Orient Tour 2025
(Letzte Änderung: 2.01.2026 @ 13:00)
Abreise: 22.10.2025
Frühstück fällt heute aus. Wir sind sowas von früh auf den Beinen - halb fünf raus aus den Federn. Schnell noch etwas kramen, dann geht es mit Sack und Pack vor die Tür. Der Souk, gestern Abend noch trubelig zum Quadrat, ist quasi menschenleer. Es riecht streng: nach Katzenpisse. Ein wenig gespenstische Atmosphäre, aber die Medina ist sicher wie auch in anderen marokkanischen Städten.
Wir gehen zum Parkplatz, zeigen dem Nachtwächter unsere Quittung und fahren durch das noch nachtschlafende Meknès. Ist natürlich stockdunkel. Quasi null Verkehr.
Auf der Autobahn ist es extrem neblig. Und die Scheinwerfer unseres Autos sind viel zu niedrig eingestellt. Im Prinzip muss man die ganze Zeit mit Fernlicht fahren, ansonsten sieht man so gut wie nichts. Wenn dann doch mal Gegenverkehr kommt: kurz abblenden.
Als wir Fès erreichen, dämmert es. Hoffentlich klappt das alles mit der frühen Wagenrückgabe. Um halb acht sind wir verabredet, eigentlich macht Auto Union erst später auf. Ich entwerfe bereits Notfall-Alternativpläne, falls man uns versetzt. Um sieben Uhr stellen wir den Wagen unversehrt auf dem provisorischen Parkplatz ab. Bei Auto Union sind noch alle Rollläden runtergelassen. Nebenan beim Café L´aéroport ist aber schon Betrieb. Wir fragen, wann denn die Autovermietung nebenan aufmacht: um neun Uhr. Himmel! Das wäre viel zu spät. Hoffentlich stimmt das nicht.
Wir bestellen richtig, richtig guten Kaffee und ... warten ... warten ... warten. Zwanzig nach sieben: nichts los nebenan. Oh je, wenn das mal gut geht. Ich gehe mal kurz zur Toilette, stelle fest, dass diese sich in einem Loch im Boden erschöpfen - aber alles sehr sauber - und gucke noch mal nebenan. Und siehe da: Licht! Man ist betriebsbereit.
Das ist toll! Alles pünktlich auf die Minute. Ich erkläre dem Angestellten, dass wir ein wenig in Eile sind. Der Check des Wagens fällt trotzdem ziemlich pingelig aus. Am Ende müssen wir noch umgerechnet zehn Euro berappen, weil wir die Kiste nicht von außen gereinigt haben. Das finde ich grenzwertig, hart an Abzocke. Dass ein Mietwagen nach elf Tagen Gebrauch auf Marokkos super-staubigen Straßen von außen ein wenig Staub ansetzt, sollte nicht verwundern. Bissschen ärgerlich, aber wir haben weder Lust noch Zeit auf ausgedehnte Diskussionen. Also berappen wir diese "Gebühr" und lassen uns zehn Minuten später beim Airport absetzen.
Dort geht alles ganz schnell, denn bei Ryan Air ist noch kaum was los. Das ändert sich jedoch schnell. Kaum dass wir abgefertigt sind, wächst die Schlange und wird schnell lang und länger. Alle Passagiere müssen zum Schalter, auch die, die nur Handgepäck haben. Bordkarten online ins Wallet ist nicht. Nur gedruckte werden ausgehändigt. Unser Gepäck wird für ok befunden, wir sind good to go.
Security ist auch kein Problem, Passkontrolle auch nicht, also bleibt viel Zeit zum Zeittotschlagen/Relaxen/Wachwerden. Anja kann die Ruhe jetzt gebrauchen, denn nun hat es sie darmtechnisch erwischt. Nicht so übel wie mich, aber trotzdem blöd.
Wir haben Plätze am Fenster und in der Mitte. Hinter mir ist nur ein Platz einer Dreierreihe belegt, ich wechsele dorthin auf den Gangplatz. Meine Beine freuen sich über die Bewegungsfreiheit.
Der Flug ist langweilig wie fast jeder.
In Weeze bleibt uns längere Warterei ebenfalls erspart. Eine Viertelstunde bei der Passkontrolle, das war´s. Draußen steht der Bus-Shuttle zum Bahnhof schon bereit, fährt aber erst in einer Viertelstunde ab. Blöderweise bezahlen wir, bevor wir feststellen, dass wir mit unserem NRW-Ticket ja auch Busse benutzen dürfen. Geld zurück ist nicht, geht organisatorisch nicht. Wieso auch immer.
Am Bahnhof rennen wir erstmal zum falschen Gleis, was ein Kunststück gibt, denn es gibt nur zwei. Die sind aber durch eine Fußgängerunterführung getrennt. Also fix zurück. Da rollt auch schon der Zug ein, wir hüpfen schnell rein. Das klappt ja alles prima.
Wenig später Ernüchterung: Streckensperrung wegen Bombenentschärfung. Der Zug fährt nicht bis Krefeld. Was ziemlich übel ist. Alternativen sind allesamt ungünstig, wir richten uns gedanklich schon auf eine Hotelübernachtung in Geldern oder Kevelaer ein. Das sind die einzigen Haltestellen. Zum Glück kommt wenig später die Durchsage, dass sich die Bombe gnädig gezeigt hat und sich schnell entschärfen ließ - wir können doch in Krefeld aussteigen. Dort verpassen wir natürlich den Anschlusszug und stehen uns zwanzig Minuten die Beine in den Bauch. Weiterfahrt nach Duisburg. Wieder Aufenthalt, die ich mir mit zwei Cheeseburgern versüße. Weiterfahrt nach Hamm. Knapp verpasster Anschlusszug. Spontaner Gleiswechsel. Aufenthalt. Himmel, die Deutsche Bahn. Eine Peinlichkeit sondergleichen.
Irgendwann, nach einer gefühlt unendlichen Odyssee, bringt uns die RB89 nach Paderborn. Wir kommen um kurz vor 20:00 Uhr an. Zu Fuß noch schnell beim Rewe vorbei.
Und hurra: Pünktlich zum FCB-CL-Spiel sind wir zu Hause.