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USA A-Z

(Letzte Änderung: 9.07.2017 @ 10:04)

Arzt

Ein krankheitsbedingter Arztbesuch im Urlaub, erst Recht im Ausland, ist so ziemlich das Blödeste, was einem passieren kann. Leider spielt einem das Schicksal aber manchmal einen Streich und man muss zum Doc. Oder die Kinder haben etwas, das mehr als ein Zipperlein zu sein scheint.

Auch meine Familie und ich sind davon nicht verschont geblieben. Insgesamt mussten wir vier Mal während einer USA-Reise einen Arzt konsultieren. Zwei Mal traf es unsere jüngste Tochter und zwei Mal meine Wenigkeit. Wie läuft so etwas ab?

Fallbeispiel 1: Annalena (10 J.) hat eine Mittelohrentzündung und starke Schmerzen

Da es Antibiotika auch in Amerika nicht rezeptfrei gibt, braucht man eine ärztliche prescription. Einfach so zum Arzt laufen ist jedoch in den USA ungewöhnlich, ohne appointment geht in den meisten Fällen nichts. Walk-in physicians oder walk-in clinics sind eher selten. In so einem Fall sollte das nächstgelegene Urgent Care Center erste Anlaufstelle sein.

Nach der Anmeldung beim receptionist und der Klärung persönlicher Daten sowie der Frage, wie man denn zahlen möchte (cash oder credit), beginnt nicht selten ein längeres Warten. Dann kommt eine nurse und nimmt eine Reihe Vitaldaten, was per se schon mal mindestens 50 USD kostet. Einen Arzt hat man noch nicht zu Gesicht bekommen.

Man kann davon ausgehen äußerst höflich, respektvoll und fachlich top behandelt zu werden. Die Kosten sind jedoch auch nicht gerade von schlechten Eltern: Bezogen auf das Fallbeispiel ca. 250 USD Behandlungskosten. Um Scherereien mit der heimischen Krankenversicherung zu vermeiden, sollte man sich eine itemized invoice (detaillierte Rechnung) ausstellen lassen, wo die jeweiligen Kostenpositionen aufgelistet sind.

Mit einem Rezept (Antibiotika) in der Hand verlässt man das Urgent Care Center, und fährt zum nächstgelegenen Walgreens, CVS oder auch Walmart. Dort werden die Medikamente gegen Vorlage des Rezepts zusammen gemixt, was durchaus eine halbe Stunde dauern kann. Man kann auch später wiederkommen. Kostenpunkt für eine Ladung Antibiotika für zehn Tage: ca. 100 USD incl. Tax.

Fallbeispiel 2: Annalena (6 J.) hat eine Infektion am Arm (aufgekratzter Mosquitoe-Stich) und Symptome einer Blutvergiftung

Erste Anlaufstelle ist in einem solchen akuten Notfall entweder ein Urgent Care Center (s.o.) in der Nähe oder gleich der ER (Emergency Room) des örtlichen Krankenhauses.

Der Ablauf ist so wie im ersten Fallbeispiel beschrieben. Die Kosten können aber schwindelerregend hoch werden. Inklusive aller Medikamente sowie der fälligen ambulanten Operation (Aufschneiden, Reinigen und Desinfizieren der Wunde) kostete uns der "Spaß" ca. 500 USD. Zahlbar als cash oder plastic.

Insgesamt ist man im Krankheitsfall in den USA in den besten Händen, es besteht also kein Grund in Panik zu verfallen, sollte man zum Arzt müssen. Wichtig ist, dass man entsprechende Liquidität hat, wobei das Gerücht, dass man in Amerika auch in akuten Notfällen nur behandelt wird, nachdem man Bonität nachgewiesen hat, kompletter Unsinn ist. Im Prinzip läuft vieles exakt so, wie wir es auch in Deutschland erwarten würden.