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Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

Paderquellen - Bär ermittelt Neu

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Portugal Reisebericht 2026, 04.08.2026, Tag 15, Teil 2

Oh Miradouro

(Letzte Änderung: 5.10.2026 @ 20:05)

Bar jeder Ahnung, was konkret man sich in Angra denn angucken sollte, lassen wir uns einfach treiben. So viel Zeit haben wir nun auch nicht.

Platz mit Mosaikpflaster und Rathaus in Angra do Heroísmo

Die Häuser sehen einfach klasse aus.

Hellblaue Fassade mit schmiedeeisernen Balkonen in Angra Rot-weißes Haus mit Balkonen in Angra do Heroísmo

Wir gehen mal runter zum Hafen.

Und zu Subway. Keine Sehenswürdigkeit, sondern die Fastfood-Kette, wo wir mal auf die Toilette und eiskalte Pepsi kaufen können. SATA hat die Food Vouchers so knapp bemessen, dass man exakt 0,2 l Wasser zu dem Fraß erstehen konnte, der das Mittagessen sein sollte. Wir sind ziemlich ausgedörrt.

Allmählich macht sich auch die Anstrengung bemerkbar. Wir sind immerhin seit 2:45 Uhr auf den Beinen und haben nur Stress gehabt seitdem.

Trotzdem marschieren wir weiter. Wir wollen schließlich was sehen.

Irgendwann setzt uns die Sonne dann aber doch so sehr zu, dass wir die Stadtbesichtigung für beendet erklären. Wir kehren zum Auto zurück. Die Straße ist steil, sehr steil. Ich helfe einer Dame, die ihre Einkäufe erschöpft absetzt, beim Tragen, dann steigen wir ein und fahren zum Obelisco do Alto da Memória.

Gelb-weißer Obelisco do Alto da Memória mit Wegweiser

Von hier oben hat man einen klasse Blick auf die Stadt.

Angra do Heroísmo und die Ilhéus das Cabras vom Alto da Memória Dächer von Angra do Heroísmo vom Alto da Memória Rote Dächer von Angra mit Blick aufs Meer Angra do Heroísmo mit dem Monte Brasil

Ein schöner Angra-Abschluss, finden wir, und fahren raus aus der Stadt. Bei dem Verkehr und den vielen Baustellen, die Umgehungen erfordern, gar nicht so einfach. Schließlich haben wir den Trubel hinter uns gelassen und steuern auf die nächste Sehenswürdigkeit zu, von der wir bis vor zwei Stunden absolut nichts wussten: Furnas do Enxofre. Die Fumarolen liegen nahe dem Algar do Carvão, einem rund 3.200 Jahre alten, 90 Meter tiefen vulkanischen Schlot mitten auf Terceira. Die Fahrt dorthin ist ganz entspannt. Die Straßen leer und gut, auf dem Parkplatz ist noch massig Platz.

Die Farben gefallen mir:

Grüne Hügel bei den Furnas do Enxofre Dampfende Erde im Vulkanpark Furnas do Enxofre

Ein kleiner Vulkanpark mit einem malerisch angelegten Rundweg und qualmenden Vulkanschloten, aus denen es nach Schwefel riecht.

Ich lasse Bilder sprechen:

Holzsteg durch die Furnas do Enxofre Rundweg mit Holzgeländer durch die Vegetation Grüne Kraterlandschaft bei den Furnas do Enxofre

Hübsch hier, wirklich. Der Weg geht immer mal etwas bergauf, dann wieder runter.

Zurück beim Auto, reiße ich mir erstmal das Shirt vom Leibe. Gut durchgeschwitzt, obwohl wir nur eine halbe Stunde unterwegs waren. Aber die Sonne hat es in sich.

Unser Verlangen, zum Airport zurückzukehren, hält sich unterhalb enger Grenzen. Also fahren wir an die Nordküste. Dort gibt es die Naturpool-Becken Calheta dos Biscoitos. An einer Stelle präsentieren sie sich so:

Steg in die Naturpools von Biscoitos Schwarze Lavafelsen und Brandung bei Biscoitos

Die Farbe des Ozeans ist einfach klasse.

Lavaküste von Biscoitos mit Steilküste im Hintergrund Brandung zwischen Lavafelsen bei Biscoitos

Wow, wir sind richtig beeindruckt! Die Pools sind übrigens komplett kostenlos. Dass wir zwischen den Badegästen rumstiefeln und einfach nur fotografieren, scheint auch niemanden zu stören. Auch nicht die Lifeguards, die gut aufpassen, dass niemand zu Schaden kommt.

Nun wird es leider Zeit, zum Flughafen zurückzukehren. Nicht ohne einen kurzen Fotostopp an der Nordküste.

