Portugal Reisebericht 2026, 09.08.2026, Tag 20
Oh Miradouro
(Letzte Änderung: 5.10.2026 @ 20:57)
Heute ist mal wieder Wandern angesagt, diesmal in der Nähe von Salga, an der Nordküste. Um dorthin zu kommen, müssen wir wieder einmal quer über die Insel. Google Maps schickt uns auf noch unbekannten Wegen in luftige Höhen. Es geht steil bergauf, aber mal so richtig steil. Bald finden wir uns in den Wolken wieder bzw. in dichtem Nebel.
Auf 760 m Höhe ist der Scheitelpunkt erreicht.
Es nieselt, die Sicht ist gegen Null, gefühlt schlechter als hier im Video.
Kaum sind wir zweihundert Meter tiefer, strahlt uns das tiefblaue Meer entgegen. Die Sonne erobert sich ihr Terrain zurück, bald lacht sie vom Himmel.
Wir fahren durch Salga, auch ein Ort, der vor allem Gefälle hat. Unten, nahe der Hauptstraße, die Kirche. Noch mal rechts abbiegen, dann wieder links und wir rollen einem kleinen Parkplatz an einem Miradouro entgegen: Miradouro do Salto da Farinha. Was für ein herrlicher Name!
Eine betonierte Straße führt steil hinab in einen hübsch angelegten Park: Parque de Merendas do Fojo
Ein schmaler Pfad, bergauf, bergab, führt zu einem Wasserfall.
Salto da Farinha:
Anja kehrt zum Auto zurück, während ich mich auf einen etwa sieben Kilometer langen Rundweg begebe. Dieser führt zunächst steil bergan durch regelrechten Urwald.
Man stößt auf die Hauptstraße, kreuzt diese zwei Mal und biegt wieder ab in den Wald. Nun geht es ebenso steil bergab. Ein kurzer Abstecher führt zum Poço Azul, einem kleinen Teich.
Es tröpfelt. Von Stirn und Nase. Und der Himmel schließt sich an. Ja, das Wetter ist heute nicht nur sonnig. Dicke Wolken verhüllen alsbald die Sonne.
Bei den Cascata do Risco scheint sie aber schon wieder.
Was für ein herrlicher Baum!
Der anschließende Weg ist ebenfalls fantastisch.
Das Wetter aber nicht mehr. Es tröpfelt nicht mehr nur, sondern es regnet. Richtig. Und die Straße, die jetzt extrem steil bergauf verläuft, ist ziemlich exponiert. Gut, dass auf halber Strecke eine Schutzhütte wartet, von der man einen tollen Blick auf die wolkenverhangene Küste hat. Ja ja, das Wetter auf den Azoren ist unberechenbar – wir hatten bisher ziemliches Glück.
Abwarten ist aber keine Lösung. Sieht nicht so aus, als würde es in Kürze aufhören. Also stürze ich mich wieder in die Fluten, die von oben kommen, und stapfe auch die zweite Hälfte der Straße bergauf. Oben biege ich rechts ab und komme in den kleinen Ort Achadinha.
Es geht wieder querfeldein bzw. einem kleinen Weg folgend, der bald wieder in dichten Wald mündet.
Und es regnet wieder, deshalb jetzt nur Fotos mit dem Handy.
Als ich zurück beim Parkplatz bin, scheint wieder die Sonne. Es ist drückend warm, ziemlich schwül. Und ich bin ziemlich kaputt – das Ganze war kein Spaziergang mit dem ewig steilen Bergauf, Bergab.
Was nun? Der Himmel verfinstert sich schon wieder zusehend, sodass wir beschließen, zum Hotel zurückzukehren.
Auf dem Weg dorthin müssen wir wieder in luftige Höhen. Und die sehen genauso aus wie auf dem Hinweg: neblig.
Den Nachmittag am Pool haben wir uns redlich verdient.
Abends gehen wir wieder zu Sabores da Terra, wo wir uns mit günstigen Salaten für fünf Euro begnügen.