Orient Tour 2025
(Letzte Änderung: 2.01.2026 @ 13:02)
Tag 10 Teil 1: 21.10.2025
Frühstück gibt es um halb neun in Form eines üppigen Buffets, das kaum Wünsche offen lässt. Draußen hängen die an der Küste scheinbar sehr häufige marine layers herum. Die Fußballplätze sind noch verwaist.
Wir checken aus, versuchen, Geld aus der ATM im Foyer zu ziehen, aber das Teil funktioniert nicht. Also fahren wir quasi bargeldlos aus Casablanca raus, nachdem uns ein freundlicher Hotelangestellter aus der Tiefgarage in den fließenden Verkehr geschleust hat. Zum Glück ist dir Rush Hour schon weitgehend abgeklungen, dennoch bin ich froh, als wir dann, nach langen knapp zehn Kilometern, endlich wirklich aus der größten Stadt Marokkos raus sind und Kurs nehmen auf die letzte Station unserer Reise: Meknès.
Kurzer Faktencheck: Meknès ist eine der vier Königsstädte Marokkos und liegt zwischen Fès und Rabat. Gilt als historisch sehr bedeutend. Die Medina gehört zum UNESCO-Welterbe.
Da also geht´s jetzt hin.
Zunächst fahren wir nach Norden, Richtung Rabat, dort biegen wir nach Osten ab, Richtung Fès. Die marine layers verlieren allmählich den Kampf gegen die Sonne. Trotzdem erstaunlich, wie tief im Landesinneren es sie noch gibt.
Rechts Mc Donald´s. Wir fahren ab, weil wir dort eine ATM vermuten. Ist aber nichts zu sehen. Nur eine wilde Hundemeute, die keinen vertrauenswürdigen Eindruck macht. Ansonsten ist das Ganze ein großer Parkplatz. Wir fahren am anderen Ende wieder runter und sollen prompt zahlen - nee, Freude, so läuft das nicht. Es war ziemlich deutlich zu erkennen, dass wir nicht mal angehalten haben. Abzocken lassen wir uns nicht. Also Gas und Ciao!
Wir verlassen die Autobahn in Meknès und tanken erstmal. Dann geht´s rein in den immer dichter werdenden Verkehr. Ich halte mal rechts, weil auf der anderen Straßenseite eine Bank ist. Anja springt rein und kommt mit Cash wieder - dann können wir wenigstens unser Riad zahlen.
Wir quälen uns durch den Verkehr und parken direkt hinter dem Bab Mansour, dem vermutlich bekanntestes Stadttor in Marokko. Ist natürlich gebührenpflichtig, aber preiswert: 20 Dirham. Und bewacht. Man bietet uns an, uns zu unserem Riad zu führen. Lehnen wir dankend ab, kriegen wir alleine hin.
Wir gehen durch das Tor (Fotos folgen) und überqueren eine Hauptstraße. Auf der anderen Seite liegt die Medina. Die üblichen Gassen begrüßen uns. Unser Riad liegt direkt im Souk.
Wir bekommen einen Begrüßungstee und schauen uns schon mal um, während unsere Gastgeberin verzweifelt versucht, herauszufinden, in welches Zimmer wir denn sollen. Ob wir ihr das nicht sagen könnten? Äh, nein. Woher auch. Und überhaupt wäre es sehr anstrengend, ein Riad zu führen, harte Arbeit. Aha. Ich zeige der freundlichen Dame meine Booking-Buchung, aber auch das bringt kein Licht ins Dunkel. Schließlich bekommen wir ein Zimmer zugewiesen, das zwar einfach und klein ist, aber für eine Nacht völlig ok. Mal abgesehen davon, dass die Übernachtung im Riad Atika Mek spottbillig war.
Ein wirklich schönes Riad.
Unsere Gastgeberin zeigt uns das ganze Haus. Vor allem die Dachterrasse ist fantastisch. Alles sehr liebevoll angelegt, alles top-gepflegt. Wir bekommen noch eine Einweisung in die code-geschützte Türverriegelung, dann sind wir abmarschbereit.
Der Dachterrasse wollen wir uns später widmen, jetzt erst mal raus in die Stadt. Wie gesagt: Wir wohnen mitten im Souk.
Die Medina ähnelt doch sehr dem, was wir kennen. Urige Gassen. Morbider Charme.
Wir gehen zum Bab Mansour, dem berühmten Tor. Erbaut wurde es im frühen 18. Jahrhundert unter Sultan Moulay Ismail. Die grünen Zellij-Mosaiken, kunstvollen Kalligraphien und Marmorsäulen sind schon beeindruckend.
Bab Mansour markierte den repräsentativen Zugang zur königlichen Stadt.
Noch schnell ein Blick über den Lahdim Square. Um diese Uhrzeit nicht so beeindruckend. Hier ist abends erst so richtig was los.