Nordküste von Terceira mit tiefblauem Meer

Noch ein kurzer Tankstopp für zwölf EUR, wobei uns der des Englischen nullkommanull mächtige ältere Tankwart dabei behilflich ist, die verdammte Tankklappe aufzubekommen (kein Schalter im Auto, das Teil klemmt einfach jämmerlich), dann fahren wir zu Parkdeck 5 und stellen das Auto ab. Puuh, ist das warm! Die Sonne brennt immer noch. Dabei ist es, wie gesagt, celsiusmäßig gar nicht zu heiß. Aber die Sonne hat einfach eine andere Intensität und setzt uns beiden nicht mehr ganz jungen Mitteleuropäer doch ziemlich zu.

Wir geben den Wagen ab, es gibt nichts zu beanstanden. Die 150 EUR deposit werden im Nu freigegeben. Wow, das war ein Höllenritt über die Insel! Aber wir haben das Gefühl, Urlaub gemacht zu haben. Selbst heute, an diesem teilweise üblen Transfertag.

Guter Dinge gehen wir zum dritten Mal heute durch Security, und wieder wird mein Kalinor kritisch beäugt. Ist mir egal, sollen sie es sich angucken. Dafür sagt niemand etwas zu den beiden Listerine-Fläschchen, die ich vergesse, auszupacken. Muss man es verstehen? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Wir gehen zu unserem Gate, das es noch gar nicht gibt. Auch sonst keine Infos. Fliegen wir heute noch? Oder doch erst morgen? Den Autovermieter auf São Miguel haben wir bereits kontaktiert und uns herzlich dafür bedankt, dass wir auch zur Not mitten in der Nacht kommen können. Eigentlich würde er ja um 20:00 Uhr schließen, aber wir würden abgeholt und bekämen einen Wagen. Kostet zwar schließlich 33,- EUR late night fee, aber die holen wir uns eh von SATA zurück. Und nicht nur die!!!

Dass irgendwann die nächste Nachricht eintrudelt, dass der Flug auf 22:20 Uhr delayed wurde, juckt kaum noch.

Abflugtafel mit verspätetem Flug nach Ponta Delgada

Ich rechne schon gar nicht mehr damit, Terceira überhaupt noch heute zu verlassen, und checke schon mal die Hotels. Kaum noch was frei, mir schleierhaft, wie SATA das hinkriegen will, die Leute unterzubringen. Wahrscheinlich wird lapidar gesagt werden, man solle sich einen freien Sitz suchen …

So böse kommt es schließlich doch nicht. Ich schaue mir bei flightradar24 an, was denn so innerazorisch gerade hin und her fliegt, und stelle fest, dass tatsächlich zwei Maschinen von PDL aus anrücken. Das macht Hoffnung.

Diese stellt sich als begründet heraus, denn pünktlich um 23:00 Uhr heben wir ab. Nach einem 16-stündigen Stopover auf Terceira, einer charmanten Insel, die nichts dafür kann, was den Fluggästen zugemutet wird.

Todmüde sind wir um 24:00 Uhr aus dem Flieger raus. Gut, dass wir unser Gepäck dabei und nicht eingecheckt haben, wie man uns ja noch aufbürden wollte. Was wir abgelehnt haben. So sind wir die Ersten, die raus sind aus dem Airport. Kurzer Anruf beim Vermieter, der uns ein paar Minuten später einlädt. Wir fahren in atemberaubendem Tempo durch die leeren, stockdunklen Straßen zur Mietwagenstation und bekommen einen weißen Seat in gutem Zustand. Formalitäten dauern zwei Minuten, nichts will man uns aufschwatzen, man will offenbar nur noch den Tag beenden, der ja eigentlich gerade erst angefangen hat. Schnell noch ein Video von dem Auto, das muss sein, um sich abzusichern.

Jetzt wäre es schön, wenn man ruckzuck beim Hotel wäre. Ist man aber nicht. Wir müssen nach Povoação und das ist eine Autostunde weiter östlich. Über pechschwarze Straßen. Anfangs ist alles Autobahn, kein Problem. Dann wird es einspurig, unbeleuchtet – geht noch. Dann kommt eine Bergstraße mit Serpentine an Serpentine. Schmal und pechschwarz. Etwas zum Kämpfen. Und ganz vorsichtig fahren, Tempo 30.

Dann endlich: Povoação liegt tief unter uns, wir bekommen einen glimpse auf den Hafen. Dorthin müssen wir, dort liegt das Hotel do Mar.

Noch ein paar enge Kurven, dann biegen wir in den Ort ein. Wir suchen einen Parkplatz. Der Nachtportier bemerkt uns, kommt vor die Tür und zeigt uns die letzte freie Parklücke direkt vor dem Hotel. Der sehr freundliche junge Mann checkt uns unkompliziert ein und drückt uns die Zimmerkarte in die Hand: 201.

Wir schleppen unser Gepäck hoch, sehen uns kurz im Zimmer um, das uns auf Anhieb gefällt – was für das gesamte Hotel gilt – und fallen erschöpft um halb zwei in die Betten.