Portugal Reisebericht 2026, 21.07.2026, Tag 1, Teil 1
Oh Miradouro
(Letzte Änderung: 5.10.2026)
Die Nacht war – heiß. Ich wollte sagen: warm. Sehr warm. Fenster auf ging nicht, weil direkt vor unserem Zimmer halb Lissabon unterwegs ist. Bis spät in die Nacht. Fenster die ganze Nacht zu geht aber auch nicht. Klimaanlage an ebenfalls nicht, dann holen wir uns den Tod. Also, was tun? Um zwei Uhr morgens aufstehen und alles aufreißen. Es donnern zwar immer noch Autos um die Ecken, auch der eine oder andere Nachtschwärmer lässt es sich nicht nehmen, alle Welt an seinem Schicksal teilhaben zu lassen, aber man kann wieder atmen. Schlafbrille auf, denn direkt vor unserem Zimmer lauert mein Endgegner: eine dermaßen helle, eigentlich hübsch gelb scheinende Laterne, dass sie das ganze Zimmer taghell erleuchtet. Muss auch nicht sein. Also ein Fensterladen wieder zu, dann geht es mit der Schlafbrille.
Trotzdem bin ich ein wenig gerädert und vor allem gut durchgefeuchtet, als wir die Nacht um halb acht für beendet erklären.
Frühstück Punkt acht. Einfach klasse. Zwar kein riesiges Buffet, aber dafür gibt es die Sachen, die wir mögen: gutes Brot, sogar richtige dunkle Brötchen, Croissants, Naturjoghurt mit Granola und frischen Kiwi, Ananas und Melonen. Sehr leckere Fruchtsäfte und vor allem guten Kaffee. So kann der Tag doch beginnen.
Bei angenehmen 22° C marschieren wir los. Und natürlich kreuzt wieder eine Straßenbahn unseren Weg.
Zunächst hoch zum Castelo. Nicht ins Castelo rein, denn die drohenden 34 EUR sind uns einfach zu teuer. Dafür möchten wir für viel günstigere 6 EUR pro Person auf den Torre da Igreja.
Soll um 9:00 Uhr aufmachen, wie das Schild verrät. Tut er aber nicht. Erst um 10:00 Uhr. Wir vertreiben uns also eine Viertelstunde die Zeit mit Warten. Punkt zehn ist es auch so weit; wir sind die einzigen Gäste.
Fünfzig Stufen später bietet sich uns ein nicht übler, wenngleich auch nicht atemberaubender Blick.
Ein klassischer Glockenturm.
Wir nehmen das Angebot zu einem kostenlosen Wasser/Cola dankend an und verabschieden uns wieder von den sehr freundlichen jungen Leuten, die hier den Laden schmeißen.
Next Stopp: Miradouro do Recolhimento. Auch hier sind wir allein. Das ist der Viewpoint mit Kinderspielplatz, der gestern Abend schon geschlossen war. Der View auf die Alfama ist beinahe noch ein bisschen besser als vom Turm.
Wir wandern durch die Altstadt Richtung Osten und kommen nach einem für Lissabon typischen Bergauf, Bergab, Bergauf, Bergab zur Igreja de São Vicente de Fora, die wir schon von den Aussichtspunkten bewundern durften.
Ein hübscher Hinterhof mit herrlich blühenden Bougainvillea.
Nicht weit ist das Panteão Nacional. Auf dem Weg dorthin bieten sich viele Motive.