Vive la France 2025!
(Letzte Änderung: 11.08.2025 @ 14:01)
Tag 8: 22.04.2025 (Teil 1)
Die Nacht verläuft ruhig - ein Segen! Kein Geschrei vor dem Hotel. Dafür ist jetzt draußen die Hölle los. Die ganze Straße - wohlgemerkt eine Hauptstraße - ist verstopft mit Autos. Links und rechts ein Verkaufsstand neben dem nächsten, wobei die meisten Geschäfte direkt aus dem Kofferraum bzw. von der Ladefläche abgewickelt werden. Scheinbar sind alle Landwirte der Insel nach Roseau gekommen, um ihre Ware feilzubieten. Wie auf dem Wochenmarkt. Vor unserem Hotel ebenfalls - der Maniok-Verkauf des Bruders der Eigentümerin läuft bereits auf vollen Touren. Ein unbeschreibliches, liebenswert chaotisches Gewimmel herrscht in Roseau, das tags zuvor noch so verschlafen daherkam.
Wir frühstücken unser bescheidenes Mahl, welches immer noch schmeckt.
Anschließend stellt sich die Frage, wie wir eigentlich ausparken und durch das Verkehrsgetümmel kommen wollen. Irgendwie, mit viel Vor und Zurück, klappt auch das und wir sind en route.
Wohin? Der Norden der Insel ruft.
Wir fahren nach Portsmouth. Ein schickes Örtchen, deutlich hochwertigere Häuser hier als anderswo. Man gewinnt den Eindruck, dass hier die besser Betuchten wohnen.
In Portsmouth startet auch die Indian River Tour. Pflichtprogramm für sehr viele Touristen, vor allem von Kreuzfahrtschiffen. Wir haben uns das im Internet angesehen und sind zu dem Entschluss gekommen, dass es uns zu durchgestylt touristisch ist. Vielleicht ein Fehler, wer weiß ... Vermisst haben wir die Fahrt über den breitesten Fluss Dominicas zur einer bush bar nicht.
Wir fahren durch Portsmouth hindurch und parken direkt am wunderschönen Purple Turtle Beach.
Der Hügel im Hintergrund gehört zum Cabrits National Park - da fahren wir gleich hin.
Genau jetzt nämlich.
Dominiert wird der Park, wo wir keinen Eintritt bezahlen können, von Fort Shirley, das man ebenfalls kostenlos durchstreifen kann - wenn man den steilen Anstieg entlang der kleinen Straße (s. Bild unten) gemeistert hat.
Fort Shirley war ein militärischer Außenposten der Briten. Es wurde 1765 erbaut und nach Sir Thomas Shirley benannt.
Aus diesem Gebäude kommt lauter Gesang. Österlich, feierlich. Dazu passen die gut gekleideten Leute, die uns über den Weg laufen. Hier ist irgendeine Osterzeremonie im Gange.
Die Kanonen haben keinen üblen Blick über die Purple Turtle Bay. Vielleicht stehen sie deshalb so friedlich da.
Wir fahren ein Stück zurück nach Süden und biegen in Portsmouth links ab. Eine sehr kurvige, schmale und an vielen Stellen schlaglochübersäte Straße führt quer über die Insel zur Ostseite. Kein Vergleich zu den doch sehr guten Straßen auf Guadeloupe oder im Süden von Dominica bzw. die Westküste entlang.
Hoffentlich passiert uns hier nicht das, was anderen Leuten passiert ist, die mit Reifenschaden liegengeblieben sind. Wir fragen, ob wir helfen können, aber das ist nicht nötig.
Der nächste Ort heißt Calibishie. Irgendwie ein Außenposten der Zivilisation, so kommt es uns beim Durchfahren vor. Aber so einsam ist es hier nicht, es gibt sogar eine Polizeistation.
Außerdem befinden sich hier die Red Rocks, eine touristisch sehr interessante Location. Um sie zu erreichen, folgt man einer sehr schmalen Stichstraße, die auf dem Parkplatz eines Restaurants endet. Red Rock Cuisine heißt der Laden, dazu später mehr.
Wir zahlen zwei ECD (Eastern Caribbean Dollar) Parkgebühr, die gleichbedeutend ist mit der Gebühr für die Benutzung eines Privatwegs zu den roten Felsen.
Es sind nur fünf Minuten durch dichten Urwald, dann lichtet sich selbiger und man steht staunend da:
Cool. Wie der kleine Regenschauer, der quasi aus dem Nichts auf uns herabtröpfelt. Definitiv liquid sunshine!