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(Letzte Änderung: 9.07.2017 @ 10:04)

Fotografie

Reisen und Fotografieren gehören für mich untrennbar zusammen. Beim Fotografieren wird scheinbar mein tief im Rückenmark verankerter Jagdtrieb geweckt. Ich laufe im Urlaub quasi permanent mit Fotografenblick rum und scanne die Umgebung nach potentiellen Motiven. Eine USA-Reise ohne Kameraausrüstung würde mir nur halb so viel Freude bereiten.

In Amerika kommen Fotografen jeglichen Anspruchs auf ihre Kosten - egal, ob mit Handy-Knipse oder stativbewehrt mit DSLR-Luxusaausrüstung, deren Anschaffungskosten in der Nähe eines Kleinwagens liegt. Natürlich ist hier nicht der richtige Platz für einen Fotografie-Lehrgang, für den ich mich übrigens auch gar nicht hinreichend qualifiziert fühle, aber ein paar Tipps aus langjähriger Erfahrung möchte ich unsortiert und querbeet zum Besten geben.

Da ich weiß, dass gerade Technikthemen gerne verbissen und emotional diskutiert werden, sind die folgenden Punkte als Skizzierungen meiner persönlichen Vorlieben zu verstehen. Andere Leute, andere Präferenzen, es liegt mir fern in diesem kleinen Beitrag dogmatische Regeln zu postulieren.

(1) Wer eine Rundreise macht, kann nicht überall zur golden hour - also etwa eine bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang - sein. Zwar liest man in Fotobüchern immer, dass dann die Farben und Kontraste stimmen, was ja auch richtig ist, aber ich sehe die Sache mittlerweile ziemlich entspannt. Wenn es zeitlich klappt, schön, wenn nicht auch nicht schlimm. Gute Bilder gelingen auch zu anderen Tageszeiten.

(2) Ich würde nicht mehr so viel Gepäck schleppen wollen und halte hier ein kleines Plädoyer für eine leichte Ausrüstung. Von DSLRs bin ich ziemlich weg und jetzt mit Systemkameras unterwegs. Ich würde nicht mal ausschließen, dass ich komplett auf Abwege gerate und bald mit einer Bridge-Superzoomkamera fotografiere. Ganz ohne Wechselobjektive - oh my gosh - wenn mir das einer vor fünf Jahren erzählt hätte...

(3) Amerikaner reagieren manchmal irritiert, wenn man, z.B. am Strand, Aufnahmen macht, wobei nicht klar erkennbar ist, welcher Art die Bilder sind. Ich bin schon angesprochen worden, warum, wen oder was ich fotografiere. Um keinen Ärger zu provozieren, habe ich meine Bilder unaufgefordert im Kameradisplay präsentiert, woraufhin sich die Gemüter schnell beruhigt haben. Im Zweifelsfalls lieber fragen, ob jemand etwas dagegen hat mit auf´s Bild zu kommen, was bei Übersichtsaufnahmen natürlich ein Ding der Unmöglichkeit sein kann.

(4) Von Pol-, Skylight- oder UV-Filter halte ich wenig bis nichts. Polfilter-Effekte in Bezug auf Farbsättigung und Kontraste kann man auch in der EBV (sprich: Photoshop, Gimp, IrfanView etc.) realisieren, wenn man sie denn unbedingt haben möchte. Jede Linse, durch die das Licht durchfällt, ist ein Hindernis auf dem Weg zum Sensor und eine potentielle Störquelle. Allerdings kann man mit Polfiltern auch Entspiegelungswirkungen erzielen, die man daheim am PC schlecht oder gar nicht nachstellen kann. Gleiches gilt für ND-Filter, die z.B. dazu dienen können die Lichtmenge zu verringern, sodass Wasser mit langer Verschlusszeit fotografiert werden kann und die bekannten "Schleier-Effekte" erzielt werden.

(5) Thema Stativ: Ich weiß, dass eingefleischte Stativisten über meine Ignoranz nur den Kopf schütteln können, aber die Fälle, in denen ein Stativ wirklich sinnvoll ist, sind auf Reisen ziemlich rar gesät. Zumindest auf meinen Reisen. 1/1000 bei ISO 200 bei f/5,6 bei mFT mit Image Stabilization kann ich noch gerade freihändig halten. Sogar 1/8 gelingt da noch in der Regel. Ich empfinde tiefes Mitleid, wenn ich sehe wie sich Rücken und Knie beugen unter der Last von DSLR + 5 Wechselobjektiven + sturmfesten Manfrotto-Stativ. Aber wer meint...

(6) Apropos EBV (s.o.): RAW schlägt JPEG. Meine Meinung. Größerer Dynamikumfang, Farbtiefe (16 Bit vs. 8 Bit), missratener automatischer Weißabgleich leicht zu korrigieren etc. Auch darüber kann man trefflich streiten.

(7) Bei den häufig sehr hellen Motiven (Strand, Wüste, helle Felsen, Wasserflächen) neigen Kameras dazu überzubelichten. Was früher, zu Dia-Zeiten, absolut korrekt war, stimmt in Zeiten digitaler Fotografie so nicht mehr. Lieber ein wenig mehr Licht auf´s Bild und die Lichter in der EBV etwas zurücknehmen. Expose to the right heißt die Devise. "The reason why we want to expose every shot that we take with the data as far to the right of the histogram as possible is becausethat’s where the data is! It also is where the visible noise isn’t. The visible noise is lurking in the darker stops." (Quelle: Michael Reichmann @ luminous-landscape.com)

(8) Es ist schiet-egal, ob in der Kamera AdobeRGB oder sRGB als Farbraum eingestellt ist. Die Entscheidung darüber fällt erst im RAW-Konverter. Wer sich nicht sicher ist, wo der Unterschied liegt, sollte sRGB nehmen. Das Überraschungspotential im negativen Sinne ist dann geringer.

to be continued...