Arches National Park (UT)
(Letzte Änderung: 4.05.2026 @ 10:50)Der Arches National Park ist einer DER großen Nationalparks der USA.
Mit ca. 310 km2 gilt das zwar nicht unbedingt flächenmäßig, aber hinsichtlich öffentlicher Wahrnehmung, (internationaler) Besucherzahlen und (internationaler) Medienpräsenz umso mehr.
Es gibt unzählige Bücher über die Geologie des Parks, die Sehenswürdigkeiten, kulturellen Implikationen etc. Wer hat noch nicht den Delicate Arch auf ca. zwei Millionen Postkarten gesehen? Oder auf Tassen, T-Shirts, Nummernschildern...?
Im großzügigen, wirklich schön eingerichteten, Visitor Center hört man, so scheint es, sämtliche Sprachen und Dialekte dieses Planeten und am Wochenende im Sommer ist es manchmal unmöglich einen Parkplatz an einem der zahlreichen viewpoints zu erlangen.
In meiner persönlichen "Wo-wird-am meisten-Deutsch-gesprochen?" Hitliste der USA rangiert der Arches NP auf Platz 3, nur knapp geschlagen von San Francisco und dem Grand Canyon NP. Auch in Bezug auf die Menge an mit Japanern gefüllten Reisebussen ist der Arches National Park ganz vorne dabei.
Woran liegt das?
Sicherlich in erster Linie an der Schönheit der Landschaft, deren Hauptcharakteristikum die über 2000 natürlichen arches sind, die dem Park seinen Namen gegeben haben. Das war nicht schwer zu erraten.
Meines Erachtens kommt erschwerend hinzu, dass sich Moab, in dessen unmittelbarer Nähe der Arches National Park liegt, zu einem ziemlich hippen Städtchen umgeben vom großen Nichts entwickelt hat. Da liegt ein Besuch im Nationalpark im wahrsten Sinne des Wortes nahe.
Moab ist eine Pilgerstätte für Mountain Biker, offroad driver, ATV-Freunde und Touristen, die nach Tagen des Streunens durch die Einsamkeit Süd-Utahs abends gerne mal wieder schick essen gehen, ein kühles Bierchen zischen und ein wenig durch die unzähligen Souvenir-Shops bummeln möchten. (Leider steht die Qualität der touristischen Angebote in Moab aus meiner Sicht in ungünstigem Verhältnis zur Quantität.)
1 Absolute Besucherzahl sowie Rangplatz unter 399 erfassten National Park Service Sites (Kalenderjahr 2025)
Climate
Quelle (nur Daten): Destination Parks
Hiking
Es gibt zahlreiche hiking trails im Arches National Park. Über diese können Sie sich hier auf der Website des NPS informieren. Eine schöne Übersicht gibt es auch hier bei DiscoverMoab.
Aus eigener Erfahrung kann ich den Devils Garden Trail incl. Primitive Loop wärmstens empfehlen (s. Gallery oben). Allerdings ist hier im Sommer frühes Aufbrechen angesagt.
Im Sommer 2007 war es unglaublich heiß und ich habe mich morgens zu unchristlicher Zeit um 5.30 Uhr, noch ein wenig schlaftrunken, auf den Weg gemacht. Selbst da waren es schon schlappe 80°F. Als ich gegen 10.00 Uhr wieder zurück kam, brannte die Sonne schon wieder volle Pulle vom Himmel, mein Wasser war alle und ich auch. Mir taten die Horden asiatischer Touristen leid, deren Busse sie erst jetzt am trailhead ausspuckten und in die erbarmungslose Hitze entließen.
Auf meiner To-Do-Liste steht weiterhin die geführte Fiery Furnace Wanderung. Laut NPS wird sie normalerweise von Frühjahr bis Herbst angeboten, ist aber ausdrücklich keine lockere Feierabendrunde, sondern eine körperlich anspruchsvolle Tour über unebenen Sandstein, durch enge Passagen und mit kleinen Kletter- bzw. Spreizstellen. Wer trittsicher, beweglich und halbwegs fit ist, sollte das schaffen; als easy würde ich sie nach heutigem NPS-Wortlaut aber nicht mehr bezeichnen.
