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Paderquellen - Bär ermittelt

Bücher von Dirk Möller

Paderquellen - Bär ermittelt Neu

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Portugal Reisebericht 2026, 01.08.2026, Tag 12

Oh Miradouro

(Letzte Änderung: 5.10.2026 @ 20:05)

Nach der bewährten Morgenroutine brechen wir Richtung Nonnental auf. Auf dem Parkplatz herrscht nicht das befürchtete Chaos. Wir finden ohne Probleme einen Stellplatz. Hier ist längst nicht so viel los, wie ich erwartet hatte.

Und hübsch ist es.

Blühende Schmucklilien am Aussichtspunkt Eira do Serrado

Ein kurzer Anstieg zum Aussichtspunkt Eira do Serrado, dann bietet sich dieser Blick hinab ins Curral das Freiras, das Nonnental und gleichnamige Bergdorf.

Blick von Eira do Serrado hinab ins Curral das Freiras Bergdorf Curral das Freiras im Talkessel Steile Bergwände rund um das Nonnental

Es heißt so, weil im Jahr 1566 Nonnen aus Funchal vor Piraten hierher flohen. Die Nonnen des Klosters Santa Clara flohen vor dem französischen Piraten Bertrand de Montluc, der Funchal drei Tage lang plünderte; das von Bergen umschlossene Tal war vom Meer aus nicht einsehbar – ein perfektes Versteck.

Terrassierte Hänge im Curral das Freiras Häuser von Curral das Freiras tief im Tal

Ob es damals auch schon den Wanderweg gab, der hinab ins Tal führt? Eigentlich wollten wir diesen gehen, aber so richtig Lust haben wir nicht. Die Aussicht von unterwegs kann nicht besser sein als von oben, und in dem Dorf, das mittlerweile doch ganz schön touristisch ist, wollen wir auch nichts Konkretes unternehmen.

Also begnügen wir uns mit dem Blick von oben und erklären den Tag wandertechnisch zum Ruhetag.

Wir fahren nach Seixal, wo es den angeblich schönsten Strand der Insel gibt. Das finden offenbar viele, denn die schmale Straße durch den Ort hinab zum Strand ist sagenhaft voll. Unten wartet dann wirklich das Chaos! Wir sind eingekeilt in einer Autoschlange, die nicht vor und nicht zurück kann. Der kleine Parkplatz am Ende ist hoffnungslos überfüllt, Wenden geht nicht. Die Straße ist so schmal, dass zwei Autos nur aneinander vorbeikönnen, wenn die Außenspiegel eingeklappt werden. Hier ist Zentimeterarbeit gefragt. Jemand vor uns springt aus dem Auto und entfernt die Kette, die die Zufahrt zum Strand für Rettungswagen oder Boote oder was auch immer absperrt. Die einzige Ausweichmöglichkeit, damit sich das ineinander verknotete Autoknäuel irgendwie auflösen kann. Vom Strand sehen wir nur, dass er hübsch ist und voll und Null Schatten bietet. Außerdem haben wir gerade ganz andere Sorgen, als auch nur daran zu denken, dort ein Bad zu nehmen. Dem Himmel sei Dank, dass wir diese eigentlich verbotene Zufahrt runtergefahren sind, wo wir unten wenigstens wenden können – wenn auch mit erheblicher Mühe. So stehen wir schon mal in Fahrtrichtung und müssen nicht rückwärts zurücksetzen mit Millimeterabstand zu anderen Autos und Hauswänden, vor denen auch noch eine gehässig tiefe Entwässerungsrinne lauert.

Zwanzig nervenaufreibende Minuten später haben wir uns an alle Entgegenkommenden vorbeigequält, die wahrscheinlich nicht einmal ahnen, was sie für ein Chaos erwartet. Dass weiter oben niemand die Zufahrt verhindert, ist ein schlechter Witz. Geht eigentlich gar nicht.

Uns ist so gar nicht nach Strand. Jedenfalls nicht nach dem von Seixal. Wir fahren durch den Ort, freuen uns, dass man hier vernünftig fahren kann ohne Schnappatmung und parken schließlich an der Promenade oberhalb der Nature Pools, die es auch in Seixal gibt. Ach, wie herrlich leer dort unten.

Felsformationen und Naturpools von Seixal Lavafelsen mit Felsbogen an der Küste von Seixal Nordküste von Madeira bei Seixal mit Naturpools

Dort wollen wir hin. Eine extrem steile Straße, die in Flip-Flops eine Herausforderung ist, führt hinab, wir gehen zu Fuß. Bloß keine Experimente mit dem Auto mehr. Die Pools kosten 2,50 EUR Eintritt.

Felsbogen über einem Naturpool in Seixal

Hm, wo zieht man sich hier um? Die Toiletten sind ganz oben, gaaaaaaanz weit oben. Jedenfalls finden wir hier unten keine.

Ich ziehe mich mit dem Handtuch um und nehme ein Bad. Hm, geht so, würde ich sagen. Der Einstieg ist ja noch ganz ok, aber dann warten Felsbrocken unter Wasser, an denen man sich hervorragend die Füße polieren kann. Außerdem ist es knieflach. Erst weiter draußen kann man richtig schwimmen. Rauskommen aus dem Wasser ist auch gar nicht sooo einfach. Die Felsen sind nämlich außerdem extrem glitschig.

Anja verzichtet auf das Experiment, nachdem ich ihr berichtet habe, dass man das hier machen kann, aber nicht muss.

Wir fahren nach São Vicente und essen eine Kleinigkeit. Verspätetes Mittagessen, für mich ein zu matschiger Hot Dog mit viel zu viel Mayonnaise (was hat Mayonnaise auf einem Hot Dog verloren?) und für Anja ein guter Caesar Salad.

Zwei gemütliche Stunden am Pool runden den Nachmittag ab, bevor wir um halb sieben zu einer kleinen Fototour aufbrechen. Zunächst geht es wieder zum Miradouro São Cristóvão. Hier waren wir zwar schon, aber da schien die Sonne nicht so richtig. Sieht jetzt richtig klasse aus.

Miradouro de São Cristóvão in der Abendsonne Steilküste bei Boaventura im Abendlicht

Next Stopp: Miradouro do Cemeterio da Boaventura – wie der Name sagt, am Friedhof von Boaventura.

Küste vom Miradouro am Friedhof von Boaventura Steilhang mit Hortensien bei Boaventura

Auch hier waren wir bereits, aber nicht bei voller Sonne.

Klasse, dass wir hier oben ganz allein sind. Nach dem Trubel heute Nachmittag in Seixal ein wohlverdienter Abschluss des Tages.