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   Mein Amerika-Roman: Im Westen ist Amerika

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Southeast Reloaded Tour 2019

(Letzte Änderung: 27.03.2020 @ 11:59)

Tag 7 (Teil 1): 19.10.2019

Es ist ziemlich warm. Und bedeckt. Aber trocken. Eigentlich sollte es schon morgens Katzen und Hunde regnen. Doch ein Blick zum Himmel offenbart, dass da noch was kommt. Später irgendwann.

Frühstück fällt für mich aus. Dem, was da im Chestnut Tree angeboten wird, kann ich nichts abgewinnen. Es gibt nicht mal Toasts oder Bagel. Dafür drittklassige warme Sachen: Oatmeal, komisches Rührei, superfettige Würstchen - baaah!

Wir fahren durch die Blue Ridge Mountains, die südlichen Ausläufer der Appalachen, Richtung Atlanta. Kaum liegen die Berge hinter uns, setzt der angekündigte Regen ein. Wir machen erst mal einen Stopp im Supermarkt und kaufen ein paar Lebensmittel.

Die weitere Fahrt ist ziemlich langweilig. Der Verkehr wird trotz sieben Fahrspuren immer dichter, als wir nach Atlanta reinfahren. Ich werfe immer öfters einen bangen Blick auf die Uhr - wird knapp, was wir vorhaben: das Heimspiel von FC Atlanta United gegen New England Revolution in der MLS. Das ist übrigens unser Alternativprogramm zu dem eigentlich eingeplanten Congaree National Park, den wir uns bei dem angekündigten Grottenwetter ersparen wollten.

Ich komme ins Schwitzen - wenn wir das noch schaffen wollen, wird es eine ganz knappe Kiste. Einchecken müssen wir schließlich auch noch und den Wagen irgendwo lassen. Gut, dass das Marriott Marquis, das ich gestern Abend gebucht habe, mitten in der Stadt liegt und nur eine Viertelstunde zu Fuß von der Mercedes Benz Arena entfernt ist.

Gut drei Stunden nach Abfahrt ist es dann geschafft: Wir parken den Wagen ein paar Häuser weiter in einem öffentlichen Parkhausm (25 USD/24 h), weil valet parking im Marriott schweineteuer ist (45 USD) und ich das sowieso total unpraktisch finde. Es ist jetzt 11:30 Uhr. Und tatsächlich: Es regnet. Nein, es schüttet wie aus Kübeln. Hunde und Katzen träufeln vom Himmel.

Gut, dass beim Check-in nicht viel los ist. Leider ist das Zimmer noch nicht bezugsfertig und leider gibt es beim Concierge auch keine Karten mehr für das Spiel. Das ist nämlich das nächste Problem: Wir haben keine Tickets und es handelt sich um ein Play-Off Spiel. Und United hat einen Schnitt von über 51.000 Zuschauern pro Spiel. Das könnte ausverkauft werden heute.

Wir lassen alle Sachen im Auto, packen nur einen Rucksachen mit Wertsachen (Kamera, Laptop) und den geben wir beim Bell Desk ab. Jetz aber schnell, wir müssen uns sputen.

Durch strömenden Regen laufen wir zum Stadion und versuchen dabei, den seenartigen Pfützen auszuweichen, die auf dem Asphalt stehen. Klappt nicht immer und wir haben klitschnasse Füße, als wir vor der Arena stehen.

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Wo bekommt man Tickets her? Wir fragen verschiedene Leute - weiß keiner. Von "Ich glaube, das geht nicht" bis "Vielleicht da drüben" ist alles dabei. Dann kommen wir zu einem kleinen Zelt (s. Bild oben), wo Ticketprobleme resolved werden. Dort lernen wir, dass man nur online buchen kann über Ticketmaster. Doch leider lässt sich über den deutschen PlayStore nicht die amerikanische Ticketmaster-Version laden. Somit klappt das nicht. Ein Pärchen möchte ihre Tickets verkaufen - sie hat sie für 70 USD/Stück bei Ticketmaster eingestellt, nur leider kommen wir da nicht dran.

Wir hasten weiter, fragen hier, fragen da. All to no avail. Dann erzählt uns ein Held, dass es einen Ticketmaster-Schalter gäbe für irgendwelche Notfälle. Hallo, wir sind ein Notfall! Also nichts wie hin! Und tatsächlich: Über das Handy der freundlichen Dame am Schalter können wir zwei bezahlbare Tickets für 31 USD/Stück erwerben. Nächstes Problem: Wir kennen unsere amerikanische Telefonnummer nicht. Die brauchen wir aber, denn der Barcode wird per Textmessage geschickt. Also müssen wir die Dame erst anrufen, sie schreibt uns dann unsere Nummer auf und schickt uns die Barcodes zu. Wir sind dabei!

