Portugal Reisebericht 2026, 08.08.2026, Tag 19
Oh Miradouro
(Letzte Änderung: 5.10.2026 @ 20:05)
Wir lassen es heute mal ruhig angehen. Erst einmal wird mein Schlafanzug gewaschen und landet auf dem Balkon. Dann geht’s relativ spät runter zum Frühstück. Beim Telefonieren mit Annalena merkt unsere jüngste Tochter zu Recht an, dass wir aber ganz schön spät unterwegs sind für unsere Verhältnisse. Ja, ja, man wird nicht jünger …
Gefrühstückt wird heute draußen, womit wir der im Frühstücksraum wieder herrschenden arktischen Kälte entgehen.
Anschließend geht es on Tour. Wir nehmen Kurs auf den Praia do Fogo an der Südküste. Etwas westlich von Povoação. Hier gibt es einen großen Parkplatz und noch reichlich Platz am Strand. Sogar im Schatten einer Mauer.
Viele Familien mit Kindern, was logisch ist, da in der geschützten Bucht keine Brandung herrscht.
Wir bleiben eine Stunde, wobei ich ein erfrischendes Bad im Ozean nehme. Dass es gute Strandduschen und sogar Umkleiden gibt, ist ebenfalls positiv. Uns gefällt es hier.
Als uns die Sonne den Schattenplatz streitig zu machen beginnt, suchen wir das Weite. Im Schatten ist es bei 23 Grad angenehm, aber die Sonne ist wie immer hochintensiv.
Wir fahren einmal quer über die Insel an die Nordküste, nach Ribeira Grande. Hier wollte ich doch noch unbedingt an den Strand. Wegen der tollen Brandung.
Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen auf einer Bank unter einem Sonnenschirm – kostenlos, ohne dass man irgendetwas bestellen, kaufen, buchen oder sonstwie Geld abliefern muss. Ein feiner Service.
Dann stürze ich mich in die Fluten. Beziehungsweise: Die Fluten stürzen sich über mich. Himmel, eigentlich kann ich sowas doch ganz gut. Aber was recht harmlos aussieht aus sicherer Entfernung, entpuppt sich als ziemlich heftig, wenn man mittendrin ist statt nur dabei. Erst geht es noch ganz gut, und ich rappele mich nach jedem Brecher wieder auf, aber dann kommt eine Serie von Wellen, die mich hin und her wirft wie einen Flummi. Ich sehe nix mehr, pechschwarz. Dann alles schneeweiß. Die Strömung ist stark und zieht einen immer wieder ein paar Meter raus. Man muss einfach irgendwie auf die Beine kommen. Klappt, aber nicht, ohne, dass mir der Sand in allen Ritzen sitzt. Wortwörtlich. Die Tasche voller Sand stapfe ich an Land. Jetzt verstehe ich auch, warum der Lifeguard hier nicht gemütlich auf einem Stuhl sitzt, sondern mit dem Rettungsschwimmteil unter dem Arm parat steht, um einzugreifen. Trillerpfeife inklusive.
Tief beeindruckt kehre ich zu Anja zurück. Ein bisschen betreten, denn so ein Erlebnis hatte ich noch nicht. Nicht auf Hawaii. Nicht in Australien oder sonst wo. Dabei kann ich doch eigentlich … lassen wir das. Man wird, wie gesagt, nicht jünger. Wobei die Brandung in Ribeira Grande tatsächlich nicht ohne ist. Für jedes Alter.
Wir möchten zu einem Restaurant in der Nähe, wo es angeblich gutes Bifana gibt. Der Laden macht auf uns jedoch einen suboptimalen Eindruck und Bifana in Form von einem dicken Schweinesteak auf Brot ist auch nicht gerade unsere Sache. Also, warum in die Ferne schweifen, wenn doch …
Lecker, ehrlich. Einmal im Urlaub gönnen wir uns solche Schweinerei. Hm, richtig gut heute.
Wir machen Halt bei einer Teeplantage.
Wie der Tee hergestellt wird, wird hier nicht hinter hohen Mauern versteckt. Man kann sich alles angucken und natürlich auch die Hausmarken verkosten.
Nun fahren wir zum Hotel zurück, schaffen es aber endlich mal, nicht am Miradouro Pico do Ferro vorbeizufahren. Schon der Weg, den eigentlich Autos nehmen sollen, ist schön.
Ganz schön was los hier, sogar Tourbusse kommen an. Kein Wunder bei diesem Anblick auf den Lagoa das Furnas.
Die Fumarolen von oben:
Ganz im Hintergrund, das schnappen wir von einem Tourguide auf, Santa Maria, die Nachbarinsel. Im Dunst nur schemenhaft zu erkennen, aber vorhanden.
Wir rollen nach Povoação runter. Während ich Kaffee aufsetze, hüpft Anja kurz rüber zum Pic nic, wo wir gestern Pizza gegessen hatten, und kauft die für Povoação typischen fofas: Gebäck mit Puddingcreme gefüllt. Eine lokale Spezialität. Schmecken nicht übel, sind aber für mich auch nicht die ganz große kulinarische Erweckung.
Den Rest des Nachmittags/Abends verbringen wir am Pool. Ich brüte über dem Plot von Bär 2.0, was sich als ziemlich sperrig erweist. Es hapert noch an einer entscheidenden Stelle …