Den Aufstieg zum Delicate Arch kann man im Prinzip nicht weg lassen, das sollte man machen. Allerdings sollte man sich gleichzeitig von der kühnen Vorstellung verabschieden den Weg für sich zu haben. Vom berühmtesten aller Arches, dem Delicate Arch, selbst ganz zu schweigen. Wenn man Glück hat, läuft mal einen Moment kein gegenüber genervten Pfiffen und Buh-Rufen immuner Tourist quer durchs Bild und keine vierköpfige Familie schöpft sämtliche 4! = 4*3*2*1 = 24 Permutationen aus sich unter dem Arch bzw. fotografierend davor zu positionieren.
Camping
Es gibt nur einen campground im Park: Devils Garden mit 50 sites.
Dieser herrlich gelegene Campingplatz ist im Sommer immer randvoll. Allerdings kann ich mich an 2007 erinnern, wo es dermaßen heiß war (108°F in Moab), dass viele Camper der unfassbaren Hitze entfliehen wollten und vorher abgereist sind.
Dadurch waren einige im Voraus bezahlte campsites verwaist und konnten kostenlos in Beschlag genommen werden. Leider haben wir davon nicht profitieren können, da wir zu den Hitze-Weicheiern bzw. Vorzeitig-Abreisern gehörten.
Directions
Der Arches National Park liegt ca. 20 km von Moab entfernt in Süd-Ost Utah. Nach Grand Junction (CO) sind es ca. 180 km, nach Salt Lake City knapp 400 km.
Folgen Sie dem Link, um zu einer großen Übersichtskarte des Arches Nationalparks zu kommen.
GPS-Koordinaten Arches NP
(WGS84, Dezimalgrad, Umrechner: hier)
GPS Visitor Center: 38.6160923, -109.6126183
GPS Devils Garden Campground: 38.773206,-109.58652
GPS Delicate Arch: 38.743611, -109.499444
GPS South Window: 38.6849, -109.532433
Good to know
Der Devils Garden Campground ist ca. 30 km vom Parkeingang entfernt. Im Park selbst ist langsames Fahren angesagt. Sollte man im Blick behalten, wenn man nicht im Dunkeln sein Zelt aufbauen möchte.
Es ist völlig illusorisch anzunehmen, dass man beim Delicate Arch alleine ist oder fotografieren kann, ohne dass penetrante Zeitgenossen im Bild Wurzeln schlagen. Buddhistische Gelassenheit ist angesagt! Siehe meine Ausführungen weiter oben.
Den meisten dürfte unbekannt sein, dass der Arches National Park eine schöne dirt road section hat: Salt Valley Road mit anschließendem Besuch des Tower Arch.
Noch mal zum Thema Überfüllung und Reservierung: Der aktuelle Stand für 2026 ist erfreulich einfach - laut NPS gibt es in diesem Jahr keine verpflichtende Timed-Entry-Reservierung. Man braucht also derzeit keinen festen Einfahrtsslot und darf den Park während der regulären Betriebszeiten jederzeit ansteuern. Eine gültige Parkeintrittsgebühr bzw. ein Pass bleibt natürlich trotzdem erforderlich.
Wichtig ist aber der Nachsatz: Das bedeutet nicht automatisch freies Durchrollen. Das NPS warnt weiterhin vor langen Wartezeiten, vollen Parkplätzen und temporären Zugangsbeschränkungen von mehreren Stunden. Früh oder spätnachmittags ist man deutlich entspannter unterwegs; in der Hauptsaison kann es tagsüber trotzdem unerquicklich werden.
Falls das NPS das System künftig wieder aktiviert, sollte man die Logik kennen: 2025 waren Timed-Entry-Tickets zusätzlich zum Eintritt bzw. Pass täglich von 7 bis 16 Uhr erforderlich, und zwar vom 1. April bis 6. Juli sowie erneut vom 28. August bis 31. Oktober. Wer außerhalb dieses Zeitfensters - also vor 7 Uhr oder ab 16 Uhr - einfuhr, brauchte damals keinen Slot. Genau solche Details ändern sich von Jahr zu Jahr, deshalb vor jeder Reise kurz den aktuellen NPS-Stand prüfen.
Und banal, aber wichtig: Im Park selbst gibt es keine Tankmöglichkeit. Das erwähnt der NPS ausdrücklich - also nicht mit fast leerem Tank anrücken.
Wenn man zu bestimmten Zeiten - vor allem am Wochenende - (z.B. kurz nach Sonnenuntergang) aus dem Park fährt, hat man gute Chancen in einem Stau zu landen, der erst zwei- und dann einspurig bis Downtown Moab geht. Ist mir 2018 im Oktober zweimal passiert.