Portugal Reisebericht 2026, 02.08.2026, Tag 13
Oh Miradouro
(Letzte Änderung: 5.10.2026 @ 20:45)
Hurra! Heute gibt es wieder die leckere Guaven-Marmelade, die wir gestern schmerzlich vermisst haben. (Was natürlich überdramatisiert ist.)
Wir fahren zu unserer üblichen Zeit, gegen neun Uhr, vom Hof und zwar wieder entlang der Nordküste. Diese ist zwischen Boaventura und São Jorge ein Erlebnis für sich. Wie bereits gesagt: Erinnerungen an die Road to Hana branden auf. Allerdings muss man verkehrstechnisch auf der Hut sein. Drei SUVs fahren in einer Kurve viel zu schnell und bleiben nicht auf ihrer schmalen Straßenhälfte. Ich ziehe den Wagen nach rechts und verhindere eine Kollision. Wo die Straße nicht landschaftlich herrlich ist, verläuft sie durch Tunnel. Ein Tunnel nach dem nächsten. Tunnel an Tunnel. Einer ist drei Kilometer lang, viele über einen Kilometer.
Hinter Faial biegen wir ins Landesinnere ab. Und das ist auf Madeira fast immer gebirgig. So auch heute. Die Straße schraubt sich die grünen Hänge hinauf, bis wir nach Ribeiro Frio kommen. Der Name bedeutet „kalter Bach“; bekannt ist der Ort vor allem für seine staatliche Forellenzucht aus den 1950er-Jahren. Hier steht Reisebus an Reisebus. Die Polizei regelt den Verkehr. Wie soll man hier einen Parkplatz finden, zumal es keinen wirklich großen gibt, sondern nur ein paar kleine mit wenigen Stellplätzen. Man parkt an der Straßenseite oder in kleinen Haltebuchten. Der Polizist winkt uns weiter. Zum Glück wartet hinter einer Kurve noch eine kleine Parkbucht, und wie es der Zufall will, rücken gerade Leute an, die aussehen, als würden sie wegfahren. „Are you leaving?“, lautet die Standardfrage. Und sie wird bejaht. Also ein paar Meter zurücksetzen und Blinker links. Wenige Minuten später stehen wir ordnungsgemäß eingeparkt. Das übliche Prozedere schließt sich an: Eincremen, Fototasche umschnallen – auf Wasser wird verzichtet, denn der Weg PR11 (Vereda dos Balcoes) ist hin und zurück nur drei Kilometer lang und total flach.
Am Trailhead wird auch hier das Ticket kontrolliert. Das wird konsequent durchgezogen. Die Zeiten scheinen jedoch niemanden zu interessieren. Wir sind locker eine Dreiviertelstunde später als der gebuchte Time Slot eigentlich verlangt.
Hübscher Weg durch einen Wald mit endemischen Madeira-Pflanzen.
Natürlich sind auch hier die Massen unterwegs, aber nicht so schlimm wie andernorts. Die Tourbusse haben ihre Leute scheinbar erstmal bei den Restaurants und Souvenirshops abgeliefert.
So ist es beim Viewpoint, dem Endpunkt des Wegs, auch überschaubar voll. Das ist hier alles noch im Rahmen.
Die Aussicht auf das Zentralgebirge ist großartig.
Wahrlich eines Balkons würdig.
Auf dem Rückweg kommen uns dann doch zwei Touren entgegen. Aber der Weg, der auch hier von einer Levada gesäumt wird, ist breit, sodass es kein Problem ist, aneinander vorbeizukommen.
Herrlich, die Blumen überall.
Wir beglücken ankommende Touristen mit unserer Parklücke und fahren wieder hinab nach Faial. Dort machen wir einen Abstecher zum Praia, wo es parkplatztechnisch überraschend gesittet zugeht. Überhaupt kein Problem, einen Stellplatz zu bekommen. Überhaupt scheinen hier vor allem Einheimische zu sein und ein (Sonnen-)Bad zu nehmen.
Der Blick auf die Steilküsten ist trotz Gegenlicht spektakulärer als die Nature Pools, finden wir.
Wir fahren zum Miradouro do Guindaste, oberhalb der Pools.
Das tiefblaue, glasklare Meer ist betörend schön.
Hier sind eine Menge Leute unterwegs, aber das Parken ist kein Problem. Für uns nach dem traumatisierenden „Erlebnis“ in Seixal ein nicht ganz unwichtiges Kriterium.
Was machen wir mit dem Rest des Tages? Warum in die Ferne schweifen … - wir haben doch so eine tolle Unterkunft mit einem fantastischen Pool und grandiosem Bergblick. Also nichts wie hin, aber erst nach einem Einkauf im Continente, der auch an diesem Sonntag geöffnet hat. Wir kaufen ein Baguette, Gebäck für den Nachmittagskaffee, Joghurt und noch eine Flasche Wasser.
Und ab geht’s an den Pool.
Am frühen Abend mache ich noch einen „Spaziergang“ zur Kirche Capelinha de Nossa Senhora de Fatima. Die können wir vom Pool sehen. Von dort kommt immer schöner Gesang und Glockengeläut. Luftlinie ein Katzensprung, aber es geht an der Straße entlang sehr steil bergab und auf der anderen Seite sehr steil wieder bergauf. Zum Schluss wartet noch die Kleinigkeit von exakt 172 Stufen in praller Sonne. Als ich oben bin, bin ich nassgeschwitzt.
Die Aussicht auf das Tal ist klasse.
Man sieht auch unser Hotel. Der Pool verrät es.
Und in genau diesen springe ich, als ich zurück beim Hotel bin. Eine Wohltat!
Ach, Abendessen gibt es auch – mal wieder in dieser Form.