Wir gehen zu Gate 1, um festzustellen, dass es schon wieder ein Problem gibt. Wir müssen eigentlich die Barcodes in dieser verfluchten App haben, die wir aber nicht laden können. Diesmal sind wir vorbereitet und zeigen den Zettel mit unserer amerikanischen Telefonnummer. Darauf bekommen wir eine zweite Textmessage mit einem anderen Barcode - warum auch immer. Und siehe da: das Gate wird grün und wird dürfen rein.

Wir müssen in den 3. concourse in Block 321, also ganz nach oben. Tatsächlich sitzen wir in der letzten Reihe, aber die Sicht ist immer noch gut. Ist wie in der Allianz-Arena in München, da kann man auch von überall passabel sehen.

Geil - Sprechchöre wie in Deutschland "United you and me - we are family" schmettert eine korpulente Frau neben mir in tiefster Inbrunst. Und das Stadion, das 75.000 Zuschauer fast, ist sowieso klasse. Tolle Show vorher. Nationalhymne. Gute Stimmung. Top. Und United gewinnt 1:0.

Ich ziehe während des Spiels meine klitschnassen Socken aus und trockne sie zusammen mit der ebenfalls durchweichten Jacke - manche Leute schmunzeln, aber stören tut es keinen. "You drying off?", fragt mich einer lachend.

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In der Halbzeitpause kaufen wir Hot Dogs, die mit 1,50 USD das Stück spottbillig sind. 5,40 für zwei Hot Dogs und eine Portion Popcorn, um genau zu sein.

Nach diesem fantastischen Erlebnis müssen wir wieder in den noch immer vorhandenen Regen. Der Westin Peachtree Tower küsst die Wolken. Oder sie ihn.

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Skyview Atlanta steht still - wer will schon, wenn es gießt, ins Riesenrad? Und im Centennial Park nebenan ist auch nichts los. Wir kommen an der State Farm Arena vorbei, wo auch ein Spiel ist - die Hawks in der NBA sind da zu Hause. Aber heute spielt nur ein College Team.

Nähere Infos zu Atlanta: Click

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Zurück im Hotel müssen wir uns zum Glück nicht in die mittlerweile grausam lange Schlange beim Check-In stellen. Wir sind schon pre-checked-in. Das dauert dann zwar immer noch 15 Minuten, aber das geht ja noch.

Unser Zimmer ist im 51. Stock und jeden Dollar wert. Groß, toll eingerichtet, schöner View auf die City (s. Bild unten).

Wir halten uns nicht lange auf, sondern laufen direkt rüber zum Parkhaus, um das Auto zu entleeren. Es regnet immer noch im Strömen.

Um mich aufzuwärmen statte ich dem Pool einen Besuch ab. Doch leider erweist sich dieser als Enttäuschung. Zwar schön groß und mit einem Außenpool verbunden, aber das Wasser ist ar...kalt. Das macht keinen Spaß. Der Hot Tub ist zwar warm, aber darin fläzt ein Typ, mit dem ich das kleine Teil nicht teilen möchte. Der Kerl ist zwar nicht unangenehm, aber sein Radio-Gedudel nervt und außerdem habe ich keinen Bock auf Smalltalk. Ich warte, bis er raus ist, und gehe dann kurz rein.

Zum Abendessen möchte Lisa-Marie ins Hard Rock Cafe. Ok, meinetwegen, eigentlich würde ich ja lieber zu Truva, einem ziemlich angesagten türkischen Restaurant.

Im Hard Rock Cafe ist es knallvoll. War klar. An einem Match Day sowieso. Wir bestellen, aber das Essen kommt nicht. Und kommt nicht. Und kommt immer noch nicht. Irgendwann fällt das auf und wir bekommen die Vorspeisen gratis.

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Außerdem wird den Gästen die Zeit versüßt, denn jemand hat Geburtstag. Der Kellner schmettert "Happy Birthday" und der Laden bebt. Dann ist jemand an seinem 25. Hochzeitstag anwesend. Und wieder eine große Show.

Wie kann man die Wartezeit noch sinnvoll überbrücken? Zum Beispiel, indem man online zwei Tickets für Orlando Magic vs. Cleveland Cavaliers kauft. Genau das machen wir nämlich.

Und schließlich kommt sogar unser eigentlich bestelltes Essen: The Impossible Burger (vegane Burger), die sehr gut sind.

Nach dem Essen mache ich noch ein paar Fotos in dem Laden.

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