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Orient Tour 2025

(Letzte Änderung: 2.01.2026 @ 12:55)

Tag 3 Teil 1: 14.10.2025

Die Nacht! Ojemine!

Ich möchte dem geneigten Leser/Leserin die Details ersparen, aber ab Mitternacht circa sitze ich nur noch auf Toilette. Waren es die Onion Rings? Der Thunfisch? Man weiß es nicht - Anja geht es bestens. Irgendwann beschließe ich, mit Loperamid einen Deckel draufzusetzen, das macht mich immerhin reisefähig. Es steht nämlich eine nicht weniger als 5,5 Stunden dauernde Autofahrt an.

Das Frühstück besteht für mich aus wenig bis nichts. Ein Bissen trockenes Brot und zwei Bananen. Den Minze-Tee lasse ich stehen, denn darin schwimmen Minzezweiglein. Ist mir zu intensiv. Vorsicht ist geboten!

So, damit ist diese unerfreuliche Thema bis auf Weiteres abgehandelt. Kommen wir zum konstruktiven Teil des Tages. Der besteht darin, dass wir zunächst die Hilfe des sehr freundlichen Hotelpersonals beim Ausparken in Anspruch nehmen - ein Reisebus hat uns knallhart eingeparkt. Der Fahrer ist zwar an Ort und Stelle, aber für den Bus wäre das Umparken eine Qual, also werden kurzerhand Pylonen entfernt und ich millimetergenau dirigiert. Viel Spielraum ist da nicht.

Einmal auf der Piste, verlassen wir Rabat in südlicher Richtung. Wir fahren direkt am Atlantik entlang, kommen an diversen Stränden vorbei, die ganz nett sind. Es ist allerdings ziemlich nebelig. In den USA würde man von marine layers sprechen. Sind es auch und können bekanntlich ziemlich lästig sein.

Temperaturmäßig liegen wir unter 20° C, von Hitze keine Spur.

Die Fahrt nach Essaouira ist für mich eine Strapaze. Qual beinahe. Ich halte mich mit Ibuprofen am Steuer aufrecht, muss immer wieder Pausen machen, weil ich hundemüde bin. Und dann geht es auch noch bei Tempo 120 immer nach Süden in den Nebel, was nicht gerade zur Erheiterung beiträgt. Ach so: Mir tut jeder Knochen im Leibe weg.

Wir kommen an ein paar Mautstationen vorbei. Vor Casablanca ist eine große Baustelle, dahinter wird der Verkehr immer dünner. Schließlich ist er kaum noch vorhanden - auf der Autobahn wohlgemerkt. Eine Service Station ist quasi ausgestorben, wirkt irgendwie dystopisch.

Wir verlassen die Autobahn und wechseln auf die N1, die durch kleinere Ortschaften führt. Überall sind kleine Esel-Fuhrwerke unterwegs, die Frauen ausnahmslos mit Kopftuch, einige komplett verschleiert. Und Armut, wohin man auch sieht. Mit Rabat hat das hier, auf dem Lande, mal gar nichts zu tun. Komplett unterschiedliche Welten.

Und immer wieder Polizeikontrollen, an jedem Kreisverkehr, in jeder Ortschaft. Das ist in diesem Land scheinbar so. Rausgewunken werden wir nicht, vielleicht weil man uns auf den ersten Blick den Touristen ansieht. Ansonsten wirkt das recht repressiv, um nicht zu sagen autoritär.

Zack - und da passiert es! Wir werden doch mal rausgewunken. What´s up? Ein Polizist kommt, Scheibe runter, Führerschein bitte. Alles sehr höflich. Dann erzählt er mit was von "Troixieme fraction" und ich verstehe nur Bahnhof. Auch mit "Third degree" kann ich wenig anfangen. Schließlich hilft die Übersetzungs-App, sie spuckt "violation" aus - und da endlich dämmert es mir. Und jetzt sehe ich auch, sehr gut versteckt unter einem Olivenbaum den Kollegen, der den herankommenden Verkehr lasert. Was die Frage aufwirft: Ist "Troxieme fraction" nun hoch oder wenig? (Wenig, wie sich gleich herausstellen wird. 68 km/h bei Tempo 60.)

Wir müssen die Pässe rausrücken, dann dauert es zehn, fünfzehn Minuten und wir bekommen sie zurück. Wir müssen ein Formular unterzeichnen, von dem wir kein Wort verstehen, und bekommen schließlich ein Ticket über 160 Dirham, also umgerechnet 16 EUR. Verbunden mit vielen freundlichen Worten und expliziter Entschuldigung, dass es uns erwischt hat und es ihnen sehr leid täte, sie aber nicht anders könnten, als uns das Ticket aufzubrummen. Da wir nur 150 passend haben, müssen wir auch nur 150 zahlen, die restlichen 10 werden uns erlassen. Ganz ehrlich: Wir sind noch nie so zuvorkommend von der Polizei behandelt worden, wie gerade eben. Alleine diese Begegnung ist etwas überspitzt formuliert schon die 15 EUR wert.

Die weitere Fahrt auf der N1 ist langweilig, um nicht zu sagen öde. Manchmal kleinere Ortschaften, viele ähnlich wie diese hier: Tnine El Ghiate.


Ich bin heilfroh, als wir endlich, endlich, endlich Essaouira erreichen. Und total geschlaucht. Hunger habe ich auch. Ist Rush Hour gerade, aber insgesamt ist der Verkehr harmlos.

Wir parken außerhalb der Medina auf einem großen bewachten Parkplatz und zahlen 70 Dirham (50 pro Tag, 20 für die Nacht). Direkt vor dem Bab Marrakech, dem großen Tor, das in die Medina führt.

Die Medina begrüßt uns mit viel Blau.

Orient Tour 2025

Wir biegen gleich links ab und folgen dieser Gasse. Am Ende liegt unser Riad Dar Awil.

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Kaum stößt man die Tür auf, befindet man sich in einer Oase der Ruhe.

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Unser Zimmer ist auch sehr schnuckelig. Der Wirt super-nett. Und mir geht es endlich besser. Immer noch total schlapp, aber schon wieder unternehmungslustig. Das ist ein gutes Zeichen. Dennoch überlasse ich Anja das Einchecken und relaxe währenddessen noch ein wenig auf dem Bett.

Wir halten uns nicht lange auf, sondern gehen vor die Tür. Wir wollen zum Hafen. Auch hier sind die Gassen in der Medina exotisch hübsch.

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Passenderweise kommt erst jetzt die Sonne so richtig raus. Den ganzen Tag über marine layers, auch hier noch, im Süden. Egal, da waren wir auf der Piste, jetzt können wir die Sonne gebrauchen. Die Temperaturen sind übrigens angenehm. Knapp über 20° C.

Auf dem Weg zum Hafen.

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