Portugal Reisebericht 2026, 07.08.2026, Tag 18, Teil 1
Oh Miradouro
(Letzte Änderung: 5.10.2026 @ 20:45)
Die Wäsche ist heute Nacht einigermaßen trocken geworden. Mit Rei gewaschen, haben wir sie auf der zum Wäscheständer umfunktionierten Kofferablage aufgehängt. Immerhin wieder alles sauber, so dass wir einigermaßen gesittet die Insel weiter unsicher machen können.
Das Wetter sieht prächtig aus. Hatten wir schon ein Bild vom Pool?
Damit wären wir auch schon beim heutigen Tagesprogramm: Wir wollen es wieder beim Lagoa Azul/Miradouro do Rei versuchen. Das Wetter ist bilderbuchmäßig, besser wird es nicht werden. Also fahren wir bester Dinge los. Später zeigt ein Blick auf die Website spotazores.com, dass beim See immer noch Waschküche ist. Es gibt Live-Ansichten von Webcams, über die ganze Insel verteilt. Sehr praktisch, kann man sich doch so manche Anfahrt ersparen.
Hm, okay, dann wird umdisponiert. Zuerst die Wanderung, dann noch ein Versuch mit dem vielleicht berühmtesten Fotomotiv der Azoren.
Rocha da Relva heißt der Weg. Oder offiziell: PRC20 SMI. Der Trailhead liegt etwas westlich von Ponta Delgada. Hier geht es am Miradouro do Caminho Novo links ab auf eine schlechte und bald richtig schlechte Stichstraße. Stellenweise wünsche ich mir high clearance herbei, aber bei vorsichtiger Fahrweise geht es auch mit unserer tiefliegenden flachen Seat Ibiza-Flunder. Sind auch nur ein paar Hundert Meter, bis man einen großen Parkplatz erreicht. Jetzt erstmal Sonnencreme auflegen. Wasser schultern. Kameratasche um die Hüfte. Abmarschbereit. Anja auch.
Es geht steil bis steilst bergab.
Meistens über einen betonierten und mit Kopfsteinen als „Bremsklötzen“ gespickten Weg. Manchmal auch Natur. Mehr als 20% Gefälle, schätze ich. Gespickt mit herrlichen Views von der Südküste.
Die Klippen türmen sich bald über uns. Und die Vegetation verzückt wieder einmal.
Das Meer ist azurblau – wie der Name „Azoren“ verspricht.
Wir kommen in das halbverlassene Dörfchen Rocha da Relva, nach dem der Wanderweg auch benannt ist.
Sehr malerisch. Der morbide Charme passt zu der schroffen Steilklippenlage.
Dazu das tiefblaue Meer – klasse!
Wie glatt poliert liegen die Steine da.
Der Endpunkt des Weges.
Und es geht retour. Schweißtreibend, kann man sich ja vorstellen. Immerhin sind 300 Höhenmeter weitgehend in praller Sonne zu überwinden. Ich puste mir immer wieder den Schweiß von der Nase. Es tropft und tropft.
Zurück beim Auto ist erst mal Abtrocknen angesagt. 5,5 km liegen hinter mir, die schön waren, aber auch anstrengend.
Die Sonne strahlt vom Feinsten. Und über den Bergen hängen nur noch leichte Wolken, als wir zurück zur Hauptstraße zuckeln. Ist einen Versuch wert, zum Miradouro do Rei zu fahren.
Die Straße schraubt sich den Berg hoch und noch immer kein Nebel. Auch nicht in Sicht. Yeahh – wir haben Glück! Oben angekommen, fahren wir gar nicht erst bis zum Aussichtspunkt durch, sondern steuern eine Parklücke an der Straße dorthin an. Hier ist bereits alles dicht an dicht vollgeparkt. Dem Trubel im weiteren Verlauf gehen wir lieber aus dem Weg. Wir machen uns startklar, und los geht’s.
Auch mit dem Fotografieren.
Einfach grandios. Beide Seen total klar und farbenprächtig. Einer azurblau, der andere eher grün. Der Legende nach entstanden sie aus den Tränen einer Prinzessin mit grünen und eines Hirtenjungen mit blauen Augen, die einander nicht heiraten durften.
Mit schönen Pflanzen im Vordergrund wirkt es postkartenmäßig. Das Bild kann nicht mal ich verschandeln. 😉
Am Miradouro selbst kann es kaum schöner sein. Ist aber auch nicht hässlicher dort.
Unten der kleine Ort Sete Cidades.
Klasse, wirklich. Wir reißen uns los und marschieren wieder 600 Meter leicht bergauf zum Auto. Ich wende den Wagen, was gar nicht so einfach ist, aber zum Glück kommt mir niemand entgegen. Dann zurück zum Kreisverkehr, wobei mir dämmert, dass ich wohl gerade gegen die Einbahnstraße unterwegs bin. Sind aber nur ein paar Meter, funktioniert alles.
Auf dem Weg hinunter nach Sete Cidades machen wir an weiteren Viewpoints Station.
Im Ort parken wir unweit der hübschen Kirche.
Ein kleiner Park davor mit fantastischen Hortensien-Büschen.