amerikanischen Outlet Malls oft immer noch deutlich billiger als in Deutschland - aber eben nicht automatisch jedes Teil und nicht in jeder Mall. Wer schlau einkauft, spart viel. Wer nur wegen des Outlet-Schilds in kollektive Schnappatmung verfällt, kauft unter Umständen bloß sehr amerikanisch ein: impulsiv.
(2) Beim hemmungslosen Einkauf sollte man nicht vergessen, dass es deutsche Zollgesetze mit Freigrenzen gibt (bei Flug- und Seereisen nach Deutschland in der Regel 430 EUR brutto). Zollbeamte lassen gerade bei Flügen aus den USA - auch wenn diese über einen Anschlussflug gehen - hin und wieder tatsächlich mal Koffer öffnen oder haken investigativ nach. Habe ich selbst mehrfach erlebt. Allerdings verhalten sie sich in der Regel freundlich und zeigen nach meiner Erfahrung im Rahmen ihrer dienstlichen Verpflichtungen Verständnis dafür, dass völlig übernächtigte Reisende nach einem anstrengenden Transatlantikflug nicht immer ganz in Topform sind.
Dazu folgende Anekdote: Im Sommer 2015 kamen wir aus SFO über MUC zurück nach PAD. Der Zollbeamte fragte ordnungsgemäß, woher wir kämen und ich antwortete wie aus der Pistole geschossen: "Frankfurt!" Frankfurt? Leider wurde die Linie FRA-PAD vor Jahren eingestellt. Ich stammelte also noch ein bisschen herum, korrigierte mich dann, aber der Beamte guckte nur milde-ironisch und ließ uns passieren.
(3) Sämtliche Preise sind - Ausnahme Oregon - wie in Amerika üblich netto. D.h. es kommt noch sales tax hinzu.
(4) Für den Einkauf ist eine Kreditkarte ein bewährtes Zahlungsmittel. Mitunter wird dabei nach einer picture id gefragt. Meistens genügt der deutsche Führerschein, im Zweifel ist der Reisepass das robustere Argument.
(5) Auf die Beratungskompetenz des - zumeist als Aushilfe angestellten - Personals sollte man sich besser nicht verlassen. Eine Beratung, wie in deutschen Fachabteilungen üblich, findet man nur ganz selten.
(6) Was nicht auf dem Bügel hängt, ist möglicherweise on stock, also auf Lager. Nachfragen lohnt sich oftmals.
(7) Die ganz großen Outlet Malls sind so groß und in mehreren Gebäudekomplexen untergebracht. Gerade bei hochsommerlicher Hitze fährt man dann besser von Laden zu Laden, als taschenschleppend durch die Gegend zu hecheln. Die Sawgrass Mills Mall in der Nähe von Fort Lauderdale gehört jedenfalls zur Kategorie "erschlagend groß". Ich war dort und finde, dass man dort nicht gewesen sein muss.