Portugal Reisebericht 2026, 31.07.2026, Tag 11, Teil 1
Oh Miradouro
(Letzte Änderung: 5.10.2026)
Wieder küsst mich der Pool wach.
Die warme Dusche danach und der gute Kaffee beim Frühstück tun ihr Übriges. Der Tag kann beginnen, ich bin bereit.
Wir packen unsere Sachen und fahren durch das Zentralgebirge von Madeira nach Süden. In Ribeira Brava biegen wir nach Westen ab und kommen nach Calheta. Dort gibt es einen hellen Sandstrand, eine Rarität auf Madeira. Und außerdem geklaut – der Sand wurde importiert. Wir begnügen uns mit einem Blick von einem Viewpoint und finden, dass wir nichts Wesentliches verpassen, wenn wir den Strand auslassen. Stattdessen folgen wir den kleinen, extrem steilen Straßen, die sich nördlich von Calheta den Berg hinaufwinden.
Einige Serpentinen und eine Baustelle mit Baumrodungsarbeiten später erreichen wir die Hochstraße ER105. Wenig später der Parkplatz für die heutige Wanderung – total überfüllt. Die Seitenstreifen der Straße sind ebenfalls zugeparkt, auch ein Behelfsparkplatz weiter hinten. Wir drehen und versuchen es noch einmal auf dem eigentlichen Parkplatz – nichts zu machen. Also zurück zu dem rumpeligen, mit spitzen Steinen gespickten „wilden Acker“. Ist wohl die einzige Option. In der Hoffnung, dass wir uns hier nicht die Reifen ruinieren, fahren wir ganz durch, drehen, und stellen den Wagen mit der Nase Richtung Ausgang, um ein späteres Ausparkchaos zu vermeiden. Die Kiste steht jetzt gar nicht mal so übel.
Wieso ist es hier eigentlich so mega-voll? Weil die Wanderung Levada das 25 Fontes eine der populärsten Madeiras überhaupt ist. Muss man gemacht haben.
Zunächst geht es 2,5 steile Kilometer eine kleine asphaltierte Straße hinunter. Hier fahren nur kostenpflichtige Shuttle-Transporter. Schon jetzt bieten sich einige Views in das – wie wir aufschnappen, als wir eine Tourgruppe überholen – mit 19 km längste Tal Madeiras.
Die Straße endet am Forsthaus Rabaçal. Ab dort geht es weiter steil bergab. Teilweise über hohe Stufen.
Ein hübscher Weg durch dichten Wald.
Halbrechts geht es zum Wasserfall Risco. Halblinks weiter steil, sehr steil bergab, bis wir zur Brücke über den Ribeira Grande kommen.
Die Vegetation begeistert mich wieder einmal.
Eine steile Passage bergauf über Stufen schließt sich an.
Belohnt wird man mit schönen Ausblicken.
Oben angekommen, verläuft der Weg flach. Rechter Hand eine Levada, die aus kleinen steil hinabstürzenden Bächlein gespeist wird.
Es schließt sich der spektakulärste Abschnitt der Wanderung an.
Zwischendurch öffnet sich der Blick auf die umliegenden grünen Hänge.
Natürlich sind wir hier nicht allein und müssen immer wieder Gegenverkehr Platz machen bzw. umgekehrt. Wir folgen dem im 16. Jahrhundert angelegten Bewässerungsgraben und machen immer wieder Fotostopps. Madeiras Levada-Netz reicht bis ins 15./16. Jahrhundert zurück, auch wenn dieser Abschnitt, die Levada das 25 Fontes, laut Aufzeichnungen erst zwischen 1839 und 1855 gebaut wurde.
Nach insgesamt knapp 4,5 km geht es rechts ab. Auch hier verläuft eine Levada. Wenig später endet der Weg bei der Hauptattraktion.